Erich Bonnert
Noch vor wenigen Jahren wurden Sicherheitslösungen - etwa Virenscanner oder Netzüberwachungs-Tools - meist als Software ausgeliefert. Inzwischen sind laut Marktforscher IDC die Mehrzahl der verkauften Produkte dedizierte Security-Rechner. Trotzdem werden die Beschwerden aus den IT-Abteilungen eher lauter.
Matt Barrie, der Chef von Sensory Networks aus Palo Alto, hört dies mit Vergnügen. Sein Startup will genau diesen Pferdefuß der Security beheben und Appliances um bis zu 50-mal beschleunigen. Die kleine Chipschmiede in Kalifornien hat einen anwendungsspezifischen Baustein (ASIC) entwickelt, der als Co-Prozessor einfach in bisherige Security-Appliances eingesetzt wird, und die CPU von aufwendigen Filter- und Vergleichsroutinen entlastet.
Ähnlich wie Grafikkarten seit Anfang der 90er Jahre nach und nach dem PC-Prozessor die Verarbeitung von Bildern und Videos abnahmen, wird dieser Co-Prozessor bald alle Sicherheitsaufgaben erledigen, glaubt Barrie. Dabei ist er durch seine Spezialisierung um ein Vielfaches schneller und kann per Firmware-Update stets auf dem neuesten Stand der Bedrohungsszenarien gehalten werden. Typische Security-Lösungen werden mit dem Sicherheits-Prozessor zwischen 10 und 50 mal schneller, behauptet Barrie. Virenspezialisten wie McAfee und Kaspersky gehören bereits zu den Kunden der jungen Firma. Aber Barrie hat noch größere Ziele: Da sich die fest verdrahteten Filteralgorithmen auch gut als Express-Suchmaschine eignen würden, steht er derzeit mit Google in Verhandlung. Google vertreibt bereits eigene Such-Appliances an Firmenkunden und würde dieses Segment gerne ausbauen. Investoren sind jedenfalls auf den Senkrechtstarter schon aufmerksam geworden. ASIC-Hersteller Xilinx ist ebenso beteiligt wie Ericsson und die Deutsche Bank.




1/2012
8/2011
7/2011


Dunja Koelwel ist freie Journalistin in München. Die studierte Juristin arbeitet für Verlage und Agenturen und betreut vor allem die Themen Internet und Business-Software aus einem strategisch- wirtschaftlichen Blickwinkel. 