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Netz & Telekom

Sun Microsystems

Drei neue Sonnensysteme in der Server-Galaxis

Mit den neuen "Galaxy"-Servern stockt Sun Microsystems das Portfolio seiner x64-Produkte auf. Das modulare Blade-System "Sun Blade 8000", der Multiplattformserver "Sun Fire X4600" und der Data Server "Sun Fire X4500" sollen auch im Bereich der 64-Bit-Prozessortechnologie höhere Marktsphären erschließen.

Alexander Hackl

Konkret will man mit den neuen AMD-Servern dorthin, wo man mit den Sparc-Servern schon ist: In den Highend-Bereich. "Die neuen Systeme sind eine Abrundung und Erweiterung unseres AMD-Spektrums. Wir wollen den Lowend-, Volume- und Highend-Bereich abdecken", erklärt Sun-Salesmanager Alexander Jenewein die Marschroute. "Die neuen Produkte passen sehr gut zu den Kundenansprüchen im Hinblick auf Konsolidierung und Virtualisierung", so der Datacenter-Spezialist.

Die drei neuen x64-Systeme basieren auf der von Sun-Mitbegründer Andreas von Bechtolsheim entwickelten x64-Multiplattform-Serverarchitektur. Sie sind mit AMD64 Opteron Prozessoren ausgestattet, die sich aufgrund der "Direct Connect Architecture" besonders gut für Multiprozessor-Computer eignen. Dazu Jenewein: "Die Kommunikationsfähigkeit ist bei AMD Teil der Architektur. Bei Intel ist die Northbridge-Architektur ein limitierender Faktor." In Verbindung mit dem Betriebssystem Solaris 10 sollen die Serversysteme neben höherer Performance und Energieeffizienz auch eine einfachere Systemverwaltung gegenüber vergleichbaren Konkurrenzsystemen bringen. Sie zielen vor allem auf den Betrieb von Datacenter-Applikationen, High Performance Computing, Virtualisierung und Web-Tier Anwendungen. Wie die bereits existierenden x64-Server von Sun sind auch die neuen Multiplattform-Systeme für Solaris, Windows und Standard-Linux- Distributionen verfügbar.

Fette Blades

Die modular aufgebaute Sun Blade 8000 Computing-Plattform ist als Highend-Lösung für Rechenzentren konzipiert. Das Chassis nimmt bis zu zehn Vier-Prozessor-Blades (Dual-Core AMD Opteron 885) auf. Auch ein Mischbetrieb mit Sparc-Blades sei möglich, betont Jenewein. Sun verspricht höhere Performance, deutlich mehr Datendurchsatz und Arbeitsspeicher, weniger Stromverbrauch und mehr Investitionsschutz im Vergleich zur Konkurrenz.

"Bei der Erklärung, warum die Blades mit 33,25 Zoll doppelt so hoch wie etwa HP- oder IBM-Produkte sind, folgt Jenewein der Argumentationslinie von Sun-CEO Jonathan Schwartz: "Nicht unsere sind zu groß, sondern die der anderen sind zu klein. Der enorme Zuspruch gibt uns recht." Bei Sun geht man davon aus, dass aufgrund der zu erwartenden Forcierung der Multicore-Technologie größere Blades mit mehr Speicher und umfangreicheren I/O-Optionen gefragt sein werden. Und Jenewein ergänzt: "Ich habe mit den Sun-Blades einen kleineren Verschnitt, kann sie besser auslasten. Als Portfolio-Abrundung nach unten werden im Herbst auch Zwei-Prozessor-basierende Systeme auf den Markt kommen." Das Basisgehäuse ist zum Preis von 4.700 Euro erhältlich. Die Blade-Einschübe kosten ab 13.700 Euro.

Der Kraftlackel

Das zweite neue System ist der Sun Fire X4600 - laut Sun derzeit das einzige Vier-Wege-System, das bis zu 16-Wege in einem vier Höheneinheiten bemessenen Chassis skalieren kann. Je nach Ausstattung sorgen bis zu acht Opteron-Dual-Core-Prozessoren für kräftigen Schub, mit dem auch große und rechenintensive Aufgaben, für die bisher mehrere x86 Server notwendig waren, zu bewältigen sein sollen. Das System soll im Vergleich zu Intel XEON MP-basierten Servern mehr als die doppelte Leistung bringen und sich ferner durch eine besonders hohe Rechendichte auszeichnen.

Das Interesse bei Sun-Partnern und Kunden für den neuen Kraftlackel ist groß. Tokyo Tec hat bereits mehr als 650 Sun Fire X4600 Server als Bestandteil des Supercomputers "Tsubame" im Einsatz, der weltweit an Position sieben der schnellsten High-Performance-Computing-Systeme rangiert. Der x4600 sei, so Jenewein, eine Erweiterung des bestehenden Portfolios - namentlich der letztes Jahr vorgestellten Zwei-Sockel-Modelle Fire x4100 und Fire x4200 - in Richtung Highend.

Der Blitzmerker

Dritter im Bunde der neuen Galaxy-Server ist der als NAS (Network Attached Storage)-Device konzipierte Sun Fire X4500. Er schlägt die Brücke zwischen Server- und Speichertechnologie. Das System bietet die Performance eines 4-Wege-Servers mit Opteron 64-Bit Technologie und gleichzeitig die laut Sun höchste am Markt erhältliche Speicherdichte eines 4 Höheneinheiten bemessenen Storagesystems mit insgesamt 48 S-ATA Festplatten und bis zu 24 Terabyte Speicherkapazität, kombiniert mit sehr hohem Datendurchsatz.

Bandbreitenintensive Anwendungen wie etwa Digital Media Streaming- Applikationen, Lösungen für die digitale Überwachung, Data Warehousing und Business Intelligence sowie High Performance Computing können auf einer einzigen Plattform und zur Hälfte der Kosten gegenüber alternativen Lösungen betrieben werden, verspricht Sun. Die Kosten pro Gigabyte schlagen laut Sun mit zwei US- Dollar zu Buche. "Im Zusammenspiel mit dem Solaris-Filesystem ‚ZFS' gewährleistet das System hohe Performance und gleichzeitig hohe Sicherheit durch Redundanz", erklärt Jenewein.

Die Zweigleisigkeit mit SPARC- und AMD-Prozessoren habe sich bei Sun prinzipiell bewährt. "Unsere Kooperation mit AMD läuft sehr gut. Wir adressieren mit der AMD-Technologie auch kleinere Kunden, die wir noch nicht so adressiert haben. Auch für Grid-Systeme sind die AMD-Produkte gut geeignet. Die Sparc-Technologie richtet sich weiterhin an Enterprise-Kunden mit hohem Datendurchsatz", so Jenewein.

www.sun.at

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Dunja Koelwel

Dunja Koelwel ist freie Journalistin in München. Die studierte Juristin arbeitet für Verlage und Agenturen und betreut vor allem die Themen Internet und Business-Software aus einem strategisch- wirtschaftlichen Blickwinkel. ..mehr..

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