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Hardware

Gib AutoCAD die Sporen

Der ideale CAD-Arbeitsplatz

Es gibt nicht mehr viele technische Büros, die auf CAD - die Erstellung und Bearbeitung technischer Zeichnungen auf dem Computer - noch verzichten können. Dementsprechend wird immer wieder nachgefragt, was man denn bei Anschaffung und Einrichtung von CAD-Arbeitsplätzen beachten sollte:

Hubert Nowotny, gemeinsam mit Dipl.-Ing. Christoph Hatzenberger Gründer und Eigentümer des AutoCAD Training Centers CTR, plaudert aus der Schule und diskutiert Prinzipien und Entscheidungsgrundlagen.

Ein Wort vorab: Es ist nicht möglich, allgemeine, für alle Systeme und Problemstellungen gültige konkrete Empfehlungen zu geben. "Ihr ideales System" wird sich immer nach Ihren speziellen Anforderungen zu richten haben, die aus Ihrer exakten Aufgabenstellung und dem von Ihnen gewählten Softwarepaket resultieren. Trotzdem kann ich Empfehlungen geben und Prinzipien diskutieren, die Ihnen dann bei Ihrer Entscheidung weiterhelfen.

Konkret werde ich mich auf die rund um AutoCAD auftretenden Bedingungen konzentrieren, das ist schließlich welt- und österreichweit das mit Abstand am häufigsten eingesetzte CAD-Programm - und damit ein gutes Beispiel. Andere Produktnamen sind - wiederum als gute Beispiele - nicht zu vermeiden. Ich kann und will hier aber keinesfalls Vollständigkeit anstreben; es gibt also sicher zu jedem meiner Beispiele noch viele andere, unerwähnt gebliebene Produkte, die sich Ihr Interesse genauso verdienen.

Das magische Dreieck und sein Umfeld

Erfolgreicher Computereinsatz hat mit dem optimalen Zusammenspiel von (mindestens) drei Komponenten zu tun: Hardware, Software und Operator. Das Programmpaket soll die gestellten Anforderungen so problemlos und flächendeckend wie möglich bewältigen, die Hardware-Ausrüstung muß optimal zur Software passen, sie unterstützen und keinesfalls bremsen oder behindern, und der Mensch, der das System bedient, soll schließlich einerseits fachlich qualifiziert sein und andererseits die Bedienung des Systems klaglos beherrschen.

Gut ausgebildetes Personal setzt die verwendeten Werkzeuge optimal ein: Wer's kann, erreicht gesetzte Ziele früher, verbraucht nicht unnötig Zeit beim Suchen nach Möglichkeiten oder beim Beschreiten "suboptimaler" Lösungswege. Wer's nicht kann, muß herumprobieren, löst Aufgaben nicht oder nicht gut, beschädigt damit unter Umständen die Reputation der Firma und vergeudet jedenfalls teure Arbeitszeit. Gute Ausbildung ist eine Investition, die sich ausgesprochen schnell bezahlt macht.

Mobiliar und Beleuchtung eines empfehlenswerten CAD-Arbeitsplatzes unterscheiden sich durchaus gravierend von den Randbedingungen, die einem Zeichenbrett gut tun. Wichtig ist ein solider, weit verstellbarer Bürosessel, sehr praktisch und der Erhaltung der Gesundheit dienlich ist auch ein verstellbarer Arbeitstisch, damit Monitor, Tastatur, Maus etc. genau in angenehme Position gebracht werden können und die Belastung von Nackenmuskulatur und Handgelenken minimiert wird. Die Beleuchtung zeigt die krassesten Unterschiede: Auf einen Bildschirmarbeitsplatz sollte nach Möglichkeit nur indirektes, auf keinen Fall zu helles Licht fallen; direkter Lichteinfall auf den Bildschirm ist unbedingt zu vermeiden.

