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Thema: Betriebswrt. Software/ERP

ERP-Group

IFS - Das unbekannte Wesen am heimischen ERP-Markt

Wilfried Kreuzbauer hat eine Mission. Der Marketing-Chef des Salzburger IT-Consulters "ERP-Group" will die weltweit verbreiteten Unternehmenssoftware-Lösungen von IFS auch auf dem österreichischen ERP-Markt etablieren. Das Unterfangen ist kein leichtes, denn es gibt noch keine Anwender.

Alexander Hackl

Der IT-Analyst Gartner nannte IFS "das best gehütete Geheimnis am ERP-Markt". International gesehen stimmt das nur mehr bedingt. Die schwedische Softwareschmiede ist mit 2800 Mitarbeitern und 79 Niederlassungen in 54 Ländern auf allen Kontinenten vertreten. Bei 2200 Kunden gibt es insgesamt 525.000 Anwender. In den skandinavischen Staaten ist IFS Platzhirsch - noch vor SAP.

"Je weiter man nach Süden kommt, umso geringer ist die Verbreitung. Und in Österreich kennt IFS niemand mehr", veranschaulicht Kreuzbauer die Herausforderung, der sich die ERP-Group zu stellen hat. Das Drei-Mann-Unternehmen ist seit einem Jahr exklusiver Vertriebspartner in Österreich. Mit einer Marketing-Offensive werden den heimischen Firmen die Vorzüge der IFS-Lösungen schmackhaft gemacht.

Schneller ROI der Komponenten

"IFS Applications sind durchgängig komponentenorientiert und basieren auf SOA (Service-orientierte Architektur, Anm.). Der Kunde führt nach und nach genau die Komponenten ein, die er wirklich benötigt", beschreibt Kreuzbauer die Step-by-Step-Philosophie von IFS. "Jede Komponente für sich produziert sofort einen Return on Investment. Ich erfahre nicht erst nach zwei Jahren, ob sich das Ganze gelohnt hat. Die Einführungsphase ist lange nicht so schmerzhaft wie bei den deutschen drei Buchstaben", betont Kreuzbauer mit einem Seitenhieb auf SAP.

Die branchenspezifischen Lösungen sind optimiert für ERP, Enterprise Asset Management und MRO (Maintain, Repair and Overhaul). IFS Applications 7 bietet integriertes Lifecycle Management für Anlagen, Produkte und Services. Die funktionsübergreifenden Komponenten beinhalten BPM, CRM, Qualitätsmanagement, DMS, SCM, Projektmanagement und einen Business Modeler. IFS Foundation1 dient als Entwicklungsbasis und technische Plattform. Sie basiert auf offenen Standards wie UML, SQL, XML, J2EE und .Net. Die Middleware fußt auf einer Oracle-Datenbank. Dort liegt auch ein Großteil der Business-Logik, auf die die SOA-Service-Konnektoren zugreifen.

Die Kunden von IFS sind in den Bereichen Luftfahrt & Verteidigung, Automobilindustrie, Bauwesen & Gebäudemanagement, Hightech, industrielle Fertigung, Prozessindustrie, Telekommunikation und Energieversorgung tätig. Volvo und Scania setzen IFS als Konzernlösung ein. Im deutschsprachigen Markt ist IFS mit 300 Implementierungen vor allem bei mittelständischen Kunden, aber auch mit Teillösungen bei Großkonzernen vertreten. Beispiele: BMW, FEV Motorentechnik, Frenzelit, Franke, Kontron, maxon motors, Samson, Schuberth Helme, Siemens, Standard Metall und Völkl. "Siemens hat IFS Applications bei Wartung und Maintainance für den Hochgeschwindigkeitszug ICE im Einsatz, und BMW steuert damit ein Presswerk", so Kreuzbauer.

Preisgünstige Lösung für den Mittelstand

In Österreich ist Kreuzbauers Zielgruppe vor allem der Mittelstand in der produzierenden Industrie: "IFS rechnet sich ab 50 Usern. Das entspricht etwa einem Maschinenbauer mit 200 Mitarbeitern. Für dieses Segment hat IFS ein speziell preisgünstiges Express-Angebot mit kürzeren Einführungszeiten." Besonders große Chancen sieht Kreuzbauer bei den Autozulieferern: "Im Automotive-Bereich in Deutschland ist IFS schon ein ganz wichtiger Player geworden, vor allem bei Firmen, die direkt mit den großen Autobauern ins Geschäft kommen wollen."

Bis der erste Kunde an Land gezogen ist, gilt es, die Mühen der Ebene zu überstehen. Kreuzbauer: "ERP ist strategisch, die Entscheidungsprozesse sind daher langwierig."

Geld verdient die ERP-Group derzeit mit der Beratung, Schulung und Anpassungsprogrammierung bei Baan-Bestandskunden. "Wir verfügen über mehrere tausend Manntage Erfahrung im Zusammenhang mit BaanIV, BaanERP und SSA LN in Industrie-, Gewerbe- und Dienstleistungsunternehmen", so Kreuzbauer.

www.erp-group.at

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ERP - Enterprise Resource Planning

(ERP, „Planung [des Einsatzes/der Verwendung] der Unternehmensressourcen“) bezeichnet die unternehmerische Aufgabe, die in einem Unternehmen vorhandenen Ressourcen (Kapital, Betriebsmittel oder Personal) möglichst effizient für den betrieblichen Ablauf einzusetzen.

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Dr. Christine Wahlmüller

Dr. Christine Wahlmüller-Schiller ist freie Autorin und Kommunikationsberaterin, spezialisiert auf die IT- und Telekom-Branche. ..mehr..

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