Eine Jubelmeldung gleich vorne weg: Österreich ist heuer erstmals zum "Europameister" im E-Government gekürt worden. Damit konnte sich die Alpenrepublik im Rahmen der E-Government-Offensive der Bundesregierung innerhalb von drei Jahren von Rang elf an die Spitze vorarbeiten. Im jährlichen Ranking der EU werden die Online-Services der Verwaltung in ihrer jeweiligen Transaktionsstufe in 28 europäischen Staaten (EU-Mitglieder, Island, Norwegen, Schweiz) miteinander verglichen. Die vier Transaktionsstufen reichen von der reinen Information im Internet über die Möglichkeit Formulare auszudrucken bis zum elektronischen Formular. Die höchste Stufe ist die vollständige elektronische interaktive Abwicklung (E-Signatur, E-Payment, E-Delivery). Lesen Sie mehr dazu auf S. 7.
IT-Struktur muss passen
Im Bereich der Unternehmens-IT zum "Sparmeister" werden zu können, ohne sich erheblichen wirtschaftlichen Schaden einzuhandeln, ist ein besonderes Kunststück. MONITOR-Kolumnist Conrad Gruber warnt denn auch gleich (S. 6): Viele Firmen, vor allem Mittelständler, sind beim Einsparen zu ungeduldig und die Anbieter zu forsch. Ein umsichtiger Manager weiß nämlich: Um eine gute IT-Struktur zu etablieren, muss vorerst einmal investiert werden. Denn funktionierende IT-Prozesse wirken immer kostensparend, wenn sie auf eine Optimierung des Workflows, auf eine Erhöhung der Unternehmensleistung und auf eine Verbesserung der internen und externen Prozesse optimiert sind. "Amortisation" ist also das Zauberwort und nicht die abrupte Kostensenkung ohne Nachhalt.
MONITOR-Autor Ernst Tiemeyer bringt es in seinem Text ab S. 10 auf den Punkt: Da viele IT-Systeme über Jahre gewachsen sind, ist die IT-Anwendungslandschaft äußerst komplex und enthält häufig überdimensionierte Lösungen sowie überflüssige Funktionalitäten. Damit fehlt der Überblick, die Steuerbarkeit der IT geht verloren und durch mangelnde Strategie-Orientierung entstehen Ad-hoc-Fehlentscheidungen. Sein Tipp: Durch die Standardisierung von Hard- und Software lassen sich nicht nur die Administrationskosten senken, sondern auch Änderungen in der IT-Infrastruktur schneller und effizienter durchführen.
"Sparen heißt in der IT nicht mehr, Bares zu sammeln, sondern Grundlagen für schnelle Prozesse und kreative Mitarbeiter zu schaffen. Der Lohn kann großzügige Umwegrentabilität sein: Unternehmen, die sich mühelos den Veränderungen des Marktes anpassen", lautet das Credo von MONITOR-Autorin Alexandra Riegler. In Ihrem Text ab S. 14 führt Sie aus, dass neue Geschäftschancen allein durch Sparsamkeit bei der IT nicht genutzt werden können. Gleichzeitig wird jedoch die Notwendigkeit, dass IT- und Prozesslandschaft ständig auf Effizienz und damit auch auf Kosten hin zu optimieren sind, nicht infrage gestellt.
Besser als die Konkurrenz
Nicht so sehr um das Sparen, als viel mehr um das Optimieren der Gewinne durch die Entwicklung neuer Preismodelle kümmert sich das als Ausgründung der Wirtschaftsuniversität Wien entstandene Unternehmen Prolytic. So wurden etwa die großen Erfolge von tele.ring ("Formel 10") mit Hilfe der Software "ProDeli" des Unternehmens auf den Weg gebracht. Bei der Analyse des Mobilfunkmarktes wurde nämlich klar, dass das größte Interesse der Nutzer darin bestand, kein Grundentgelt für das mobile Telefonieren zahlen zu müssen. Mit ihrem zweiten Produkt "ProDemand" richtet sich das junge Unternehmen vor allem an den Handel, der immer auf der Suche ist, für seine vielen Produkte den jeweils besten Preis zu erzielen. Lesen Sie diese heimische Erfolgsgeschichte ab S. 26.
Zufriedene Kunden
Da Kunden bekanntlich die Basis des wirtschaftlichen Erfolges eines Unternehmens sind, stehen entsprechende CRM-Lösungen (Customer Relationship Management) laut einer aktuellen IDC-Studie bei Österreichs Firmen hoch im Kurs. MONITOR-Autor Alexander Hackl hat sich in die Studie vertieft und mit Anwendern gesprochen. Immerhin 28% der Firmen haben eine entsprechende Lösung im Einsatz, 6% befinden sich in der Implementierungsphase, weitere 17% planen eine Einführung. Nach der Einschätzung von Herbert Dorner, Microsoft CRM-Produktmanager, scheiterten viele Projekte in den 90er
Jahren an mangelnder Mitarbeiterakzeptanz aufgrund komplizierter Bedienbarkeit, redundanten Arbeitsprozessen, fehlenden strategischen Ansätzen, mangelnden Analysefunktionen oder schwacher Datenintegration. "Aus diesen Erfahrungen haben die Unternehmen gelernt und nehmen heute häufig mit präzisierten Problemstellungen und Erwartungshaltungen einen zweiten Anlauf - mit deutlich positiveren Erfahrungen", so Dorner. Bringen auch Sie sich ab S. 38 auf den letzten Stand in Sachen CRM.
Um Ihnen den Sommer mit interessanter Lektüre noch angenehmer zu gestalten, haben sich unsere Autorinnen und Autoren noch an vielen anderen Orten für Sie umgehört. Andreas Roesler-Schmidt war bei der Sapphire (SAP) in Paris (S. 34) und gibt ab S. 42 einen Ausblick auf Microsofts Office 2007. Maren Beaufort ist zur WiMAX World Europe in das Wiener Austria Center gepilgert, um zu sehen, welche Innovationen diese neue Technologie bietet (S. 48). Das MONITOR-Autoren-Ehepaar Ilse und Rudolf Wolf wiederum erstellten einen profunden Überblick über die Grundlagen und Probleme der Virtualisierung (S. 45), einer Technologie, die heute zu immer breiterem Einsatz gelangt.
Freuen Sie sich also einmal mehr auf eine interessante Lektüre! Einen hoffentlich schönen Sommer, wünscht Ihnen Ihr
Rüdiger Maier



1/2012
8/2011
7/2011


Alexander Hackl ist freier Journalist in Wien. Er ist Absolvent des Master- Programms „Qualitätsjournalismus“ an der Donau-Universität Krems und spezialisiert auf Technologiethemen. Seit drei Jahren ist er als Autor für den MONITOR und das Wirtschaftsmagazin FORMAT tätig. Das Hauptaugenmerk in seiner Arbeit liegt auf Informations- technologie im Kontext gesellschaftlich-wirtschaftlicher Zusammenhänge. 