Alexander Hackl
Gegründet wurde das laut Software Magazine nunmehr zehntgrößte privat geführte Softwareunternehmen vom amtierenden Präsidenten und CEO Arthur L. Allen. Die Erfolgsgeschichte ist fast klischeehaft amerikanisch. "Ich begann 1986 mit 2000 Dollar Kapital und einem 100.000 Dollar Kreditrahmen das Softwareprodukt eines Freundes zu vertreiben", erzählte Allen im Gespräch mit dem MONITOR bei seinem Wien-Besuch im Mai. Das Tool für die Performanceüberwachung von integrierten Datenemanagement-Systemen erwies sich allerdings als Ladenhüter.
Erst Allens zweites Produkt - "Fast Access" zur Verbesserung des Datendurchsatzes bei IDMS-Datenbanken - schlug im Markt ein. Es folgte der strategische Erwerb zahlreicher weiterer Unternehmen und Geschäftsbereiche. Mit jeder Akquisition erweiterte das Unternehmen sein Produktangebot und schaffte dadurch Synergieeffekte im Vertrieb, einen breiteren Kundenstamm und höhere Rentabilität. Heute bietet ASG mehr als 200 Software-Lösungen an, die nach eigenen Angaben die Funktionen von Produkten von BMC, CA, Compuware, IBM und anderer Unternehmen ersetzen können. So sei man in der Lage, 75 bis 85 Prozent des Softwarebedarfs in den IT-Umgebungen der meisten Unternehmen abzudecken.
Alles aus einer Hand
"Wir bieten unseren Kunden einen Produktkorb nach dem Motto: ‚Alles aus einer Hand'. Dadurch können Einsparungen von durchschnittlich 25 Prozent realisiert werden", so Allen. Das ASG-Portfolio umfasst die Bereiche Metadaten-, Applikations-, Operations-, Content-, Performance-, Security-, und Infrastruktur-Management.
Zu den wichtigsten strategischen Übernahmen der letzten Zeit gehört zum Beispiel Chevin, ein britischer Anbieter von Management-Systemen für verteilte Netzwerke (TeVISTA). Die Produkte werden nun unter den Namen ASG-TeVISTA und ASG-TeVISTA Performance Manager vermarktet. 2004 hat ASG durch die Übernahme des französischen Unternehmens Istria das Infrastruktur-Management um die ASG-Trackbird-Lösungssuite ergänzt. Zur Vervollständigung seiner Applikations-Management-Lösungen wurde im Jahr 2000 die Firma Viasoft erworben, die ihrerseits im Jahr zuvor die deutsche R&O Software-Technik GmbH inklusive der Datenspeicherlösung Rochade übernommen hatte. Daraus ging das Metadaten-Repository ASG-Rochade hervor.
Weitere Spitzenprodukte sind die ASG-Cypress Suite, ein integriertes System zur Erstellung und Veröffentlichung von Dokumenten, ASG-Zena für das End-to-End-Workload-Management und -Prozessautomatisierung und die ASG-TMON Suite für Performance-Management-Lösungen. 2005 hat ASG die strategische Initiative "Unified Management Architecture" (UMA) vorgestellt. ASG-UMA bietet eine nicht invasive Infrastruktur und Umgebung zur Integration innovativer Composite-Lösungen für Produkte von ASG und anderen Anbietern. Dazu Allen: "Den Anstoß zu dieser Entwicklung haben unsere Kunden gegeben. Viele Firmen leiden unter dem Fehlen von Interoperabilitäts-Standards auf dem Softwaremarkt."
Wien ist Osteuropa-Zentrale
Rund 90 Prozent der Global 5000-Firmen sowie Organisationen der öffentlichen Verwaltung an mehr als 7000 Standorten weltweit nutzen Software von ASG, darunter American Express, Coca-Cola, DaimlerChrysler, General Electric, IBM, Lockheed Martin, Merrill Lynch, Procter & Gamble, Sony, Toyota, Verizon oder Wells Fargo.
In Österreich, das dem Konzern auch als Osteuropa-Zentrale dient, hat ASG durch die zahlreichen Übernahmen von Softwareanbietern auch eine Reihe von Kunden geerbt. Durch die Akquisition von LandMark (TMON) wurde ASG Softwarepartner der Kelag, des Innenministeriums, der Basler Versicherung, der Anker Versicherung, Herba, und der Raiffeisen Rechenzentren in Linz, Salzburg und Klagenfurt. Durch die Übernahme von ViaSoft (ASG-Rochade) waren es Wave Solutions/Bank Austria, Allianz Elementar und Raiffeisen Informatik. Mit der Teilübernahme von Platinum ist die Telekom Austria ASG-Kunde geworden (ASG-Zara Bandverwaltung). Mit Chevin (TeVista) kam die Mobilkom Austria ins Boot. In den Nachbarländern zählen zum Beispiel das slowenische Innenministerium, Allianz-Ungarn, die Bank Pekao (Polen), und die Vseobecna Uverova Banka (Slowakei) zu den ASG-Kunden.
Auch für die 3M-Niederlassungen in Österreich und CEE (ASG-Cypress) ist Wien verantwortlich. "Diese Kundenbasis wird seither systematisch betreut und ausgebaut. Besonderer Schwerpunkt ist die Betreuung der Auslandsniederlassungen österreichischer Unternehmen", betont Louis Frömel, Regional Vicepresident Österreich und CEE. "Im Technologiebereich muss man global denken, aber im operativen Bereich lokal", fügt ASG-Boss Allen hinzu.



1/2012
8/2011
7/2011


Dr. Eric Scherer ist Geschäftsführer des anbieterunabhängigen Beratungs- und Marktforschungsunternehmens i2s. Er gilt als einer der führenden ERP-Experten und ist Initiator der ERP-Zufriedenheitsstudie. 