Der Einstieg

Der Kauf eines CAD-Systems ähnelt in vielem dem Kauf einer HiFi-Anlage oder eines guten Fotoapparats: Die meisten Käufer wissen nicht wirklich, worauf genau sie sich einlassen, weil sie nicht allzu viel davon verstehen. Trotzdem fühlt der Käufer sich gerne als Experte - und wird leichte Beute von Feature-geladenen Prospekten und geschickten, wenngleich nicht immer verantwortungsbewußten Verkäufern... Was bleibt, ist - früher oder später -Unzufriedenheit und die Erkenntnis, daß das ausgegebene Geld vielleicht doch hätte besser angelegt werden können.

Die wichtigste Entscheidung beim Kauf Ihrer CAD-Anlage ist wahrscheinlich die Wahl des richtigen Händlers. Ein guter Händler wird Ihnen zuhören, Ihre Bedürfnisse analysieren und sicher auch das eine oder andere Detail dabei kritisch hinterfragen. Dann wird er Ihnen kraft seiner Erfahrung, Kompetenz und Marktübersicht empfehlen, was Sie - unter Berücksichtigung genau Ihrer speziellen Aufgabenstellungen - kaufen sollten. Sie werden das mit ihm diskutieren und letztlich wahrscheinlich kaufen. Sie sollten daher diesen Ihren Gesprächspartner sorgfältig auswählen: Schließlich werden Sie CAD über lange Zeit einsetzen und dabei immer wieder aufs Neue Geräte und Software kaufen müssen. Messen, Road Shows u.ä. sind übrigens gute Gelegenheiten, viele Händler aus einem Themengebiet auf einmal, "unter einem Dach" zu finden und kennenzulernen.

Es macht sich auch bezahlt, nicht ausschließlich nach vordergründigen Preisvorteilen zu entscheiden... John Lennon und Paul McCartney formulieren das sehr treffend in dem Lied "Can't Buy Me Love" (z.B. auf der LP "A Hard Day's Night, EMI LP PCS 3058, England 1964): "I don't care too much for money, for money can't buy me love." Beachten Sie bitte, daß hier die Bedeutung von Geld keineswegs in Abrede gestellt wird; es heißt nicht etwa "I don't care for money", sondern vielmehr "I don't care too much for money", Geld bedeutet mir nicht zu viel, weil mir Geld keine Zuneigung kaufen kann. Beachten Sie bitte weiters, daß Paul McCartney alles andere als arm ist.

Der PC: Marke oder "no-name"?

Der Vorteil des Markengeräts (etwa HP, Siemens oder Compaq) liegt einerseits in der "Sicherheit der großen Marke" - wir erwarten uns hohe Qualität und bei eventuell doch auftretenden Problemen mehr Kulanz - und andererseits darin, daß große Anbieter gerne mit attraktiven Service- und Garantieangeboten punkten. Eine 24-Stunden-vor-Ort-Garantie ist zum Beispiel ein sicher nicht von der Hand zu weisender Vorteil.

Kleinere Anbieter verweisen meist auf günstigeren Preis bei vergleichbarer Leistung. Sie sollten nur hier genauso wie bei den "großen" Anbietern darauf achten, wer Ihnen später bei eventuell im Betrieb auftretenden Problemen weiterhilft. Gibt es den Anbieter dann noch? Kennt man dort das vor einigen Monaten verkaufte PC-Modell noch, oder weiß niemand mehr, was für Komponenten damals verwendet wurden? Was kostet die Technikerstunde?

Ganz billige Angebote sind dem Profi nicht zu empfehlen. Sie sind im Begriff, ein sehr grundlegendes Werkzeug zu kaufen, dessen Ausfall Ihren Betrieb - wenn der PC-Einsatz einmal voll ins Alltagsgeschäft integriert ist - in deutliche Schwierigkeiten bringen kann. Prinzipiell ist aber gegen das "kleine Geschäft um die Ecke" nur wenig zu sagen - wenn Sie einerseits das Gefühl haben, dort kompetent beraten zu werden und andererseits das Vertrauen aufbringen, daß für Service und Wartung Ihres neuen PCs auch in Zukunft gesorgt ist.

