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Drucker

Fotodrucker

"Picture this": Fotodrucker zum Mitnehmen

Anstelle der Polaroid-Sofortbildkameras von einst gibt es heute die Kombination Digitalkamera und kleiner Fotodrucker für das Format 10 mal 15 cm. Während von den drei Platzhirschen Canon, Epson und Hewlett-Packard jeder tragbare Tintendrucker im Portfolio hat, setzt Canon auch auf Thermosublimationsdruck.

Klaus Lorbeer

Der Fotodruckermarkt gilt üblicherweise als Wachstumsmarkt. Die GfK-Panelzahlen weisen allerdings bloß für eine einzige Untergruppe bei den Fotodruckern ein Wachstum aus. Das aber ist umso beeindruckender. So legten im Quartalsvergleich Q1/2005 zu Q1/2006 im Tintenstrahldrucker-Gesamtmarkt einzig die kleinen Druckformate unter DIN A4 konzipierten Drucker zu - und zwar um 92 Prozent bei den verkauften Stückzahlen. Das reichte, um auch beim Umsatz noch ein Plus von 29 Prozent zu verzeichnen.

Allerdings darf dabei nicht vergessen werden, dass es sich mit vier Prozent Anteil um ein relativ kleines Segment des Tintentdrucker-Gesamtmarkts handelt. Die Fotodrucker gingen im ersten Quartal dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stückzahlenmäßig um 19 Prozent (wertmäßig um 15 Prozent), die "normalen" Tintendrucker um 18 Prozent (wertmäßig um 25 Prozent) zurück. Die bei GfK zuständige Marketing-Managerin Brigitte Liebenberger weist aber darauf hin, dass GfK nicht den gesamten Markt beobachtet, sondern nur den hiesigen Channel-Markt. Die Coverage für den heimischen Tintendrucker-Markt schätzt Liebenberger auf 85 Prozent.

Wer allerdings nur den Markt der Tintenstrahl- und Thermosublimationsfotodrucker beobachtet, bemerkt sofort, dass die kleinen Fotodrucker, im GfK-Jargon als "Small Photo" bezeichnet, klar im Aufwind sind. Bei den Stückzahlen legten die Fotodrucker von 35 Prozent im ersten Quartal 2005 auf 54 Prozent im ersten Quartal dieses Jahres zu. Bezogen auf den Umsatz beträgt das Verhältnis "Small Photo" zu "Photo dedicated" (den Fotodruckern ab DIN A4) jetzt 50 zu 50. Insgesamt wurden in Österreich im letzten Quartal laut GfK 12.512 Fotodrucker verkauft.

Drucktechnik im Vergleich

Die "Großen Drei" bei den kleinen Fotodruckern heißen in Österreich Hewlett-Packard, Epson und Canon. Der Clou dabei: Jeder Hersteller setzt auf eine andere Drucktechnologie, nämlich jene, die auch bei seinen anderen Tintengeräten zum Einsatz kommt: Canon verwendet Bubble Jet, Epson Piezo-Tintendruck und HP thermischen Tintendruck. Einzig Canon hat zudem eine Produktlinie von kleinen Thermosublimationsdruckern eingeführt. Letztlich sind Bubble Jet, Piezo- und thermischer Tintendruck nur Spielarten des Tintenstrahldrucks, womit sich vereinfacht ausgedrückt Tintendrucker und Thermosublimationsdrucker gegenüberstehen. Letztere werden auch von Sony vertrieben, wie etwa die dem Small-Photo-Segment zuordenbaren Geräte PictureStation DPP-FP3 oder der DPP-VS 88, der zusätzlich mit einem eingebauten CD-Brenner aufwartet. Diese Kombination hat auch ihren Preis: Rund 900 Euro muss der Anwender zahlen, wenn er völlig ohne PC Bilder drucken und auf CD brennen will. Weitere Anbieter von Thermosublimationsdruckern sind Dell (Photo Printer 540), Kodak (Kodak Easyshare Druckerstation Serie 3), Sagem (Photo Easy 255), Sanyo (DVP-P1 EX) und Samsung (SPP-2040).

Um herauszufinden, worin die jeweiligen Vorteile von Thermosublimationsverfahren und Tintendruck liegen, hat MONITOR die bei Canon zuständigen Produktmanager befragt - um möglicherweise einseitige Aussagen zu vermeiden, wie sie vielleicht von Mitbewerbern getätigt werden könnten, die nur eine der genannten Technologien im Programm haben.

Thermosublimation

Grundsätzlich handelt es sich bei Thermosublimation um ein Druckverfahren, bei dem durch Heizelemente Farbstoffe von einer Trägerfolie abgelöst und auf Papier übertragen werden. Generell gilt: Während beim Tintendruck die Farben durch das Übereinandersetzen von Farbpunkten zu Papier kommen, entstehen die Farben im Thermosublimationsverfahren durch die Verschmelzung von Farbkomponenten. Dadurch kann auf ein Raster verzichtet werden und es ist keine hohe Druckauflösung notwendig, um Digitalbilder in Fotoqualität zu Papier zu bringen.

