Sie wird zu Recht gewürdigt. Hedy Lamarr, geboren am 9. November 1941 als Hedwig Kiesler in Wien, war nicht nur gefeierte Hollywood-Schauspielerin der späten 30er und 40er Jahre (Erste Nacktszene der Filmgeschichte 1933), sondern auch technisch interessiert und versiert: 1940 erfand sie gemeinsam mit dem Komponisten George Antheil das sogenannte "Frequency Hopping" bzw. Frequenzsprung-Prinzip - ein auch heute in den Mobilfunknetzen gebräuchliches Verfahren, um die Funkübertragung effizienter zu gestalten. Das Besondere daran: Weder Lamarr noch Antheil hatten eine technische Ausbildung.
Die Wienerin hatte 1933 den Waffenproduzenten Fritz Mandl geheiratet und bekam hier Einblick in die Rüstungsindustrie. So bekam sie auch Kenntnis von der Planung und Produktion von ferngesteuerten Torpedos, die nicht zur Ausführung gelangten, weil sich die Steuerung über Funk als zu anfällig für Störungen erwiesen hatte. Lamarr hatte nun die Idee, das Steuerungssignal dieser Torpedos über mehrere Frequenzen zu verteilen und so vor Störungen durch den Feind zu sichern. Damit war der Grundstein für "Frequency Hopping" gelegt. Das von Lamarr und Antheil 1942 patentierte Verfahren kam erstmals bei der Kuba-Krise zum militärischen Einsatz; im Vietnam-Krieg wurden damit Aufklärungsdronen ferngesteuert; und seit einiger Zeit bildet diese Technologie auch die Grundlage für das militärische Satellitenabwehrsystem der USA (Milstar). Bei GSM-Mobiltelefonen kommt der Lamarr´schen Frequensprung-Technik eine grundlegende Funktion zu - sie verhindert Fading-Effekte und gewährleistet die Abhörsicherheit.
Unterschätzte Frauen
Die Idee, den Hedy-Lamarr-Preis ins Leben zu rufen, war daher naheliegend. Noch dazu, wo seit dem Tod der Filmdiva im Jahr 2000 ein wahrer Hedy-Lamarr-Boom eingesetzt hatte. "Hedy Lamarr wurde zurecht aus der Vergessenheit gerissen", zollte Frauenministerin Maria Rauch-Kallat der Namensgeberin für den neuen Frauenpreis Ehre. Hedy Lamarr wurde damals unterschätzt, sogar von ihrem eigenen Mann, und auch heute passiert es, dass Frauen nach wie vor oft unterschätzt werden", so die Ministerin weiter.
Der neue Hedy-Lamarr-Preis soll daher einerseits zeigen, welche Leistungen Frauen in der Nachrichtentechnik in Österreich erbringen. Andererseits soll auch jungen Mädchen damit Mut gemacht werden, eine technische Ausbildung zu wählen. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wird von der mobilkom gestiftet. "Wir wollen damit ein Symbol setzen und würden uns mehr Frauen wünschen", sagte mobilkom-Generaldirektor Boris Nemsic. Bei der mobilkom sind laut Nemsic 96 Akademiker in der Technik tätig, zehn davon sind weiblich.
Glückliche Gewinnerinnen
Erste Preisträgerin des Hedy-Lamarr-Preises (5.000 Euro) ist DI Dr. Ulla Birnbacher, Assistentin am Institut für Kommunikationsnetze und Satellitenkommunikation der TU Graz. Die 33-jährige, die sich bereits während ihres Telematik-Studiums für die Nachrichtenübermittlung interessierte, beschäftigte sich schon in ihrer Diplomarbeit mit unterschiedlichen Technologien für den Breitband-Internetzugang. Ein Thema, das sich fortsetzen sollte. So arbeitete Birnbacher in der Folge in Kooperation mit der Telekom Austria an einem Forschungsprojekt bezüglich Alternativen zum konventionellen Internet-Zugang, um auch Bewohnern in abgelegenen Regionen schnelles Breitband-Internet zu ermöglichen. Die Dissertation mit dem Titel "Mehrfachzugriffsverfahren für Breitbandfunknetze" war eine logische Fortsetzung ihrer Forschungsarbeit. Im Moment ist die sympathische Grazerin und Mutter eines Kleinkinds mit Themen wie VoIP und Videokonferenz über satellitengestützte Netze (teilzeit-)beschäftigt. Neben Forschung und Lehre ist Birnbacher der Technikerinnen-Nachwuchs ein Anliegen: Sie war im AK für Gleichbehandlungsfragen tätig und leitete die Frauensektion. Zusätzlich unterrichtete sie an der Kinderuni in Graz.
Der Hedy-Lamarr-Nachwuchsförderpreis (2.000 Euro) ging an DI Simone Winkler, 24, die ihr Mechatronik-Studium in nur neun Semestern absolvierte und für ihre Diplomarbeit bereits mehrfach ausgezeichnet wurde. Sie beschäftigte sich dabei mit einem speziellen Radarsystem, das dazu dient, verschiedenartigste Objekte in großer Zahl, wie z.B. Waren im Kaufhaus oder Patienten im Spital, zu erkennen. Die Oberösterreicherin befindet sich zur Zeit in Kanada, wo sie an der angesehenen "Ecole Polytechnique" in Montreal ein Stipendium für die Arbeit an ihrer Dissertation bekam.
Nähere Info: www.maedchen-koennen-mehr.at





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bekannt durch zahlreiche Veröffentlichungen, war nach dem Studium der Wirtschafts- wissenschaften, Organisation und Informatik zunächst mehrere Jahre als Gruppen- und Projektleiter an einem Institut für angewandte Informatik beschäftigt. Heute ist er in vielfältiger Form als freiberuflicher Management- und Organisationsberater sowie in der Weiterbildung tätig. Schwerpunktmäßig geht es dabei um die Einführung, Entwicklung und Beratung für den praxisgerechten Computereinsatz. 