Unter den nicht ganz so bekannten Namen finden sich auch Anbieter, die interessante Nischen besetzen. Ein Beispiel dafür sind die "Tornado"-Computer der Wiener Firma CWsoft. Diese PCs setzen - durch Fertigung, Know-how-Einsatz und Verwendung hochwertiger, aufeinander abgestimmter Bauteile - Maßstäbe in den Disziplinen Stabilität und Performance. Dafür sind sie - vordergründig betrachtet - aber sicher nicht billig.

Eine andere Frage ist, ob Sie nicht etwa statt zweier teurerer Qualitäts-PCs lieber drei billigere Geräte kaufen, eins davon sozusagen in Reserve - und die zu erwartenden Ausfälle eben einkalkulieren. Ist Betriebssicherheit für Sie ein Argument? Was schadet es, wenn die CAD-Station einmal für einige Stunden oder Tage ausfällt? Die Entscheidung wird - wie so oft - von Ihren speziellen Zielen und Aufgaben abhängen ...

Das Betriebssystem

Wenn Ihnen diese Entscheidung noch freisteht und Sie mit AutoCAD arbeiten wollen, dann empfehle ich Ihnen heute den Einsatz von Microsoft Windows NT 4.0. AutoCAD ist nur mehr unter Windows '95, Windows '98 und Windows NT 4.0 lauffähig. NT 4.0 ist die professionelle Variante, die sich vor allem durch Stabilität auszeichnet.

Wann immer mir in den letzten Monaten von instabilen AutoCADs, gelegentlichen unerklärbaren Abstürzen und dergleichen berichtet wurde, waren Windows '95 oder '98 im Spiel. Und der Preisunterschied ist bei weitem nicht so groß, daß Sie dafür eventuelle Betriebsstörungen in Kauf nehmen sollten.

Prozessor, Haupt- und Massenspeicher

Autodesk gibt als Hardware-Voraussetzung für die neueste Version, AutoCAD 2000, einen PC auf Basis zumindest eines Intel Pentium-Prozessors mit 133 MHz Taktfrequenz an. Das beruhigt vor allem Besitzer älterer Geräte; neu kann man so etwas kaum mehr kaufen. Aus dem heutigen Angebot sind Sie - immer abhängig davon, was genau Sie zu tun vorhaben - im Regelfall z.B. mit einem Pentium II mit etwa 350 MHz bei einer hervorragenden Budget-Entscheidung. Idealbesetzung (ohne Rücksicht auf das Budget) ist meist das schnellste und modernste gerade erhältliche Gerät (derzeit etwa ein PIII/500) ...

32 MB Hauptspeicher sind - wieder für AutoCAD 2000 - als Minimum gefordert, ab 64 MB werden empfohlen. Bedenken Sie, daß Windows NT alleine schon an die 32 MB braucht, um sich wohlzufühlen (Windows '95 und '98 sind schon mit 16 MB zufrieden). Und mit 128 MB Hauptspeicher sind Sie für viel gerüstet, was Ihnen im AutoCAD- und Office-Leben begegnet: Nach einer Testreihe von Autodesk (für AutoCAD 14) können Sie - wenn neben dem Betriebssystem nur ein Aufruf von AutoCAD läuft - mit 64 MB RAM Zeichnungen (2D, ohne externe Referenzen!) bis zu einer Größe von etwa 12 MB zur Gänze im Hauptspeicher bearbeiten. Mit 128 MB RAM steigern Sie diese Größe auf knapp unter 40MB. Damit sollten Sie doch zunächst das Auslangen finden?

