Ilse u. Rudolf Wolf
Prominentestes Beispiel dafür ist "Tabbed Browsing", bei dem man mehrere Web-Seiten in einem Browser-Fenster geöffnet hat und über Tabs (Registerkarten) zwischen ihnen wechselt. Eingeführt hat die Technik schon vor vielen Jahren Opera. Firefox zog etwas später nach. Der Internet Explorer 7, der derzeit als Beta vorliegt, hat die Funktion nun auch.
Opera wiederum hat auf den Firefox reagiert, indem der Opera-Browser jetzt werbefrei ist und in der Version 9 um neue Funktionen erweitert wird. Dadurch kommen wieder die Firefox-Entwickler in Zugzwang und arbeiten unter dem Codenamen "Bon Echo" an Version 2.0.
Offenbar vom Erfolg des Firefox angetrieben, musste sich Microsoft dazu durchringen den Internet Explorer zur Version 7 weiterzuentwickeln. Doch diese kopiert im Wesentlichen nur das, was bei den alternativen Browsern gut funktioniert hat. Davon profitieren all jene, die (wie zum Beispiel am Arbeitsplatz) keinen anderen Browser installieren dürfen.
Aktuell bei Redaktionsschluss:
Firefox 1.5.0.3
Der Shootingstar der neuen Browser-Generation ist derzeit eindeutig der Firefox. Dieser ist ein reiner Browser ohne integriertes E-Mail-Programm, Adressbuch oder HTML-Editor. Allerdings gibt es das ebenfalls freie E-Mail-Programm Mozilla-Thunderbird das parallel zu Firefox weiterentwickelt wurde und mit Firefox zusammenarbeitet.
Firefox verwendet die "Gecko Rendering Engine". Das ist ein Modul zur Darstellung von HTML-Seiten und die XML-basierte Beschreibungssprache XUL zur Gestaltung der grafischen Benutzeroberfläche.
Implementiert ist "Tabbed Browsing", worunter man die Darstellung von mehreren, jeweils mit Tabs (Registerkarten) versehenen Webseiten innerhalb eines einzelnen Anwendungsfensters, versteht.
Die RSS-Unterstützung ist raffiniert gelöst: Ein abonnierter RSS-Feed wird wie ein Lesezeichen-Ordner behandelt. Sobald er geöffnet wird, erscheinen die dynamisch erzeugten Schlagzeilen als Lesezeichen, über die per Klick die kompletten Meldungen aufgefrufen werden.
Der integrierte Popup-Blocker blockiert ungewollte Popups und Hintergrundwerbung. Spionage-Software, Würmer und Viren werden wirkungsvoll ausgesperrt. Ferner können mit einem einzigen Klick sämtliche persönliche Daten, wie Chronik, Cookies, Formulareinträge und Passwörter gelöscht werden.
Eine wesentliche Eigenschaft
von Firefox ist die Möglichkeit, ihn durch Motive (Themes) optisch an den Geschmack
des Anwenders anzupassen sowie ihn mit Erweiterungen (Extensions) um nahezu
beliebige Funktionen aufzuwerten. Unter http://addons.mozilla.org
stehen unzählige kostenlose Extensions zum Download bereit.
http://www.mozilla-europe.org/de/products/firefox/
SeaMonkey 1.0.1 - Der Nachfolger der Mozilla-Suite
SeaMonkey (www.mozilla.org/projects/seamonkey) besteht wie die Mozilla-Suite aus mehreren Programmkomponenten. Enthalten sind ein Webbrowser, ein E-Mail-Programm sowie ein WYSIWYG-HTML- Editor und der IRC-Client ChatZilla. Für Webentwickler gibt es zudem einen DOM-Inspector und einen JavaScript-Debugger. Der SeaMonkey-Code basiert auf der letzten Mozilla-Suite, wobei die Entwickler auch Funktionen aus Firefox 1.5 oder Thunderbird 1.5 integrierten. SeaMonkey ist für Windows, MacOS X und Linux zu haben. Die Browser-Engine kann Webseiten ähnlích wie Firefox sehr schnell darstellen. Auch CSS, Java und die Erweiterbarkeit durch Browser-Plug-ins stellen kein Problem dar. Einzelne JavaScript-Funktionen, die häufiger von Werbeseiten genutzt werden, können gesperrt werden.
