Andreas Roesler-Schmidt
Dass der Datenberg ständig weiter wächst, überrascht niemanden mehr. Dass mehr Speicher hinzuzufügen für die meisten auf Dauer keine funktionierende Lösung ist ebenso wenig. Umso logischer mutet es auch an, dass Storage-Hersteller immer weniger die Hardware in den Vordergrund stellen, sondern vielmehr ihre Management-Lösungen und Konzepte. Bei Hitachi Data System (HDS) wurde zwar spät auf Virtualisierung gesetzt - seit 2004 mit der Einführung der Universal Storage Platform (USP) ,aber dafür umso konsequenter.
"Eigentlich ist Virtualisierung ja nichts neues", meint Ovum-Analyst Carl Greiner im Rahmen eines von Hitachi veranstalteten Virtualisierungsseminars. "Virtualisierung ist das zu Verfügung stellen logischer Ansichten auf physische Ressourcen. Damit lassen sich physische Ressourcenlimits brechen und die Ressourcennutzung im Unternehmen verbessern", fasst er zusammen. Software wird von Hardware getrennt. "Das Konzept ist bestens etabliert. Eingeführt wurde es am S/360 Mainframe. Es existieren also 30 Jahre Erfahrung mit virtuellem Speicher."
Virtuelle Bänder
Virtualisierung gewinnt für Hitachi auch bei Bändern an Bedeutung. Mit einer Virtual Tape Library (VTL) Lösung erweitert Hitachi ihr Business Continuity-Portfolio durch eine globale Reseller-Vereinbarung mit Diligent Technologies. Die integrierte Lösung aus Diligent Software und Hitachi-Speicher emuliert eine oder mehrere Bandbibliotheken, die für Backup-Anwendungen als "echte" Tape Libraries erscheinen. Ohne etablierte Umgebungen, Prozesse und Regeln ändern zu müssen, können Unternehmen dadurch sofort die Vorteile einer Sicherung auf Festplatte nutzen. Dadurch wird der Datendurchsatz erheblich gesteigert, das erforderliche Zeitfenster für das Backup reduziert, Speicherkapazitäten werden besser ausgeschöpft und die Datensicherheit erhöht. "Diese Lösung bietet einen echten Mehrwert für Unternehmen", sagt John Ryden, Geschäftsführer von Hitachi Data Systems in Österreich und CEE. "Sie eliminiert Datenredundanz, sorgt für 100-prozentige Datenintegrität und verringert den Bedarf an physischer Speicherkapazität um mindestens 25 Prozent."
Die VTL-Lösung soll dem schnellen Wachstum strukturierter und unstrukturierter Daten Rechnung tragen und sicherstellen, dass nur Daten gespeichert werden, die nicht bereits im Backup-System existieren. Dazu nutzt HDS die ProtecTIER-VT Appliance-Lösung mit der "HyperFactor-Filter"-Technologie des US-Softwareherstellers Diligent. Die Lösung ist sowohl in Mainframe- als auch in Open Systems-Umgebungen einsetzbar.
Ziel ist es die Vorteile beider Welten unter einen Hut zu bringen: Während für die langfristige Aufbewahrung von Daten heutzutage immer noch mehrheitlich bandbasierte Konzepte eingesetzt werden, wechseln Organisationen für Backup and Recovery-Prozesse zunehmend auf plattenbasierte Lösungen. Die besonderen Vorteile liegen in der höheren Zuverlässigkeit und Systemleistung, kürzeren Backup-Fenstern für Sicherungsprozesse sowie der schnelleren Wiederherstellung von Daten nach einem Ausfall.
Nur Prophylaxe?
Über Absatz hat HDS nicht zu klagen. Kunden kaufen durchaus Hitachis Universal Storage Platform (USP) Produkte. Obwohl man vermuten würde, dass die Virtualisierung eine der wichtigsten Kaufkriterien dafür ist, setzen aber bisher in der Praxis noch relativ wenige darauf: Von den weltweit 3000 installierten USP-Systemen werden erst 30-40 Prozent zur Virtualisierung eingesetzt. "Die Firmen wollen aber bereits dafür gerüstet sein", vermutet HDS Deutschland-Chef Richard Evans und erwartet einen Anstieg. Von 150 in Deutschland installierten USPs seien derzeit 50 USPs bei 20 Kunden mit der Virtualisierungsfunktionalität implementiert oder gerade dabei zu implementiert zu werden. "Es besteht sicher noch großer Aufklärungsbedarf", meint Evans.




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8/2011
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Mag. Dominik Troger gehört seit 1992 zum MONITOR-Team. Er begann als News-Redakteur und betreute viele Jahre die MONITOR Weiterbildungsbeilage "Job Training". Seit dem Jahre 2000 war er als Chef vom Dienst tätig, mit Dezember 2009 übernahm er die Chefredaktion. 