Wenn Sie aber viel mit 3D arbeiten, vielleicht Spezialprogramme (wie etwa den Mechanical Desktop) einsetzen bzw. oft parallel mehrere Programme offen haben, dann sollten Sie über mehr Hauptspeicher - z.B. 256 MB - nachdenken. Es empfiehlt sich auf jeden Fall, einen neu gekauften PC so mit RAM-Bausteinen zu bestücken, daß noch Platz für eventuell erforderliche Hauptspeicher-Nachrüstung bleibt. Man weiß ja nie ...

Bei Festplatten ist heute das allgemeine Leistungsniveau schon sehr hoch, so daß Sie durchaus auch mit der "zweitschnellsten" Platte gut das Auslangen finden. Das SCSI-Interface bietet sehr flexible Anschlußmöglichkeiten für unterschiedliche Geräte, hier ist auch der Anschluß z.B. einer neuen, zusätzlichen Platte rasch geschehen. Aktuelle IDE-Geräte haben bei geschickter Konfiguration gegenüber SCSI-Geräten praktisch keine Performance-Nachteile mehr, kosten aber deutlich weniger. Für eine CAD-Workstation ist also eine geräumige IDE-Festplatte, z.B. eine 10 GB-Platte von IBM, keine schlechte Budget-Entscheidung. Wer mehr Geld ausgeben kann, setzt zwei Laufwerke ein und trennt Programme und Daten bzw. Swap-Bereich, Daten und Temporärdateien.

Das wichtigste Kriterium beim Kauf einer Festplatte für ein CAD-System ist heute die Zuverlässigkeit: Datenverlust durch Festplattendefekt zählt nach wie vor zu den teuersten denkbaren Schäden. Investieren Sie deshalb lieber ein wenig mehr in eine Festplatte aus gutem Haus und überlassen Sie die allzu günstigen Sonderangebote den Menschen, die ein eventueller plötzlicher Plattentod nicht so hart trifft wie Sie. Und kaufen Sie eher ein größeres Modell - Sie werden den Platz noch brauchen, außerdem arbeiten volle Festplatten langsamer als relativ leere. Achten Sie auch darauf, ob Ihre Wunschplatte für den Einsatz in einem Server oder in einer Workstation konzipiert ist: Server-Platten sind nur für relativ wenige Ein-/Ausschaltzyklen gebaut; wer eine solche - teure und gute - Platte in eine Workstation einbaut, die täglich ein- und ausgeschaltet wird, könnte nach einigen Monaten eine unangenehme Überraschung erleben ...

Dazu empfiehlt sich noch die (geringe) Investition in ein Programm zur Defragmentierung Ihrer Platte(n) - alle derzeit gängigen Betriebssysteme neigen dazu, Ihre Dateien mit zunehmender Einsatzdauer in unangenehm viele Stücke aufzuteilen, was den Zugriff deutlich verlangsamt. Abhilfe schafft z.B. der regelmäßige Einsatz von "Diskeeper" von Executive Software.

" ... nichts Besonderes ..."

Es ist generell zu bemerken, daß ein heute gekaufter durchschnittlicher PC sehr wahrscheinlich für CAD-Aufgaben in zwei Dimensionen gut geeignet sein wird. Wenn ein PC das computer game des Juniors ruckfrei bewältigt, dann kann er Datenmengen bewegen, von denen CAD im Normalfall nicht einmal träumt... Ein wenig anders verhält es sich im 3D-Bereich: Hier ist ein für Computerspiele optimierter PC für den CAD-Einsatz ein Kandidat für herbe Enttäuschungen (und umgekehrt): Spiele verwenden nur ein ganz bestimmtes Subset der Open GL-Graphiksprache, während wir bei 3D-CAD und Computeranimation viel mehr benötigen. Und das bedeutet, daß eine für Spiele optimierte Videokarte dem CAD-Anwender bei weitem nicht ausreicht - und andererseits aufwendige Spiele auf einer für 3D-CAD optimierten Station nicht überzeugen ...

