Alexander Hackl
Die Zahlen des Analysten Gartner sprechen eine deutliche Sprache. Der weltweite "Page Printer"- Markt (Laser, LED, Festtinte) wuchs 2005 um 19 Prozent auf 21,4 Millionen verkaufte Einheiten. Der Verkauf von Schwarzweiß-Systemen stieg um 15 Prozent. Am signifikantesten wuchs aber der Farbbereich mit 44 Prozent. 3,1 Millionen Stück gingen über den Ladentisch, was einem Anteil von 15 Prozent am Gesamtmarkt entspricht. Fast ebenso signifikant wie die Verkaufssteigerung ist aber auch der Preisverfall bei Farblasern. Laut Gartner sank der durchschnittliche Verkaufspreis 2005 um 21 Prozent. "Alle Hersteller fahren momentan die Strategie, die Hardware günstiger herzugeben, um das Geschäft mit Verbrauchsmaterial dahinter zu sichern", weiß Roland Wagner, Laser-Produktmanager bei Hewlett Packard Österreich. Das Supplies-Geschäft macht Schätzungen zufolge 25 bis 30 Prozent des Umsatzes aus.
Laut Gartner sind die Steigerungen in Wachstumsmärkten deutlich höher als in reifen Märkten. Das bestätigen auch die Zahlen der IDC-Analysten. In Westeuropa stiegen die Verkäufe im Farblaser-Bereich um 37 Prozent, im Schwarzweiß-Bereich um 10 Prozent. Aufgrund des Einbruchs bei Farb-Inkjets verzeichnete der Gesamtmarkt allerdings ein Minus von 8 Prozent.
IDC erwartet, dass Farb- und Netzwerktechnologien im Laserbereich auch in den nächsten Jahren die Markttreiber sein werden. Das Gros des Wachstums werde auf das Konto von Desktop-Laserdruckern gehen. Trotzdem werde Schwarzweiß-Laser wegen der niedrigeren Kosten in den nächsten Jahren noch die vorherrschende Technologie bleiben.
Ist Farbe wirklich teuer?
Trotz höherer Anschaffungs- und Verbrauchsmaterialkosten will Wagner das Preisargument nur bedingt gelten lassen. "Der Trend geht eindeutig Richtung Farbe. Entgegen der noch immer verbreiteten Meinung ist Farbe nicht teuer - wenn man sie effizient einsetzt. Schwarzweiß drucken kostet mit einem Farbdrucker genauso viel wie mit einem Schwarzweiß-Drucker. Mit dem Farbdrucker habe ich aber zusätzliche Möglichkeiten. In den neuen HP-Geräten, ab dem Color Laserjet 3000 aufwärts, ist zum Beispiel das Briefkopfdrucken schon in der Firmware integriert. Wenn ich Briefpapier außer Haus drucken lasse, und es ändert sich Adresse, Telefonnummer oder ein anderes Detail, dann kann ich den Lagerbestand wegschmeißen und muss neu drucken lassen. Mit unserer Lösung kann ich aus jeder Applikation flexibel und individuell gleich den richtigen Briefkopf mitdrucken. Das bringt Kosten- und Zeitersparnis und ist ganz besonders für KMU interessant. Ich gehe auch davon aus, dass in eineinhalb Jahren Farbe und Schwarzweiß schon den gleichen Preislevel haben", so der HP-Mann.
Laut Gartner ist HP bei Laserdruckern mit 49 Prozent Marktanteil der unangefochtene Weltmarktführer, gefolgt von Samsung (8,7 Prozent), Lexmark (5,9 Prozent), Brother (5,5 Prozent) und Canon (5,5 Prozent). Nach einem internen, auf IDC-Zahlen beruhenden Ranking hat HP am österreichischen Farblaser-Markt mit 51 Prozent sogar die absolute Mehrheit. Auf Platz zwei liegt Lexmark mit 16 Prozent, an dritter Stelle Samsung mit 7 Prozent.
Angst vor Nachschub-Problemen
Dass sich Firmen nach wie vor viel öfter für einen Schwarzweiß-Drucker entscheiden, erklärt Wagner so: "Viele Firmen fürchten sich vor logistischen Problemen beim Verbrauchsmaterial, weil man ja statt einen plötzlich vier Toner braucht. Vor allem für große Unternehmen, die viele Drucker im Einsatz haben, stellt das heute noch eine Herausforderung dar. Diese Angst müssen wir erst nehmen und versuchen, ihr mit umfassenden Service- und Supply-Verträgen entgegenzuwirken. Der Service wird generell immer wichtiger. Wenn ein Partner glaubt, er kann heute nur von der Marge leben, liegt er falsch. Er muss auch die nötige Dienstleistung dahinter haben."
