Computerhardware, sagte einmal ein ernüchterter Geschäftsführer eines in Österreich tätigen Anbieters, sei schon längst zur Commodity verkommen, zum reinen Gebrauchsgegenstand, mit dem sich kaum noch was verdienen ließe. Die harten Preiskämpfe, ach, und die Konkurrenz aus den asiatischen Billigwerkstätten und der immer enger werdende Produktzyklus, was soll man dagegen machen? Margen bei Desktops von nicht einmal mehr zwei Prozent seien zum Heulen, sagte er.
Ja, ja. Das Geschäft ist hart. Der Riese IBM wollte sich das Groschenzählen gar nicht mehr antun und hat sein Notebook-Geschäft freiwillig nach China verkauft. Große Produzenten wie Hewlett Packard und Fujitsu Siemens kommen mit beinharter Outsourcing-Kalkulation bei PC gerade noch auf ihre Kosten, bei den Druckern leben sie meist gar nur mehr vom Zubehör-Geschäft. Notebook-Marktführer Acer tut sich durch standhaftere Preise bei den Portables noch ein bisschen leichter.
Dennoch, aus rein betriebswirtschaftlicher Sicht ist dieser Kampf ungeheuer aufwendig und á la longue für den Westen wohl kaum zu gewinnen. Es braucht mehr Ideen, mehr Kreativität, mehr Lust am Gestalten, ohne dass man gleich den PC oder das Notebook neu erfinden muss.
Während der "Commodity-Produzent" Gericom zum Beispiel fortlaufend schmerzliche Verluste meldet, geht es seinem Spin-Off Chiligreen in Linz wesentlich besser. Die simple Ideen der Abtrünnigen: Ein coole Marke, mehr Farbe in die graue PC-Einheitswelt und Günstig-, aber keine Kampfpreise. Oder Alienware aus Florida, die mit einer unverkennbaren Corporate Identity und der Bekenntnis zu Top-Leistung durchaus stolze Preise verlangen können, die die Kundschaft aber auch akzeptiert. Und nicht zuletzt Steve Jobs, der mit seinen Design-Ideen beim Apple zwar nicht immer, aber doch meistens Erfolg gehabt hat und so ganz nebenbei einen Mythos kreierte.
Wo bleiben also die Marktstrategen, die - statt dauernd das Abwandern der Fertigung in chinesische Industrieparks zu bejammern - die zündenden Ideen haben?



1/2012
8/2011
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Mag. Carl-Markus Piswanger, MAS ist freier Journalist, Projektberater und hauptberuflich IT-Architekt. Er ist ausgebildeter Versicherungskaufmann, studierter Historiker und postgradualer E-Government-Experte. Er war beim ISP Netway, der Österreichischen Post und der Seibersdorf Research beschäftigt und seit 2004 als IT-Architekt im Bundesrechenzentrum. Der Wiener ist glücklich nicht verheiratet und hat einen Sohn. 