Als Prozessor (CPU) für den CAD-Einsatz empfehle ich Ihnen auf jeden Fall ein Modell von Intel. Bei Intel ist die Verarbeitung von floating point Zahlen (Reals, Gleitkommazahlen, ...) nach wie vor mit Abstand am besten gelöst: Und gerade CAD ist ein Aufgabengebiet, in dem besonders viel mit Gleitkommazahlen gerechnet werden muß.

Gerne werden heute schon PCs mit zwei Prozessoren angeboten. Gerade für CAD, so hält sich ein hartnäckiges Gerücht, seien zwei CPUs einfach wie geschaffen. Wahr ist vielmehr, daß z.B. AutoCAD auch in der neuesten Version zwei Prozessoren zwar toleriert, aber nicht in besonderer Weise ausnutzen kann. Jene Vorgänge, die den Benutzer am meisten nerven - wie z.B. das Regenerieren - laufen nach wie vor auf ein und demselben Prozessor ab und können nicht aufgeteilt werden.

In der Praxis sollte man sogar darauf achten, AutoCAD daran zu hindern, immer wieder den Prozessor zu wechseln (und damit Zeit zu verbrauchen statt zu sparen). Während AutoCAD läuft, ist nämlich ein Prozessor damit immer deutlich ausgelastet, wohingegen der andere nichts zu tun hat. Das Betriebssystem bemerkt das, will konstruktiv eingreifen und gibt dem zweiten Prozessor auch etwas zu tun - worauf in Ermangelung einer anderen Aufgabe eben AutoCAD (unter Zeitaufwand) auf den anderen Prozessor transferiert wird. Und das Spiel von vorne beginnen kann ...

Parallelisierbare Aufgaben - die vom Einsatz zweier CPUs in einer Workstation profitieren könnten - sind eben in der Praxis recht selten. Deshalb gibt es derzeit auch nur wenige Programme, die auf Systemen mit zwei Prozessoren merkbar schneller werden. Adobe Photoshop 5 wird dafür gerne als Beispiel angeführt, profitiert allerdings auch nur mäßig von der zweiten CPU. Es ist keinesfalls so, daß Sie einfach eine zweite CPU in den PC stecken und danach alles doppelt so schnell abläuft... Wer sich allerdings mit der Materie beschäftigt und entsprechende Aufgaben hat (z.B. während anderer Arbeit auf derselben Maschine Renderings laufen oder umfangreiche Datenbanken sortieren läßt oder dicke Druckjobs hat), kann - nach sorgfältigem Konfigurieren - durchaus vom Einsatz von zwei CPUs in einer Workstation profitieren. In einem Server sieht das ganz anders aus; hier treten ja sehr wohl parallele Anforderungen auf.

Andere Entwicklungen sind z.B. der MMX-Befehlssatz und immer neue Chip-Designs. AutoCAD 14 und 2000 nutzen den MMX-Befehlssatz nicht direkt; AutoCAD 14 hat allerdings von der verbesserten Architektur der MMX-Prozessoren durchaus profitiert, der Performance-Vorteil bei gleicher Taktfrequenz betrug laut Autodesk ca. 20%. Autodesk arbeitet derzeit auch daran, die Vorzüge des Intel Katmai-Befehlssatzes (Pentium III) nutzbar zu machen; bei Tests zeigte AutoCAD 2000 deutliche Vorteile im Bereich der 3D-Graphik-Verarbeitung.

Sichern und Schützen

Wir haben vorhin den Umstand angesprochen, daß Datenverlust eine sehr schmerzliche Sache ist, wenn ein Betrieb einmal auf das Vorhandensein der genannten Daten vertraut. Das heißt, daß es kaum ein schlimmeres Mißgeschick für z.B. ein Architekturbüro geben wird können, als den Verlust der nur mehr als Computerdateien vorhandenen Pläne - womöglich noch kurz vor Abgabetermin eines Wettbewerbes oder zu Baubeginn eines Großprojekts.

