Kai Rühling
Public Displays zeichnen sich durch ihre zahlreichen technischen Features und flexiblen Einsatzmöglichkeiten aus und sie müssen qualitativ hochwertig verarbeitet sein. Besonders auf Flughäfen, an Produktionsstraßen und anderen kritischen Orten müssen diese Profi-Displays über Jahre hinweg einwandfrei funktionieren - oft rund um die Uhr.
Plasma oder LCD?
Technologisch wird zwischen Public Displays mit Plasma-Technologie und solchen mit LCD-Technologie unterschieden. Vorteile der Plasma-Technologie sind der höhere Kontrastwert in dunklen Räumen und eine schnellere Reaktionszeit - dies wirkt sich vor allem bei bewegten Bildern positiv aus. Die Geräte eignen sich deshalb hervorragend für den Einsatz im Home-Entertainment Bereich, da hier zu 95% bewegte Bilder dargestellt werden und das Umgebungslicht frei regelbar ist. Im Außenbereich sind Public Displays mit Plasma-Technologie deshalb nicht zu empfehlen.
Zu den Nachteilen dieser Technik gehört zudem die eingeschränkte Transportfähigkeit: Die Geräte haben ein hohes Gewicht und dürfen nur senkrecht stehend transportiert werden. Hinzu kommen die Gefahr des Einbrenn-Effekts (Burn-In), ein wesentlich höherer Stromverbrauch im Vergleich zu LCD-Displays sowie eine geringere Lebensdauer gemessen in Betriebsstunden. Das in Plasma-Bildschirmen verwendete Phosphor "altert" mit der Zeit, was dazu führt, dass die Farbqualität nachlässt beziehungsweise das Display an Helligkeit verliert.
Die LCD-Technologie hingegen gilt als robuster und zuverlässiger im Dauerbetrieb. Zusätzlich zeichnet sie eine lange Lebensdauer aus. Die Gefahr des unwiderruflichen Burn-In Effekts, wie er bei Plasma-Geräten vorkommt, besteht hier nicht. Auch bezüglich der Auflösung zeigen sich LCD-Displays flexibler, mit ihnen ist ein Full-HD Auflösung von bis zu 1920 x 1080 Bildpunkten möglich, während die handelsüblichen Plasma-Geräte (ab 42 Zoll) bis dato nur eine Auflösung von maximal 1366 x 768 beherrschen. Weiterer Minuspunkt bei Plasma-Displays: die Garantie. Es wird sich schwerlich ein Hersteller finden lassen, der auf seine Geräte eine Gewährleistung von mehr als zwei Jahren gibt - im professionellen Public Display Einsatz ist dies eindeutig zu wenig.
Technische Besonderheiten eines Public Displays
Ein Public Display ist ein Profi-Gerät zur Darstellung von bewegten Bildern sowie auch von statischen Inhalten und ersetzt immer mehr bisherige Display-Technologien oder Werbeformen wie Plakate, Schilder und Aufsteller. Die vielfältigen Anzeigemöglichkeiten und Steuerungsfunktionen dienen dazu, die Inhalte möglichst effektvoll und effektiv zu präsentieren sowie die TCO (Total Cost of Ownership) niedrig zu halten. Schließlich handelt es sich bei einem Public Display um eine (relativ kostspielige) und somit auch langfristige Investition, die sich durch eine lange Laufzeit und eine Minimierung der Fixkosten (Stromkosten, Wartung, etc.) auszeichnen soll.
So sind von den verschiedensten Herstellern Technologien entwickelt worden, die zur Kostenreduzierung sowie zur langen Lebensdauer der Displays beitragen sollen. Im Trend sind auch Lösungen, die einen kompletten PC oder ein Barebone-System in die Display-Rückseite integrieren. Somit entsteht ein völlig autarkes System, das mit Hilfe einer WLAN- oder Ethernet-Schnittstelle im festen Rhythmus mit Videodaten versorgt werden kann und keine externe Quelle wie beispielsweise einen PC oder DVD-Player zur Einspeisung der Inhalte benötigt. Der "Mini-PC" mit integrierter Festplatte und/oder Kartenlesegerät wird mittels einer Einschubvorrichtung in einen Schacht an der Gehäuse-Rückseite des Displays versenkt und kann als freie Einheit ohne Kabelverbindung ohne Einschränkungen im Raum platziert werden.
Das Public Display - kein Consumer LCD-TV
Wozu wird ein Public Display benötigt, wenn ein LCD-TV viel günstiger wäre? Die Frage stellt sich spätestens beim täglichen Einschalten des Gerätes nicht mehr, da ein "normales" LCD-Display schon nach kurzer Zeit den Dienst verweigern würde - zu hart sind im täglichen Dauerbetrieb die Anforderungen an die Geräte. Viele technische Features wurden zudem speziell für Public Displays entwickelt, einige seien hier kurz erwähnt:
- Daisy-Chain Funktion
Mit Hilfe von RS-232C Schnittstellen lassen sich Public Displays seriell verbinden. Wird das erste Gerät in der Reihenschaltung mit seinem RS-232C Eingang mit dem RS-232C Ausgang eines Computers verbunden, so lassen sich beispielsweise Gerätetemperatur oder -status aus der Ferne abfragen. Zusätzlich lassen sich die Einstellungen der Displays aus der Ferne anpassen, wodurch eine Justierung vor Ort überflüssig wird.