Thomas Purkert, Product Business Developer bei Canon Consumer Imaging (CCI), sieht beim Thermosublimationsdruck besonders die fixen Kosten pro Seite als positiv für den Kunden. Purkert: "Das Verbrauchsmaterial - Papier und Folie - ist jeweils als Packung zu 36, 72 oder 108 Stück erhältlich. In einer Packung befindet sich also neben den 36, 72 beziehungsweise 108 Stück Fotopapier auch immer die entsprechend notwendige Menge an Folie. Da man mit einer 36-, 72- beziehungsweise 108-Stück-Packung immer jeweils genau 36, 72 oder 108 Bilder ausdrucken kann, ist für den Konsumenten leicht nachvollziehbar, wie viel ein Ausdruck kostet." Als weiteren Vorteil nennt Purkert die transparente Schutzschicht, die als vierte Folie nach den Farben aufgetragen wird. Diese soll das Bild nicht nur vor Verschmutzung schützen, sondern auch gegen Ausgasen und Ausbleichen (UV-Licht). Abschließend weist Purkert darauf hin, dass die Thermosublimationsdrucker von Canon leichter und kompakter als ihre Bubble-Jet-Brüder sind.

Tintendruck

Die Vorteile des Tintenstrahldrucks sieht Michael Maitz, Product Business Developer bei CCI in der hohen Auflösung, die bis zu 4.800 x 1.200 dpi betragen kann und in der "brillanten, farbstabilen Bildwiedergabe." Überdies betrachtet Maitz Tintendrucker, Tinte und Papier als ein aufeinander abgestimmtes System, das im Falle von Canon mit Chromalife100-Tinten, Druckkopf und Canon-Fotopapier für Farbstabilität und eine Archivierung der Bilder bei Aufbewahrung im Fotoalbum bis zu 100 Jahren sorgen soll.

Dasselbe gilt übrigens auch für HP und Epson, deren Drucker ebenfalls auf spezielle Tinten (bei HP heißen sie Vivera) und das eigene Fotopapier abgestimmt sind. Auch die Lichtechtheit liegt nach Angaben des US-Testlabors Wilhelm Imaging Research (www.wilhelm-research.com), die auch die Haltbarkeit der Ausdrucke für Canon getestet und hochgerechnet haben, für Epson und HP bei rund 100 Jahren.

Um auch bei den Tintendruckern die Druckkosten pro Bild für den Kunden transparent zu machen, gibt es mittlerweile von jedem größeren Druckerhersteller ein aufeinander abgestimmtes Set aus Fotopapier und Druckpatronen, bei dessen Verwendung sich ein bestimmter Preis pro Bild ergeben soll. Bei den meisten Herstellern liegen die Druckkosten bei etwa 29 Cent pro Bild. Die Ausbelichtung eines Bildes vom Fotodienstleister kostet allerdings zwischen 15 und 20 Cent.

Ausstattung und Zubehör

Klein mögen sie ja sein die Drucker, aber für den Gebrauch unterwegs taugen nicht alle. Nicht jeder dieser tragbaren Fotodrucker lässt sich nämlich mit einem Akku auch "on the road" betreiben. Für den Canon Selphy DS810 Bubble-Jet-Drucker (179 Euro) ist beispielsweise kein Akku verfügbar, für den Selphy CP-710 (Thermosublimation, 159 Euro) allerdings schon. Der Epson Picturemate 100 (155 Euro) ist wiederum auf eine Steckdose angewiesen, bei HP gibt es sowohl Geräte mit als auch ohne Akku. Der brandneue HP Photosmart A516 (99 Euro) beispielsweise ist für den Akkubetrieb geeignet. Übrigens: Bei all den genannten Geräten ist der Akku nicht im Lieferumfang enthalten, sondern als zusätzliche Option erhältlich.

Ein Ausstattungsmerkmal, das bei einem Fotodrucker vorhanden sein sollte, ist ein Farbdisplay für die Fotoanzeige (beim Canon Selphy CP-510 (119 Euro) wurde dies allerdings weggelassen). HP wiederum setzt auf Fotolösungen, wo eine HP-Digitalkamera auf den Drucker gesteckt werden kann und das Kameradisplay sodann als Drucker-LCD fungiert. Weitere Features sind Steckplätze für die diversen Speicherkarten der Digitalkamera - je mehr Formfaktoren unterstützt werden, desto besser - und USB-Anschlüsse. (Alle Preise inkl.MwSt.)


Standards für Fotodruck

Exif-Print: Dieser Standard ist geräteunabhängig und wird von so gut wie allen Fotodruckern unterstützt. Dabei handelt es sich um Informationen, die im Exif-Header (Exif steht für Exchangeable Image File) der JPEG- oder TIF-Aufnahmen von Digitalkameras hinterlegt werden. Diese betreffen üblicherweise Kameraeinstellungen wie Blende und Verschlusszeit sowie individuelle Aufnahmemodi. Ein Exif-Print-Drucker versteht diese Infos und verwendet sie, um die Druckqualität der Fotos zu verbessern.

DPOF: Dieses Kürzel steht für Digital Print Order Format. Dabei handelt es sich um einen Direktdruckstandard, der von den Herstellern Canon, Kodak, Fuji und Matsushita festgelegt wurde. Ist DPOF auf der Digitalkamera vorhanden und eingeschaltet, kann damit festgelegt werden, wie oft und in welchem Format ein bestimmtes Bild gedruckt werden kann. In neueren Versionen kann auch ein Indexdruck von bestimmten Bildern sowie die Anzahl der Bilder pro Blatt bestimmt werden. Gibt der Anwender den Druckbefehl, wird automatisch nach den DPOF-Angaben gedruckt.

Pictbridge: Wenn eine Kamera per USB mit dem PC verbunden wurde, sorgten die Hersteller noch bis vor drei Jahren mit speziellen (proprietären) Ansteuerungen für die Kommunikation zwischen Kamera und Computer. Pictbridge regelt die Kommunikation nun per USB und erlaubt die Druckersteuerung vom Bildschirm der Digitalkamera aus. Alle aktuellen Marken-Digitalkameras unterstützen Pictbridge.

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