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Sparsame Sprinter

Sie sind schnell, genügsam und lautlos und bereit, Hand in Hand mit Festplatten zu arbeiten: Das neue Liebkind der Notebook-Bauer heißt Flash-Speicher. Den Siegeszug soll das flinke Mini-Storage mit Windows Vista antreten.

Alexandra Riegler

Die Boot-Phase eines PCs kann einem schon wie eine kleine Ewigkeit vorkommen, rasante Festplatte hin oder her. Immerhin muss diese genau dann ihre Speicherscheiben auf Touren bringen, und das dauert seine Zeit und kostet einiges an Strom. Bei Notebooks gehen rund zehn bis 15 Prozent des gesamten Energieverbrauchs auf das Konto der Festplatte.

Samsung präsentierte daher nun erstmals zwei Notebooks, die ganz ohne mechanischen Speicher auskommen. In den Modellen "Q1-SSD" und "GZ30-SSD" kümmern sich Flash-basierte Solid State Disks (SSD) um die Speicherangelegenheiten. Der Vorteil: Elektronisch arbeitende Flash-Speicher kommen ohne Boot-Vorgang aus, sie sind jederzeit einsatzbereit. Mangels mechanischer Arbeitsweise arbeiten sie zudem stromsparend und geräuschlos und sind stoßunempfindlich.

Die Modelle von Samsung sollen demnach dreimal so schnell lesen wie herkömmliche Festplattengeräte, beim Schreiben ergibt sich immerhin noch ein Plus von 150 Prozent. Deutlich werden die Geschwindigkeitsvorteile vor allem beim Zugriff auf verteilte Daten, da die mechanische Positionierung des Lesekopfes entfällt.

Allerdings hat auch Flash Storage seine Nachteile: So reichen die Kapazitäten längst nicht an die mechanischer Festplatten heran, auch gilt es bei der Anschaffung tiefer in die Tasche zu greifen. Hinzu kommt eine begrenzte Lebensdauer: Die maximale Anzahl der Speichervorgänge wurde bis vor kurzem mit rund 10.000 angegeben.

Windows Vista als Treiber

Das Beste aus beiden Welten will Festplatten-Hersteller Seagate mit einer Hybrid-Harddisk verbinden. Die am häufigsten genutzten Daten werden bei der "5400 PSD" zusätzlich am 256 MB großen Flash-Modul untergebracht, um so etwa das Booten oder die Rückführung aus dem Schlafmodus direkt vom Festspeicher aus zu ermöglichen. Die reduzierte Festplattennutzung lässt außerdem den Stromverbrauch sinken.

Kräftige Impulse erwarten sich die Speicherbauer schließlich von der Einführung des Betriebssystems Windows Vista, das auf die Zusammenarbeit mit Festspeichern zugeschnitten ist. Und mehr noch: Die Microsoft-Richtlinien für Notebooks, die ein Windows-Vista-Logo tragen dürfen, verlangen ab Juni 2007 sogar dezidiert den Einsatz einer Hybrid-Festplatte. Darüber hinaus soll Vista unter der Bezeichnung "ReadyBoost" die Möglichkeit bieten, auch einen USB-Speicherstick ab einem Fassungsvermögen von 500 MB als Cache zu verwenden.

Während Kritiker ins Treffen führen, dass auf diese Weise lediglich der langsame Systemstart von Vista kompensiert werden soll, dürfte sich für den User der Geschwindigkeitsvorteil auch bei der Nutzung der verschiedenen Applikationen auszahlen.

Systemstart in Sekunden

Der Startzeit für Betriebssystem und Applikationen will auch Chip-Riese Intel mit einer Technologie unter dem Arbeitstitel "Robson" auf den Zahn fühlen. Auf dem hauseigenen Developer Forum im Frühling zeigte man vor versammeltem Publikum einen Windows XP-Start in eindrucksvollen drei Sekunden.

Robson versammelt hinter sich einen eigenen Bereich, der sich um Flash-Speicher in der so genannten NAND-Bauweise kümmert. Diese lässt mehr Schreibvorgänge zu als die etwa bei MP3-Playern eingesetzte NOR-Technologie.

In der übernächsten Generation der mobilen Centrino-Prozessoren soll NAND als Festspeicher zusätzlich zum RAM bereits Standardbaustein sein.

Auch wenn sich Intel über die genaue Arbeitsweise von Robson noch bedeckt hält, dürfte sich das Modul in seinem Flash-Speicher die Reihenfolge der Plattenzugriffe merken. Dem System wird die Festplatte erst wieder übergeben, wenn größere Änderungen anstehen: Energieverbrauch und Geschwindigkeit elegant optimiert.

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