Wer seine Daten nicht sichert, dem kann nicht mehr geholfen werden. Der Aufwand, den Sie treiben müssen, ist im Vergleich zum möglichen Schaden vernachlässigbar gering. Ihre Daten dürfen nicht nur nicht nur ein einziges Mal (auf Ihrer Festplatte) existieren, sondern müssen mindestens noch ein zweites Mal (auf irgend einem anderen Medium) gespeichert sein. Mögliche Medien dafür sind etwa eine zentrale Netzwerk-Platte (dann sind Ihre Daten wenigstens auf zwei getrennten Festplatten) oder auf beschreibbaren CDs, altmodisch, aber besser als gar nicht auf Disketten oder - derzeit state of the art - auf einem Streamerband.

Wer - etwa einmal in der Woche, vielleicht am Freitag - noch eine extra Sicherung laufen läßt und das Band dann z.B. nach Hause mitnimmt, sorgt damit auf extrem kostengünstige Weise auch gegen schlimme Naturkatastrophen vor (z.B. wenn Ihr Büro durch Brand oder Meteoriteneinschlag verwüstet wird - Sie sollten in solchen Fällen allerdings nicht zu nahe am Büro wohnen. Aber dann geben Sie das Band einfach einem Mitarbeiter mit, der ein wenig weiter weg wohnt.) Sagen Sie jetzt nicht, daß Ihnen Ihre Daten auch nichts mehr helfen, wenn das Büro abbrennt. Ein Produktionsbetrieb im Süden Wiens ist einmal abgebrannt und daran pleite gegangen. Nicht am Brandschaden, der war versichert. Aber die Buchhaltung ist mit der Computeranlage verbrannt und so wußte dann niemand mehr Bescheid um Außenstände und offene Forderungen - und daran ist der Betrieb zugrunde gegangen.

Das Restrisiko, das auch nach der Bandsicherung noch besteht, kann über Versicherungen abgedeckt werden. Und die Praxis, daß heute Daten schon gerne auf "selbstgebrannten" CDs weitergegeben werden, hat auch den hoch interessanten Aspekt, daß die Daten dabei gleich gesichert werden. Ich empfehle Ihnen eigentlich beide Investitionen, die in ein (entsprechend dimensioniertes) Streamer-Laufwerk und die in einen CD-Brenner. Und dann müssen Sie nur mehr regelmäßig Gebrauch von Ihren Sicherungseinrichtungen machen. Tun Sie's, unbedingt. In Ihrem ureigensten Interesse.

Der CD-Brenner hat noch einen zusätzlichen Vorteil: Die (notfalls beim Notar hinterlegte) Kopie einer abgeschlossenen CD ist ein sehr gutes Beweismittel, welche Daten wirklich weitergegeben worden sind. Vor einiger Zeit hat es in den USA einen interessanten Streitfall gegeben: Ein Architekturbüro hat ein Kaufhaus geplant und die Pläne in digitaler Form dem Bauherrn übergeben. Dieser soll nun eigenmächtig noch vor Baubeginn Änderungen vorgenommen haben; nach der Fertigstellung wurden jedenfalls einige Details vehement bemängelt - unter anderem endeten Rolltreppen statt in Gängen in Pfeilern. Wer hatte das geplant? Die Architekten behaupteten, die Pläne wären nachträglich geändert worden, der Bauherr schob den Fehler auf die Architekten. Wer seine digitalen Daten auf eine CD brennt, diese abschließt, kopiert, Original und Kopie vor Zeugen vergleicht und die Kopie hinterher sicher hinterlegt, hat um wenig Geld ein überzeugendes Beweismittel geschaffen.

