Mit dem Cinergy Hybrid T USB XS bietet Terratec eine recht einfache und für die Zukunft gerüstete Möglichkeit, einen Laptop (bzw. theoretisch natürlich auch einen Desktop) mit TV-Empfang auszustatten. Das Gerät beherrscht nämlich nicht nur herkömmliches analoge TV-Signale sondern auch DVB-T, ist also für Auslandsreisen bzw. für die bevorstehende Einführung von DVB-T in Österreich gerüstet.
Das Cinergy kommt als kompakter Stick für den USB 2.0 Port. Die Installation der Software geht problemlos vor sich - eingesetzt wird CyberLink PowerCinema, auf das auch andere Hersteller gerne zurückgreifen. Die Bedienung ist einfach, das Design bzw. die Funktionalität ist ähnlich aufgebaut wie Microsofts Media Center. Einziger Unterschied der auffällt: Die Software reagiert sehr träge - und das kann man ihr gar nicht vorwerfen, denn es ist der Cingergy-Stick, der die Rechenleistung selbst eines besser ausgestatteten Notebooks förmlich auffrisst und dabei auch noch verdächtig warm wird. Bis auf Zwangspausen in der Bedienung aber noch vertretbar, sofern man nicht gleichzeitig zum TV-Betrieb auch arbeiten will.
Noch sind die DVB-T-Eigenschaften ja in Österreich nicht relevant, umso schwerwiegender die Schwierigkeiten beim Analogempfang (die in erster Linie an den Schwächen der Analog-Technik liegen). Dem Stick liegt eine DVB-Stabantenne bei, für Analog gibt es nur einen Adapter zum Anschluss an eine Hausantenne. Das scheint mir an der falschen Stelle gespart, denn wo eine Hausantenne ist, ist auch ein echter Fernseher meist nicht weit (etwa im Hotel) und für den interessanteren "mobilen" Empfang wäre unbedingt eine Antenne notwendig. So eignet sich der Cinergy bis zur Digital TV-Einführung am ehesten fürs Kinderzimmer, wo aus Platzgründen TV über den PC laufen soll. Für einen derartigen Dauerbetrieb scheint es aber angesichts der Wärmeentwicklung nicht ausgelegt zu sein. Mit DVB-T wird sich das natürlich erübrigen, die Frage ist also eher, ob man jetzt schon so einen Stick kaufen sollte.
Zum Lieferumfang gehört auch eine Fernbedienung, allerdings sitzt der Empfänger dazu nicht am Stick selbst, sondern an einer "Kabelpeitsche", die auch Videoeingänge zu Verfügung stellt. Hätte der IR-Sensor im Stick selbst Platz gefunden, sähe das Ganze am Tisch eleganter aus. Dass wir noch analog fernsehen, möchte ich dem Stick ja nicht vorwerfen. Man sollte nur nicht damit rechnen, dass mobiler Fernsehempfang ohne DVB-T funktioniert. Wer ohnehin an einen Hausanschluss will, findet damit durchaus eine Lösung.




7/2011
6/2011
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Dunja Koelwel ist freie Journalistin in München. Die studierte Juristin arbeitet für Verlage und Agenturen und betreut vor allem die Themen Internet und Business-Software aus einem strategisch- wirtschaftlichen Blickwinkel. 