Details zum Funktionsumfang: Tabbed-Browsing, PopUp-Blocker, Grafik-Manager (ermöglicht es Grafiken abzuweisen, um z.B. unerwünschtes Bildmaterial zu blockieren oder das Darstellen von Webseiten zu beschleunigen), Spam-Filter. Mozilla Mail bietet zudem für Unternehmen wichtige Funktionen, wie S/MIME, Empfangsbestätigungen, LDAP Unterstützung und digitale Unterschriften. SeaMonkey's HTML-Editor ist ein kompletter WYSIWYG-Editor für die Erstellung von Webseiten.
Opera 9 beta 1
Auch die norwegischen Entwickler haben sich einiges einfallen lassen, um sich von der Konkurrenz abzuheben: Opera 9 wurde in einer ersten öffentlichen Beta-Version veröffentlicht. Neu sind die Unterstützung des P2P-Protokolls BitTorrent, ein Content-Blocker zum Ausschalten bestimmter Teile einer Webseite und ein verbesserter Pop-up-Blocker. Hinzugekommen sind auch so genannte Widgets, kleine Webapplikationen, mit denen sich bestimmte Funktionen und Dienste wie etwa Newsfeeds, Währungsrechner oder Multimediaanwendungen realisieren lassen.
Die Beta-Version ist für
Windows, Solaris SPARC, Mac OS X, Linux und FreeBSD verfügbar. Beta-Tester sollten
aber eine Warnung des Herstellers beachten: Opera 9 nutzt ein neues Speicherformat
für die Accounts. Bei Installation über ein existierendes Profil werden alle
Accounts (nach einer Abfrage) konvertiert. Die gespeicherten und reformatierten
E-Mails können dann aber mit einer älteren Opera-Version nicht mehr gelesen
werden.
http://www.opera.com/lang/de/
IE7.0 beta 2
Ab der Version 7 wird der Internet Explorer nicht mehr "Microsoft Internet Explorer", sondern "Windows Internet Explorer" genannt.
Die Beta 2-Version des Internet Explorer 7 für Windows XP lässt sich auch in deutscher Sprache unter http://www.microsoft.com/germany/ie7 herunterladen. Die Beta-Version enthält alle Funktionen der finalen Software, die im 2. Halbjahr 2006 zur Verfügung stehen wird.
Die siebente Version des Internet Explorer rüstet viele Funktionen nach, die in anderen Browsern längst selbstverständlich sind, wie z.B. Popup-Blocker, Tabbed Browsing und RSS-Feeds (Real Simple Syndication) und verbesserte CSS-Konformität. Ein frei definierbares Suchfeld ist nun in die IE-Toolbar integriert. Es finden sich aber auch echte Neuerungen: Der Internet Explorer 7 enthält einen blacklistbasierten Phishing-Schutz.
Der neue Internet Explorer 7 bietet direkten Zugriff auf ein Favoriten-Center. Per Klick auf das kleine Plus-Zeichen links oben im Browserfenster können Webseiten ganz einfach und schnell der Favoriten-Liste hinzugefügt und die Favoriten verwaltet werden. Besonderheit: Auch die Tabs können als Favoriten-Gruppen abgelegt und als Startseite definiert werden.
Eine weitere Neuerung ist eine Vergrößerungsfunktion für Webseiten mit der eine Seite bis auf 1000 Prozent (oder benutzerdefiniert) zoomen lässt.