Zum Thema Sicherheit Ihrer Daten gehört auch noch die Diskussion über Virenschutz-Programme. Bekannte Namen sind hier etwa McAfee oder Dr. Solomon's; entscheidend ist hier wie bei der Datensicherung, daß Sie etwas tun. Keine ungeprüften Disketten verwenden, Wächter-Module installieren, Spiele fernhalten und keine Attachments von E-Mails öffnen, deren Absender oder Inhalte Ihnen fremd sind. Dazu regelmäßige Updates der Virenschutz-Software (etwa viermal pro Jahr, auch Viren werden immer wieder verbessert ...). Es ist schon wieder ganz einfach: Es kostet nicht viel und man muß es nur tun. Der Schaden, den Sie sich zufügen können, wenn Sie's nicht tun, ist jedenfalls gewaltig.

Grafikkarte und Monitor

Eine gute Windows-Graphikkarte ist heute nicht mehr teuer. Um den einen oder anderen Tausender bekommen Sie - als ein Beispiel aus einer beeindruckenden Vielfalt - etwa eine für 2D-Anwendungen sehr gut geeignete Matrox Millenium G200 AGP, die mit 8 MB und einer Videobandbreite von 250 MHz Auflösungen von bis zu 1600x1200 Punkten bei true color 75 oder mehr Hz Bildwiederholfrequenz erlaubt. Das ist schon ausnehmend angenehm; vielleicht reduzieren Sie - im Interesse der Bildqualität - z.B. die Farbtiefe, AutoCAD unterstützt beim Zeichnen ohnehin nicht mehr als 256 Farben. Oder Sie arbeiten mit geringerer Auflösung, etwa mit 1280 x 1024 Bildpunkten, dann steht Ihnen - wenn's der Monitor zuläßt - noch viel mehr Bildwiederholfrequenz (und damit Stabilität, Ruhe der Darstellung) zur Verfügung. Und wenn Sie diese Parameter nicht zur Gänze ausreizen, dann wird Ihr Bild schärfer werden - weil das Signal dann mehr Spielraum für steilere Flanken hat (und sich dem Ideal einer Rechteckschwingung besser annähern kann).

Wer vorwiegend in 3D zeichnet, ist mit der Millenium nicht so gut beraten; hier kann etwa eine Diamond Fire GL, nach Möglichkeit auch in der AGP-Ausführung, empfohlen werden.

Mehr als 256 Farben sind dann für Sie interessant, wenn Sie entweder nicht nur AutoCAD anwenden oder mit AutoCAD nicht nur zeichnen, sondern auch visualisieren, rendern. Dann ist eine true color Darstellung (16.7 Millionen Farben) erstrebenswert - und Sie könnten über eine Graphikkarte mit 16 MB Speicher nachdenken. Teurere Karten, die Open GL-Unterstützung anbieten, sind erst ab AutoCAD 2000 eine Überlegung wert - frühere AutoCAD-Versionen unterstützen diesen Graphikstandard noch nicht (Autodesk 3D Studio zieht allerdings schon länger Nutzen aus Open GL).

Der Monitor, heute praktisch immer ein Multifrequenzmodell, sollte auf jeden Fall in den technischen Parametern (z.B. in der Videobandbreite, aber dementsprechend auch in Auflösung, Bildwiederholfrequenz etc.) zur gewählten Karte passen - damit diese ihre guten Eigenschaften auch auf dem Monitor ausspielen kann. Oft gibt es heute gerade bei großen Monitoren zwei oder mehr "fast gleichartige" Modelle - wählen Sie das mit der höheren Videobandbreite, das damit höhere Bildwiederholfrequenzen erzielen kann (und so das stabilere Bild bietet), auch wenn es das teurere Modell ist.

Für CAD verwendet man nach Möglichkeit einen guten, großen Monitor, 19 oder 21 Zoll, auch schon größer, der mit Auflösungen von 1280 x 1024 oder darüber betrieben wird. Betreiben Sie Ihren Monitor nicht mit seiner maximal erreichbaren Auflösung: Bedingt durch die im Monitor eingesetzte Lochmaske gibt es einen Optimalkompromiß zwischen Auflösung und Darstellungsqualität, der gerne als "empfohlene Auflösung" bezeichnet wird - im Regelfall maximal 1024 x 768 bei 17 Zoll und 1280 x 1024 Pixel bei 19 Zoll Bildschirmdiagonale. 1600 x 1200 Pixel machen erst ab 21 Zoll so richtig Spaß.