Mit Produktneuheiten wartet HP im Einstiegsbereich auf, und zwar mit den Color Laserjets 1600, 2600r und 2605. Die CLJ 2605-Serie ersetzt 2550LN und 2550N und bietet PLC und Postskript bei einer Geschwindigkeit von 12(Schwarzweiß)/10 (Farbe) Seiten pro Minute. Neben dem Basismodell sind auch Versionen mit integriertem Netzwerk, automatischem Doppelseiten-Druck, Memorykarten-Slots und erweiterter Papierzufuhr bis 500 Blatt erhältlich.
Konica Minolta feiert
Erwin Marcov, Verkaufsleiter bei Konica Minolta PS, blickt auf eine erfolgreiches Geschäftsjahr zurück, das "alle Erwartungen übertroffen" habe. "Lukrative Großgeschäfte und eine konsequent auf 155 Fachhändler ausgebaute Partnerlandschaft trugen maßgeblich zu einer Umsatzsteigerung von 25 Prozent bei. Der österreichische Markt für hochwertige Laserdrucker gestaltet sich äußerst positiv und wir werden unsere Marktanteile auch in Zukunft kontinuierlich ausbauen. Unser Fokus liegt klar auf dem B2B-Bereich", erklärt Markov, und kündigt auch den weiteren Ausbau des Partnerprogramms an.
Mit dem 2480 MF hat Konica Minolta die magicolor-Serie um einen multifunktionalen Farblaserdrucker mit Kopier-, Scan und Druck-Funktionalität erweitert. Die Fax-Funktion wird durch eine im Lieferumfang enthaltene Software gewährleistet. Der 2480 MF eignet sich mit einer Druckgeschwindigkeit von 20/5 insbesondere für das Home-Office, für Arbeitsgruppen und als Abteilungslösung in kleineren Unternehmen. Optional ist eine externe Netzwerkschnittstelle verfügbar. Mit dem 4Bit-Gerät magicolor 5450 wurde auch ein Netzwerkdrucker der gehobenen Klasse gelauncht. Ausgestattet mit PostScript 3 und
PCL 6 ist er mit SAP-, Citrix Metaframe-, und DOS-Applikationen kompatibel. Mit einer Geschwindigkeit von 25 Seiten in Farbe ist er auch für kleine Produktionsabteilungen geeignet.
Xerox will durchstarten
Xerox möchte heuer nach einem Einbruch im vergangenen Jahr im Farbdruck wieder voll durchstarten. Dazu Produktmanager Gerd Soritz: "Nach einer Umstellung in der Produktpalette, die nicht so reibungslos funktioniert hat, wie wir uns das vorgestellt haben, wollen wir heuer mit Hilfe von Marketing-Aktionen auf acht bis zehn Prozent Marktanteil wachsen."
"Wir haben neben unseren Laser-Geräten auch zwei Produkte mit Festtinten-Technologie, die bei Geschwindigkeit und Kosten mit Laser identisch sind, bei der Qualität teilweise sogar besser, weil sie deutlich brilliantere Bilder bringen." Der Phaser 8500 mit 24 und der Phaser 8550 mit 30 Farbseiten Druckgeschwindigkeit sind Geräte der gehobenen Klasse für Arbeitsgruppen bis 20 Plätze.
Gerade neu gelauncht wird der Phaser 7760, der als Nachfolger des Phaser 7750 vor allem für den professionellen Grafikbereich konzipiert ist. Die Stärken bei Farb-Multifunktionssystemen unterstreicht Xerox mit dem Launch der WorkCentre-Modelle 7228, 7235 und 7245. Die professionellen A3-Drucker/Kopierer mit optionaler Scan-, Fax- und E-Mail-Funktion bieten Druckgeschwindigkeiten bis zu 35 Seiten in Farbe. Die noch leistungsfähigeren Workcentre-Systeme 7755/7765 sind mit Geschwindigkeiten bis zu 50 Seiten in Farbe als große Abteilungsdrucker, für Reprozentren und kleinere Hausdruckereien geeignet.




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8/2011
7/2011


Lothar Lochmaier studierte nach einer Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann Sozial-und Wirtschaftsgeschichte sowie Politikwissenschaft in München, Madrid und Berlin. Heute arbeitet er als freiberuflicher Fach- und Wirtschaftsjournalist für diverse Print- und Online-Medien. Seine Schwerpunkte sind die Bereiche Informationstechnologie, Energiefragen und Managementthemen. 