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Netz & Telekom

HP - Next Generation Datacenter

"An HP's Server-Konzept muss sich die Konkurrenz messen"

Wolfgang Egger, bei Hewlett Packard Österreich für das Servergeschäft verantwortlich, erläutert im Monitor-Gespräch die Strategie des "Next Generation Datacenter" und warum HPs neues, superschnelles "c-Class" Blade-Server-System genau ins Konzept passt.

Alexander Hackl

"Wir haben die Strategie des ‚Rechenzentrums der Zukunft' zwischen 2002 und 2003 aus unseren eigenen Erfahrungen und aus Berichten unserer Kunden abgeleitet - und in weiterer Folge die Entwicklung unserer Produkte darauf abgestimmt. Am Ende der Vision soll das voll automatisierte 24-mal-sieben-Rechenzentrum stehen", erläutert Egger die HP-Strategie.

Bei der Kundenanalyse habe sich vor allem gezeigt, dass die Unternehmen unter enormem Kostendruck stünden. "80 Prozent des IT-Budgets werden zur Aufrechterhaltung des Betriebes benötigt, nur 10 bis 15 Prozent werden in Innovation investiert", rechnet Egger vor. Der Schluss, der daraus zu ziehen sei: "Standardisierung und Konsolidierung sind ganz zentrale Punkte. Wir müssen die Handhabung der immer komplexer werdenden Systeme vereinfachen."

HPs Datacenter-Vision

Die Zukunftsstrategie umfasst fünf Kernpunkte:

  • Vorhandene IT-Systeme und -Services effizienter nutzen, lautet der erste Ansatz. Dazu Egger: "Die Frage ist: Wie kann ich aus dem, was ich habe, mehr machen. Ich habe einen Pool an Ressourcen und kenne meinen Spitzenbedarf - zum Beispiel die Rechnungsläufe am Ende des Monats."
  • Management ist der zweite Punkt im Konzept. "Bei der Management Software findet man oft nur Insel-Lösungen - es gibt ein Tool für das Netzwerk, eines für Notebooks und so weiter. Das ergibt keine gute Gesamtlösung. Wenn ich aus den besten am Markt verfügbaren Einzelteilen ein Auto zusammenbaue, dann wird das sicher auch kein gutes Auto. HP hat mit dem ‚Inside Manager' ein frei downloadbares Produkt entwickelt, mit dem ich alle verschiedenen Systeme managen kann. Für alle Hersteller am Markt sind Schnittstellen programmierbar", betont Egger. Die Schnittstellen-Plugins seien dann aber doch teilweise kostenpflichtig, räumt Egger ein.
  • Sicherheit ist der dritte Kernpunkt, den HP in die Bereiche Verfügbarkeit, Compliance und IT-Security gliedert. Was die IT-Sicherheit betrifft, hätten die heute gebräuchlichen reaktiven Systeme ihre Schwächen, glaubt Egger: "Die HP-Labs haben sich deshalb angeschaut, was typischerweise vor einem Ausbruch passiert. Da fangen zum Beispiel Geräte, die das gar nicht sollen, untereinander zu kommunizieren an. ‚Virus Throtteling', der verhaltensbasierende Antivirus-Ansatz von HP, schafft zusätzliche Sicherheit", verspricht Egger.
  • Virtualisierung ist ein ganz zentraler Punkt in HPs Rechenzentrum-Vision. Dazu Egger: "Die herkömmlichen Ansätze sind meistens auf ein homogenes System beschränkt. Mit dem ‚Global Workload Manager' virtualisieren wir über diese Grenzen hinweg. Ziel ist immer, die Systeme optimal auszulasten und Einsparungen zu erzielen. Bei einem unserer Kunden wird zum Beispiel ganz einfach Rechenleistung zwischen Wien und London hin und her transferiert." Das sei die Zukunft der Virtualisierung, denn der große Grid-Hype werde nicht kommen, prophezeit Egger.
  • Automatisierung im größtmöglichen Ausmaß unter dem Schlagwort "Rapid Deploiment" soll schließlich die Betriebskosten zukünftiger Rechenzentren senken, indem zum Beispiel mögliche Engpässe antizipiert werden. Egger bringt das Beispiel eines Mobilfunk-Providers: "Die SLAs schreiben vor, dass die SIM-Karten-Aktivierung innerhalb von sechs Minuten vollzogen sein muss. Das System muss also in der Lage sein, für diese dringenden Aufgaben automatisch Speicher- oder Rechenleistung freizugeben." Bei einem Messestand-Bauer, so ein weiteres Kundenbeispiel, werde die File-Serving- und MS-Exchange-Umgebung in der Nacht kurzerhand zum Video-Rendering-System - ganz automatisch würden die freien Ressourcen umgewidmet.

Neue HP-Blades: Schnell und virtuell

Und HPs Datacenter-Lösungen der Zukunft, so verspricht Egger, seien - weil auf Standards basierend - auch mit den Geräten anderer Hersteller kompatibel. Ans Herz legen möchte er uns aber dann doch eher HP-Produkte.

Diesen Sommer habe es einen zentralen Produktlaunch gegeben, der "das Konzept des Next Generation Datacenters hundertprozentig unterstützt": Auf der International Supercomputer Conference 2006 hat HP die nach eigenen Angaben schnellste am Markt verfügbare Blade-System-Lösung für das High Performance Computing vorgestellt. Die "Midplane"-Verbindung der neuen "c-Class" ermögliche erstmals einen aggregierten Datendurchsatz von fünf Terabyte pro Sekunde. Darüber hinaus werde die Blade Server-Verbindung "4x DDR InfiniBand" unterstützt, die Bandbreiten von bis zu 20 Gigabyte pro Sekunde in beide Richtungen ermöglichen soll.

Damit komme HP den immer höheren Workloads im High Performance Computing entgegen. Das System benötige dabei 30 Prozent weniger Strom und Kühlleistung, ergänzt Egger. "Die Lüftungstechnik, die bei Blades immer ein großes Problem ist, wurde in Zusammenarbeit mit Herstellern von Düsentriebwerken für Modellflugzeuge entwickelt. Ziel war ein möglichst hoher Luftdurchsatz bei möglichst geringem Stromverbrauch. Allein auf die Lüfter, die 25.000 Umdrehungen pro Minute schaffen, haben wir zehn Patente angemeldet", erklärt der Serverspezialist. Auch die einfache Handhabung der Blades sei gewährleistet: "Mit unserer bewährten ‚Virtual Connect Technologie' brauche ich keinen LAN- oder SAN-Spezialisten, um die Blades einzurichten."

HP wartete diesen Sommer auch noch mit einer anderen Neuerung auf, die genau ins Datacenter-Konzept passt: Die Virtualisierungsfähigkeiten des "Virtual Server Environment" (VSE) für HP Integrity Server wurde ausgebaut. Zu den Neuheiten zählt eine Referenz-Architektur für Oracle (RAC) auf der HP-UX 11i-Plattform. Zudem wurde HP Serviceguard weiter in HP Integrity Virtual Machines integriert. Zweck der Übung: Eine einfachere Verwaltung virtualisierter Umgebungen. "An unserem Server-Konzept muss sich die Konkurrenz jetzt messen", ist Egger überzeugt. Und: Jeder zukünftige HP-Launch werde das Konzept des Next Generation Datacenter voll unterstützen.

www.hp.com/at

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Dr. Christine Wahlmüller-Schiller ist freie Autorin und Kommunikationsberaterin, spezialisiert auf die IT- und Telekom-Branche. ..mehr..

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