Wenn in Vorstandsetagen von IT die Rede ist, dann haben technische Fachsimpeleien über Bits & Bytes meist Pause. Denn dann geht es beinhart um Einsparungspotenziale, ums Kostendrücken und um Prozesseffizienz. Ein umsichtiger Manager wird dabei eines vorweg im Kopf haben: Um eine gute IT-Struktur zu etablieren, muss vorerst einmal investiert werden. Denn Netzwerke, Unternehmenssoftware und die fachgerechte Implementierung gibt es nicht umsonst, davon lebt ja die gesamte IT-Branche. Und nicht immer daran denken, dass hohe Einmal-Investitionen die Jahresbilanz verunzieren - denn die sieht ja vielleicht wohl deswegen nicht so besonders aus, weil es durchaus noch Sparpotential gibt.
Hier wird ein umsichtiger Manager "die Krot schlucken" und in IT vorinvestieren, um im Laufe der nächsten Jahre die Früchte dieses Handelns zu ernten. Denn funktionierende IT-Prozesse wirken immer kostensparend, wenn sie auf eine Optimierung des Workflows, auf eine Erhöhung der Unternehmensleistung und auf eine Verbesserung der internen und externen Prozesse optimiert sind. "Amortisation" ist also das Zauberwort, und nicht die abrupte Kostensenkung ohne Nachhalt.
Das ist aber ein Problem, das vor allem kleine und mittlere Unternehmen mit IT-Investitionen haben. Viele gehen davon aus, dass ihr bestehendes System, das sie vor vielen Jahren angeschafft haben - und sei es noch so antik - "eh funktioniert". Für Neuerungen ist meist kein Platz, auch wenn die Belegschaft noch so sehr über altersschwache Computer, ein überlastetes Netz und eine simple Software jammert, die den Betrieb heute mehr aufhält als ihn verbessert. IT-Investitionen sind für Chefs von KMU so eher ein Reizwort als ein Management-Tool.
Daher gilt es, mehr echte Überzeugungsarbeit zu leisten. Keine Fachterminologien oder falsche Versprechungen aus Beratermund sind die Lösung, sondern anschauliche Fallbeispiele aus verwandten Branchen, die ein KMU vielleicht überzeugen, mehr mit der IT-Zeit zu gehen. Und - als Entgegenkommen der IT-Industrie - KMU-freundlichere Verrechnungsmodelle für Soft- und Hardware-Leistungen. Auf diese Weise steigen die Chancen, dass ein neuer Kundenstock heranwächst.



1/2012
8/2011
7/2011


Dr. Christine Wahlmüller-Schiller ist freie Autorin und Kommunikationsberaterin, spezialisiert auf die IT- und Telekom-Branche. 