Newsfeed abonnieren
Thema: Betriebswrt. Software/ERP

SSA Global - MONITOR im Gespräch mit Peter Prince, SSA Global

Die neue Drei

ERP-Anbieter SSA Global eicht seine Kunden für Wachstum und Effizienz - und lebt dies zwecks Anschaulichkeit gleich vor. Kürzlich noch unter den Einkauffreudigsten der Branche, landete man nun selbst auf einer Shopping-Liste: Heraus kommen soll nach der Übernahme durch Infor die Nummer Drei des ERP-Geschäfts und weiteres Potenzial für Wachstum. MONITOR im Gespräch mit SSA Global EMEA-Chef Peter Prince.

Alexandra Riegler

"Suche deine Akquisitionsziele gewissenhaft aus und integriere sie schnell", formuliert Peter Prince, President EMEA bei SSA Global, Direktiven für erfolgreiches Unternehmensshopping und spricht dabei aus Erfahrung: Die Liste der SSA-Zukäufe der letzten Jahre reichte quer durchs Alphabet von Logistiksoftware-Anbieter Arzoon, über den Human Capital-Spezialisten Boniva, CRM-Bauer Epiphany, das SCM-Unternehmen EXE Technologies bis hin zu Marcam, einer auf Prozessfertigungslösungen ausgerichteten Firma. Im März 2006 schnappte man sich noch die Warehouse Management Systeme von Provia. Einschneidend in der Unternehmensgeschichte war jedoch im Juli 2003 die Übernahme von ERP-Anbieter Baan, die SSA Global mit einem Schlag unter die Großen der Unternehmenssoftware-Branche reihte.

Um erfolgreiche Akquisen nicht verlegen ist auch Jim Schaper, CEO von Infor, deren Namen aus dem Jahr 2004 stammte, als sich das US-Software-Haus Agilisys die saarländische Infor Business Solutions einverleibte. Der ebenfalls auf das produzierende Gewerbe fokussierte Business Software-Anbieter aus Georgia, übernahm unter anderem noch Brain, Daly.Commerce, Geac, Lilly Software und Mapics.

Sein jüngster Deal ist bis dato Schapers kräftigster Stoß nach vorne: Um 1,36 Mrd. $ greift Infor nun nach SSA Global. Herauskommen soll nach Zustimmung von Kartellbehörde und Shareholdern ein Unternehmen, das mit seinen knapp 7.000 Mitarbeitern und 37.000 Kunden einen Jahresertrag von 1,6 Mrd. $ erreicht. Die ERP-Welt hat, wenn auch mit einigem Abstand hinter SAP und Oracle, eine neue Nummer Drei, die gleichzeitig größter Business Software-Entwickler in IBMs iSeries-Umfeld ist. 19,50 $ pro Aktie in bar und damit 25 Prozent über dem Durchschnittspreis der letzten 30 Tage ist Infor der Konkurrent wert. Der Abschluss der Übernahme ist für das dritte Quartal anvisiert.

Mike Greenough, CEO von SSA Global zeigte sich im ersten webcast nach der Akquisition entzückt: "Angesichts des komplementären und synergetischen Business ist dies für mich eine phänomenale Kombination". Ähnlichkeiten der beiden Unternehmen bestehen in vielerlei Hinsicht. Hinter beiden stehen Financiers, die die zuletzt ausgiebigen Einkaufstrips souverän unterstützten. SSA Global verlässt sich auf Cerberus Capital Management und General Atlantic Partners, hinter Infor stehen die Private Equity-Firmen Golden Gate Capital und Summit Partners.

Neben einem zuträglichen Fit des Portfolios, das SSA im Bereich größerer Unternehmen des produzierenden Bereichs abdeckt, während Infor etwas mittelständischer ausgerichtet ist, weisen beide einen beachtlichen Kundenstock im Bereich iSeries auf. Dennoch identifiziert Schaper die Umsatztreiber anderswo: "Wachstumsmotoren sind eher die Java-basierenden und .Net-Bereiche."

