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KMU-Telekom-Markt: Nach wie vor heiß umkämpft von allen Anbietern

Wer kann den KMU-Markt für sich gewinnen?

Klein- und Mittelbetriebe (KMU) beherrschen das Bild des österreichischen Unternehmertums. Sie sind technisch eher nicht affin, wollen aber die Vorteile der Telekommunikation für sich nutzen. Die Anbieter überschlagen sich, den KMUs den Markt und ihre Produkte erklären zu wollen. Propagiert werden vor allem Produkt-Kombis: für den Herbst sind davon jede Menge zu erwarten.

Das "Personal Computing" wird zum "Pervasive Computing" (engl. für durchdringend). "Der PC ist eine Errungenschaft des 20. Jahrhunderts und wird verschwinden", so die provokante Aussage von Univ.-Prof. Alois Ferscha vom Institut für Pervasive Computing der Uni Linz in einem Gespräch mit mir vor ein paar Wochen. Statt dem PC werden intelligente, kaum sichtbare das heißt in den Alltag integrierte Computer unser Leben bestimmen und verändern.

Kaum vorstellbar in Zeiten wie diesen, wo die Anzahl der PCs die Anzahl der Weltbevölkerung schon bei weitem übertrifft und das Internet seinen Siegeszug angetreten hat. Insbesondere im Firmenalltag ist das Internet heute eine absolute Selbstverständlichkeit geworden. Ein Trend, der unübersehbar ist, ist die sich weiter fortsetzende Konvergenz am Telekommarkt. Das Schlüsselwort dabei ist die Mobilität, die absolute Flexibilität und Bewegungsfreiheit verspricht.

 

Mobiles Internet und Mobile Office-Lösungen werden also sehr, sehr schnell an Bedeutung gewinnen. Damit ist die Stellung der Festnetzanbieter, sowohl, was Telefonie als auch Internet betrifft, in Zukunft bedroht. Im Moment allerdings ist eine gewisse Verlangsamung am Markt eingetreten. Nach wie vor liegt die Internetnutzung wie auch im Vorjahr unverändert bei insgesamt 84 Prozent. (Alle Daten laut Austrian Internet Monitor AIM Business, April 2006.) Das analoge Modem verliert im Businessbereich noch weiter an Bedeutung, zugunsten von ADSL/Breitband, wenn sich auch hier das Wachstum etwas verlangsamt hat, jedes dritte Unternehmen hat derzeit ADSL im Einsatz.

Erfreulich hingegen ist die steigende Zufriedenheit mit der Internetnutzung ganz allgemein: So beurteilt jedes zweite Unternehmen die Stabilität der Internetnutzung (im Jahr 2005: 42 %) und den Schutz vor unberechtigten Zugriffen auf Firmendaten/Firmennetzwerk (im Jahr 2005: 37%) als sehr gut. Auch die Zufriedenheit mit der Geschwindigkeit der Internetverbindung sowie dem Schutz vor Spam-Mails ist eindeutig höher als noch im vergangenen Jahr.

Konvergenz der Märkte

Dynamisch ist die Mobilitäts-Entwicklung: Über 50 % setzen Notebooks ein - hier ist ein stetiger Anstieg seit Herbst 2003 zu verzeichnen. Schon jedes fünfte Unternehmen (21 %) stattet seine Mitarbeiter mit PDAs aus - diese Zahl hat sich gegenüber dem Vorjahr fast verdoppelt. Die Nutzung von Mobiltelefonen in Unternehmen liegt derzeit bei 84 % - gleichauf mit der Internetnutzung. 43 % verwenden einen alternativen Festnetzanbieter, hier herrscht nach Rückgängen seit dem Oktober 2004 nun eine stabile Phase, seit vergangenem Jahr ist auch die Wechselbereitschaft gesunken. Ganz im Gegensatz zum Mobilfunkbereich: Hier sind die Unternehmen eher geneigt, den Anbieter zu wechseln.

Fast jedes zweite Unternehmen präsentiert sich über eine eigene Website im WWW, nach einer Phase der Stagnation ist jetzt wieder ein leichter Anstieg zu verzeichnen. Dafür kommt der Bereich E-Commerce wieder langsam in Fahrt. 16 Prozent bieten Produkte oder Dienstleistungen via Website zum Kauf an. Insgesamt "hat sich die Entwicklungsdynamik des Marktes etwas entschleunigt", urteilt Bertram Barth, Geschäftsführer des Marktforschungsinstituts Integral, das für den AIM verantwortlich zeichnet. "Eine leichte Dynamik macht sich durch die Verwendung mobiler Datenübertragung bemerkbar", sieht Barth den Faktor Mobilität als echten Trend. Breitband-Internet wächst hingegen im Moment nur langsam. Dabei ist der Hoffnungsmarkt für Breitband eindeutig im KMU-Bereich angesiedelt. Besieht man sich die Historie, wer bereits wie lange über Internet verfügt, so sind Neueinsteiger in den letzten zwei Jahren fast nur noch im KMU-Bereich zu finden. Ihnen wurde bereits größtenteils Breitband-Internet verkauft. Daneben gibt es aber sehr viele kleinere Betriebe, die noch mit analogen Modems und Einwahltechnologie das Internet nutzen. Diese Gruppe mit veralteter Technologie sowie die zweite Gruppe der Technik-Verweigerer beziehungsweise Desinteressierten sind für die Anbieter von Interesse.

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MONITOR-Autoren
Dipl.-Hdl. Ing. Ernst Tiemeyer

bekannt durch zahlreiche Veröffentlichungen, war nach dem Studium der Wirtschafts- wissenschaften, Organisation und Informatik zunächst mehrere Jahre als Gruppen- und Projektleiter an einem Institut für angewandte Informatik beschäftigt. Heute ist er in vielfältiger Form als freiberuflicher Management- und Organisationsberater sowie in der Weiterbildung tätig. Schwerpunktmäßig geht es dabei um die Einführung, Entwicklung und Beratung für den praxisgerechten Computereinsatz. ..mehr..

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