Wegen des hohen erzielbaren Kontrastes sind Schirme mit Trinitron-Röhren für CAD-Anwendungen sehr beliebt. Aber auch andere Entwicklungen (etwa die Diamondtron-Röhre) oder klassische Bildröhren haben ihre Anhänger. Ich empfehle Ihnen, sich für die Auswahl "Ihres" Bildschirmes ein wenig Zeit zu lassen und sich die verschiedenen Alternativen ausführlich zeigen zu lassen. Dann werden Sie entscheiden können, welches Modell Ihren Augen am besten zusagt - sparen Sie aber hier bitte nicht am falschen Platz: Sie werden oft und lange vor diesem Schirm sitzen und haben nur ein Paar Augen. Allzu billige Schirme machen sich schon bald über "unerklärliche" Kopfschmerzen und ähnliche Symptome bemerkbar ...

Auch LCD-Schirme sind schon im Bereich 1280 x 1024 Pixel zu betreiben und bieten ein sauberes, klares, im Vergleich zu Röhrenbildschirmen unerreicht stabiles Bild. Sie sind damit natürlich eine Überlegung wert, wenngleich Sie zum Preis eines guten, großen, für den CAD-Einsatz tauglichen LCD-Schirms immer noch zwei ausgezeichnete, große, klassische Röhrenbildschirme erhalten.

Im Zusammenhang mit CAD wird auch immer wieder gerne über die ideale Farbe des Bildschirmhintergrundes diskutiert. Ich empfehle schwarz, wenn Sie nur mit AutoCAD arbeiten und vielleicht ein mittleres Grau, wenn Sie oft zu anderen Windows-Anwendungen wechseln. In diesem Fall sollten Sie alle verwendeten Hintergrundfarben aneinander einigermaßen angleichen; Kontraste und allzu krasse Unterschiede strengen Ihre Augen unnötig an. Sie arbeiten auch auf einem Bildschirm mit Lichtfarben und nicht - wie auf "wirklichem" Papier - mit Körperfarben ... und das dreht die Verhältnisse sozusagen um, weiße Linien auf schwarzem Grund wirken auf dem Schirm ähnlich angenehm wie Ihre gewohnten schwarzen Linien auf weißem Papier.

Allzuviel Helligkeit auf dem Bildschirm strengt Ihre Augen an - halten Sie deshalb auch das Umgebungslicht auf mäßigem Niveau. Je weniger heftig sich Ihr Bildschirm gegen Umgebungslicht "wehren" muß, desto weniger hell müssen Sie ihn aufdrehen - und desto weniger belastet das Ganze Ihre Augen. Der ideale CAD-Arbeitsplatz liegt sozusagen ziemlich im Dunkel ... Es ist fast müßig zu sagen, daß Sie Ihren Bildschirm natürlich so aufstellen sollten, daß Sie ihn mit natürlicher Kopfhaltung, ohne Verrenkungen gut sehen können. Ihre Nackenmuskeln, ja Ihre ganze Oberkörpermuskulatur werden es Ihnen danken. Und Ihr Stützapparat wird sich über die Investition in einen guten, über einen weiten Bereich verstellbaren Arbeitssessel freuen.

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MONITOR-Autoren
Christian Henner-Fehr

Christian Henner-Fehr schreibt als freier Autor für den MONITOR und arbeitet als Trainer und Berater in den Bereichen Projektmanagement und Kommunikation. Sein Interesse gilt dem Web 2.0 und den Einsatzmöglichkeiten von Social Media in Organisationen und Unternehmen. ..mehr..

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