Die Extra-Meile

Den Unterschied zwischer der eigenen Leistung und jener der Konkurrenz sollte bei SSA Global stets ein entscheidendes Stückchen Mehr an Anstrengung liefern: "Die Investments unserer Kunden sind durch die so genannte ‚never sunset'-Politik geschützt, die den Benutzern aller Lösungen und Release-Stände die Sicherheit gibt, auf ihr System und den dazu gehörigen Support so lange zählen zu können wie sie es für sinnvoll erachten", hebt EMEA-Manager Prince ein entscheidendes Merkmal der Strategie hervor.

Langfristigen Investmentschutz bieten zwar auch andere, die gelebte Bis-ans-Ende-aller-Tage-Version hinterlässt jedoch Eindruck und Vertrauen - vor allem im industriellen Bereich. "Die durchschnittliche Lebensdauer eines ERP-Systems liegt bei 15 bis 18 Jahren", zitiert Prince eine Studie. Besonders bewahrheite sich dies im produzierenden Segment. Um in einem solchen Markt zu bestehen, ist es unerlässlich, seinen zeitlichen Rahmen zu respektieren: Die Migration auf eine neuere Version wird wie indes allerorts üblich als attraktive Alternative, nicht jedoch als Muss präsentiert.

Weil es naturgemäß aber jene Release-Wechsel sind, die kräftig Geld in die Kassen spülen, gilt es den Kunden auf den Geschmack zu bringen. Daher soll das so genannte Framework for Excellence (FFE), ein Modell, das Prozessoptimierungen im Trockendock ermöglicht, eine Vorstellung von all jenen Möglichkeiten geben, die im Bereich prozesslicher Veränderungen warten. "Ich glaube, dass das FFE uns und unseren Kunden erlaubt, einen verstärkt strategischen Blick auf das Geschäft und seine Wachstumspotenziale zu werfen", so Prince.

Beim Kunden als Nummer Drei der Branche vorzusprechen, schadet dabei nicht. CEO Greenough malt daher die Zukunft bereits in bunten Farben: "Wenn wir bisher jede Akquisition als Teil eines Mosaiks sahen, so ist das Mosaik nun ein kristallklares, hochauflösendes Bild, das in großartigen Details gearbeitetes ist."

http://regional.ssaglobal.com/mycountry/centraleurope/

 

weitersagen: drucken
ERP - Enterprise Resource Planning

(ERP, „Planung [des Einsatzes/der Verwendung] der Unternehmensressourcen“) bezeichnet die unternehmerische Aufgabe, die in einem Unternehmen vorhandenen Ressourcen (Kapital, Betriebsmittel oder Personal) möglichst effizient für den betrieblichen Ablauf einzusetzen.

maximize
Termine

18. Juni - 22. Juni

In ganz Österreich

SAP Mittelstandstage

Print-Archiv
Folgen Sie uns
Leser empfehlen
MONITOR-Newsletter

Abonnieren Sie unseren Newsletter!

E-Mail:
Die von Ihnen angegebene E-Mail Adresse wird von MONITOR Online weder an Dritte weitergegeben noch zu anderen Zwecken verwendet.
MONITOR-Autoren
Alexander Hackl

Alexander Hackl ist freier Journalist in Wien. Er ist Absolvent des Master- Programms „Qualitätsjournalismus“ an der Donau-Universität Krems und spezialisiert auf Technologiethemen. Seit drei Jahren ist er als Autor für den MONITOR und das Wirtschaftsmagazin FORMAT tätig. Das Hauptaugenmerk in seiner Arbeit liegt auf Informations- technologie im Kontext gesellschaftlich-wirtschaftlicher Zusammenhänge. ..mehr..

Die neuesten Artikel:

© Copyright 1983-2012 by MONITOR / Bohmann Druck und Verlag Gesellschaft m.b.H. & Co. KG (www.bohmann.at)

Add to Google  | Abo | Themenvorschau | Mediadaten | Inserate buchen | Kontakt | Impressum