Zudem ist der Rechner besser vor Angriffen aus dem Internet geschützt. Der Nutzer hat volle Kontrolle über ActiveX, denn bestimmte Funktionen wie ActiveX-Controls oder JavaScript können eingeschränkt oder ausgeschaltet werden. Verschlüsselte Internet-Verbindungen (SSL) werden mit einer farbigen Einfärbung der URL-Zeile und einer Dialogbox mit Informationen zum Anbieter angezeigt. Zudem steht im Internet Explorer 7 ein neuer Phishing-Filter zur Verfügung, der den Anwender vor Phishing-Webseiten, die Passwörter und persönliche Daten abfangen, warnt.
Zudem lässt sich der gesamte Browserverlauf auf einmal löschen. Dazu gehören unter anderem gespeicherte Cookies, Webformulare und Passwörter sowie die Temporary Internet Files.
Eine ausführliche Liste mit den neuen Funktionen des IE7 gibt es unter http://www.microsoft.com/windows/ie/ie7/featuretable.mspx
Zur Geschichte des Web-Browsers:
Tim Berners-Lee schuf 1990 den ersten Webbrowser unter dem Namen WorldWideWeb auf einer NeXT-Workstation und präsentierte im März 1991 dieses Programm am CERN.
Der Browser NCSA Mosaic erschien 1993. Marc Andreessen, der das Entwicklerteam leitete, gründete kurz danach die Netscape Communications Corporation und brachte seinen Navigator im Oktober 1994 auf den Markt. Auf Grund des Erfolgs des Navigators brachte Microsoft, das bis dahin das Internet vernachlässigt hatte, den Internet Explorer heraus, der nicht selbst entwickelt, sondern von der Firma Spyglass eingekauft worden war.
Weil Microsoft dazu überging, den Internet Explorer eng mit dem eigenen Betriebssystem Microsoft Windows zu verzahnen, ging ab 1998 der Marktanteil von Netscape deutlich zurück. In den folgenden Jahren wurde Microsoft mit einem Marktanteil von über 90 Prozent annähernd zum Monopolisten auf dem Browsermarkt.
Netscape reagierte darauf, indem es sich zu einem Open-Source-Projekt unter dem Namen Mozilla veränderte. Dennoch ging der Marktanteil von Netscape weiter zurück, bis das Unternehmen Ende 1998 von America Online (AOL) aufgekauft wurde. Neue Versionen von Netscape hatten nur bescheidenen Erfolg. Dafür gewann der Mozilla-Browser ab 2002 Marktanteile zurück.
Die Entscheidung der Mozilla-Stiftung, die aus den Netscape-Beständen übernommene Suite in ihre Bestandteile aufzulösen, war ein so großer Erfolg, dass im Herbst 2005 das Ende der 1.7.x-Versionen der Mozilla-Suite angekündigt wurde. Mit Mozilla 1.7.13 folgte dann im April 2006 das vorläufige Ende. Doch unabhängig vom ursprünglichen Mozilla-Team fand sich eine Gruppe von Entwicklern zusammen, um das Erbe der eingeschläferten Suite unter dem Namen "SeaMonkey" fortzuführen.
Als der Browser Opera Ende 1996 in Norwegen das Licht der Öffentlichkeit erblickte, sagte man ihm keine große Zukunft voraus, denn Microsoft stellte mit dem Internet Explorer einen kostenlosen Browser ohne Werbung zur Verfügung. Um sich von der Konkurrenz abzuheben ließen sich die norwegischen Entwickler jedoch einiges einfallen. Opera hat sich seither vor allem in Europa eine Nische gesichert. Seit Version 8.50 beinhaltet Opera keinen Werbebanner mehr. Die Kaufversion wurde damit abgeschafft.




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8/2011
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Mag. Dominik Troger gehört seit 1992 zum MONITOR-Team. Er begann als News-Redakteur und betreute viele Jahre die MONITOR Weiterbildungsbeilage "Job Training". Seit dem Jahre 2000 war er als Chef vom Dienst tätig, mit Dezember 2009 übernahm er die Chefredaktion. 