- Dynamic Zoom
Diese Funktion konvertiert 4:3 Formate in 16:9. Die Funktion Non-linear-Scaling dehnt ausschließlich die Außenbereiche des Bildschirminhalts. Der Fokus bleibt somit unverändert.
- Gamma Selection
Vier voreingestellte Gamma-Werte ermöglichen eine optimale Darstellung von unterschiedlichen Bildschirminhalten wie etwa Video oder Text.
- Power on Delay & Power Save Function
Power on Delay dient der Sicherung bei großen Belastungen in leistungsschwachen Stromkreisen. Ermöglicht wird dies durch den zeitversetzten Start der einzelnen Public Displays. Die Power Save Function stellt das Public Display automatisch auf "sleep mode", wenn kein Signal- (RGB-) und Videoempfang vorhanden ist.
- TileMartix und TileComp
Hiermit lassen sich ohne weiteres Zubehör Videowände mit einer maximalen Größe von 5x5 Displays bauen. Eine integrierte Splitterfunktion der Displays macht dies möglich.
Weitere Punkte betreffen zum Beispiel eine spezielle Screensaver-Funktion, die den Bildschirminhalt je nach voreingestelltem Zeitintervall in Schritten von zwei Pixeln und in Form einer "8" bewegt. Das angezeigte Bild wird also Pixel für Pixel verschoben, und somit die Belastung für das Panel reduziert. Mit einer Scheduler Function lässt sich das Ein- und Ausschalten des Displays managen, Selbstdiagnosefähigkeiten erhöhen die Servicefreundlichkeit.
CableComp Technologie
Zur Überbrückung langer Wege zur Signalquelle dient die CableComp Technologie. Lange Kabel vom Public Displays zur Signalquelle verschlechtern die Bildqualität erheblich. Gründe dafür sind unter anderem unterschiedlich lange Signallaufzeiten - zum Beispiel kommen die RGB-Signale für ein weißes Pixel nacheinander statt gleichzeitig an.
Mit der von NEC Display Solutions patentierten CableComp Technologie zur Kompensation der Signaldämpfung und -verschiebung wird das Aufstellen eines Public Displays erheblich erleichtert, da eine Strecke von bis 100 Metern ohne Signalverlust überbrückt werden kann.
Anwendungsbeispiele
Der klassische Einsatzort von Public Displays ist immer noch der Flughafen oder der Bahnhof. Hier müssen Informationen minütlich aktualisiert werden und auf schnellsten Weg den Menschen erreichen. Gerade bei großen Installationen, bei denen Hunderte von Geräten in Betrieb sind, gehört eine Diagnose- und Steuerungsfunktion für jedes einzelne Display zur Standardausstattung.
Immer mehr im Kommen sind Public Displays in der Gastronomie sowie im Einzelhandel. Dem Kunden wird die Wartezeit an der Kasse verkürzt, er kann sich über Sonderangebote oder über spezielle Rabattaktionen informieren. Der nächste boomende Markt: Die Vermietung von Werbezeiten über Public Displays - hier kann der Tankstelleninhaber oder der Shop-Betreiber gegen Gebühren Fremdwerbung schalten und sich somit die Investition in die Public Displays refinanzieren lassen.
Eine interessante Rolle spielen Public Displays in der Architektur und im Design: Public Displays ziehen die Aufmerksamkeit auf sich, durch die Geräte lassen sich aufwendige Raumkonzepte, wie beispielsweise in Museen, einfacher umsetzen. Auch Designer und Innenarchitekten haben Public Displays für ihre Zwecke entdeckt und planen die Geräte mittlerweile als festes Stilmittel ein.
40-Zoll LCD für Video-Applikationen
NEC Display Solutions Europe GmbH NEC bietet sein MultiSync LCD4010 40-Zoll Display nun auch mit silbernem Rahmen an.
Der
Monitorhersteller möchte damit noch besser auf die Anforderungen des Marktes
eingehen und erfüllt jetzt auch die Bedürfnisse designorientierten Kunden für
Anwendungen im Bereich Retail, Gastronomie, Hotel-Applikationen oder Konferenzräumen.
Für eine Wiedergabe von AV-Anwendungen im 16:9 Format sorgt die verbesserte
Reaktionszeit von nur 16 ms.
Durch den neu entwickelten DV Mode (Dynamic Visual Mode) wird die Farbdarstellung anhand der Bildinhalte dynamisch optimiert, was vor allem bei Spielen und Videoanwendungen deutlich wird. Darüber hinaus unterstützt die sehr große Bandbreite der Farbtemperatur von 2.600k bis 10.000k auch anspruchsvollste Broadcasting-Applikationen. Zahlreiche Features wie CableComp (Signalkompensation bei Kabeln bis zu 100 Metern) und technologische Innovationen sowie sein anwenderfreundliches Handling machen das Modell für unterschiedlichste Public Display-Installationen interessant.
Der NEC MultiSync LCD 4010 ist in den Farbvarianten Schwarz und Silber zum Preis von 3859.- Euro inkl. MwSt. erhältlich.




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