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Hard & Software

Andreas' Techwatch

Canon Pixma MFP830: Vielseitig & bunt

Canons Pixma MFP830 verspricht ein vielseitiges Multifunktionsgerät - auch für kleine Büros. Doch das scheitert an den Grenzen der Tintenstrahltechnik: auch wenn das Gerät gut ist, bleibt es eher dem Consumer-Markt oder dem Home Office vorbehalten.

Andreas Roesler-Schmidt

Canons Pixma MFP830 spielt sicher in der Oberliga der Tintenstrahl-MFPs und wendet sich laut Canon auch an kleine Büros. Das wirft wieder mal die Frage auf, ob ein Tintenstrahldrucker in irgendeinem Büro etwas zu suchen hat, zumal als Multifunktionsgerät, das in so einer Umgebung alle Aufgaben bewältigen müsste. (Rein zusätzliche Drucker für den Fotodruck oder ähnliches sind wieder etwas anderes.)

Grundsätzlich liefert der MFP830 durchaus einiges fürs kleine Büro mit: Farbdrucker, Fax und Scanner in einem Gerät, noch dazu sowohl mit Flachbrett als auch mit ADF (Dokumenteneinzug) für 35 Seiten. Eindeutiges Indiz für den Businesseinsatz: Sowohl der ADF als auch der Drucker können automatisch duplex arbeiten, also beidseitig scannen, kopieren und drucken. In Büros mit mehr als einem PC wird man aber den Netzwerkanschluss vermissen, den andere Hersteller in dieser Geräteklasse bereits bieten.

Die ganz große Stärke des Pixma ist der Fotodruck. Ob vom PC oder vom integrierten Kartenleser, die Fotodruckqualität ist exzellent und überzeugt auch "Selberdruck"-Skeptiker - entsprechendes hochwertiges Fotopapier natürlich vorausgesetzt. Die Idee, das Farbdisplay, das vor allem beim direkten Druck von der Speicherkarte bei der Auswahl hilft, schwenkbar und damit das Gerät für allerlei Aufstellungsorte flexibel zu gestalten, verdient Anerkennung. Schade ist jedoch, dass dieses Display grobpixelig und kontrastarm ist. Wer ganz genau weiß, welches Bild er auswählen will, kann damit arbeiten. Wer jedoch zwischen mehreren ähnlichen Fotos das beste aussuchen möchte, wird um den PC nicht herum kommen. Einzige Alternative ist da noch der Indexprint der gesamten Speicherkarte. Auf dem kann man die gewünschten Fotos ankreuzen und den Index dann einscannen. Die gewünschten Bilder werden dann gedruckt.

Doch wie beim Fotodruck so ist auch beim qualitätsbewussten Dokumentendruck hochwertiges und teures Papier gefragt. Auf Normalpapier sehen für laserdruck-gewöhnte Augen selbst Schwarzweiß-Dokumente nicht sehr scharf aus. Bei Textdokumenten, die farbige Grafiken (also Diagramme etc.) oder gar kleine Fotos enthalten, ist an Normalpapier nicht zu denken. Denn die farbigen Dokumententeile kommen sehr feucht aus dem Drucker - entsprechend leicht zerbeulen sich die Unterlagen beim Trocknen. Das gilt natürlich auch für Farbkopien, womit das Gerät fast schon einer seiner Multifunktionen beraubt wird. Damit scheint mir der berufliche Einsatz ausgeschlossen oder zumindest auf interne Dokumente begrenzt zu sein. Ein mögliches Szenario ist vielleicht noch, dass man für Kunden etc. nur SW-Dokumente in (je nach Umfeld) akzeptabler Qualität braucht, aber selbst gerne Fotos drucken will. Ansonsten würde ich sagen, der Pixma ist ein hervorragender, vielseitiger MFP für den gehobenen Privatanwender, der eben auch ein Fax und einen Scanner haben möchte - oder für das Home Office, wo der Wunsch nach Fotodruck den Zwang zu professionellen Dokumenten aussticht.

www.canon.at

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