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Editorial

Editorial Mai 2006

Gut informiert

Daten und Informationen sind ein wichtiges Kapital jedes Unternehmens. Es gilt jedoch, sie bei Bedarf rasch zu finden und gezielt bearbeiten zu können. Daher widmet sich das "Thema" dieser Ausgabe den verschiedenen Aspekten des Informationsmanagements.

Das MONITOR-Autoren-Ehepaar Ilse und Rudolf Wolf haben sich die Hintergründe des im Zusammenhang mit Informationsverarbeitung in Unternehmen heute gerne verwendeten Schlagworts "ILM" (Information Lifecycle Management) näher angesehen. Der 2003 als Marketing-Slogan geborene Begriff bezeichnet jedenfalls kein Produkt, sondern eine Kombination aus Prozessen und Technologien. Ziel dabei ist es, die richtige Information zur richtigen Zeit am richtigen Ort bei geringsten Kosten zu haben. ILM ist letztlich eine Zusammenfassung von größtenteils altbekannten Konzepten aus dem Bereich Speicher-Management, die nur bisher nicht als Einheit angesehen wurden. Lesen Sie den ganzen Text ab S. 14.

Spezialthemen: E-Mail und elektronische Rechnung

Wer kämpft nicht immer wieder mit der gezielten Speicherung des täglich wachsenden Berges an E-Mails. MONITOR-Autorin Alexandra Riegler hat sich diesen Aspekt der Informationsverarbeitung näher angesehen und gefunden, dass entsprechende Initiativen hierzulande allerdings nur langsam in Schwung kommen. Klar ist aber: Ein zukunfts- und revisionssicheres Lifecycle Management ist letztlich auch für E-Mails unausweichlich. Denn nach wie vor müssen Geschäftsführer damit rechnen, im Fall des Falles für die Archivierung von Geschäftsbriefen rechtlich gerade stehen zu müssen. Dass sich die meisten heimischen Unternehmen dennoch auf die Archivierungsroutinen ihrer Mitarbeiter verlassen und damit Gefahr laufen, potenziell Wichtiges in undurchsichtigen Ordnerstrukturen zu verlieren, scheint daher bestenfalls fahrlässig. Richtlinien zur E-Mail-Archivierung fehlen in vielen Firmen zur Gänze. Bringen Sie sich ab S. 20 auf den letzten Stand des Wissens.

Rechnungen bergen Informationen, die jedes Unternehmen besonders interessieren. Den Umstieg auf die elektronische Rechnung haben allerdings nur wenige in Angriff genommen. Abgehalten haben sie die dazu notwendigen Investitionen und auch das oftmals fehlende Know-how. Mit der e-Rechnung der EBPP GmbH ist vor kurzem ein Produkt auf den Markt gekommen, das über die eigene Mailbox genutzt werden kann. MONITOR-Autor Christian Henner-Fehr hat sich die Lösung für Klein- und Mittelbetriebe ab S. 26 näher angesehen. Wird eine Rechnung elektronisch gesendet, so müssen die Echtheit ihrer Herkunft und die Unversehrtheit ihres Inhaltes gewährleistet sein. In Österreich benötigt man dafür eine fortgeschrittene digitale Signatur. Die e-Rechnung ermöglicht es nun jedem Unternehmen, seine Rechnungen rechtskonform ohne Aufwand und Investitionen auf digitalem Weg zu versenden.

Sieben Thesen zum Erfolg

SER-Geschäftsführer Hartmut Gailer definiert in seinem Beitrag ab S. 16 das Management der wertschöpfenden Kernprozesse einer Organisation als ureigenste Aufgabe aller Führungsebenen und kritischen Erfolgsfaktor für das Unternehmen. Gleichzeitig formuliert er sieben Thesen zur Zukunft geschäftsrelevanter Informationen. Grundsätzlich gehe die Tendenz heute weg von Insellösungen für Archiv oder Dokumentenmanagement-Systeme (DMS) und hin zu integrierten Lösungen für ein ganzheitliches Enterprise Content Management (ECM). Trotzdem sind etwa die meisten Unternehmen auch nach Einführung von CRM-Systemen noch weit davon entfernt, Verbraucheranfragen am Telefon schnell und umfassend beantworten zu können. Der Grund: Die Mitarbeiter im Call Center verfügen weiter nicht über alle notwendigen Informationen.

Mobile Gesundheit

Den dritten Teil unserer Serie "Mobile Business 2006" finden Sie diesmal im "Branchen-Monitor Öffentlicher Sektor" ab S. 36. MONITOR-Autor und Unternehmensberater Georg Lankmayr widmet sich darin den Einsatz- und Verbesserungspotenzialen von mobilen Lösungen in der öffentlichen Verwaltung sowie im Gesundheits- und Sozialsektor. Im letztgenannten Bereich spielen insbesondere ein rascher Zugang bzw. die Weitergabe von kritischen Informationen eine große Rolle. Eine wesentliche Chance zur Verbesserung des wachsenden Kostendrucks bieten hier innovative mobile Anwendungen, die nicht nur verschiedenste Kommunikationsdienste ermöglichen, sondern auch den integrierten Zugriff auf relevante Informationssysteme (digitale Patientenakte, pharmazeutische Datenbanken für Rezeptverschreibungen etc.) unterstützen.

Innovations-Streifzug

"Nur wer innovativ ist, kann sich im weltweiten Wettbewerb der Volkswirtschaften durchsetzen": So leitet MONITOR Autor Christian Henner-Fehr seinen Text über heimische Innovatoren ein (S. 42). Und die Alpenrepublik liegt da sehr gut: Österreich hat sich im europäischen Innovationsranking gegenüber dem Vorjahr von Platz 15 auf Platz 8 unter 32 Ländern vorgearbeitet. Was ist aber nun Innovation? Klaus Woletz, an der Fachhochschule Technikum Wien als Studiengangsleiter für das im Herbst neu beginnende Masterstudium "Innovations- und Technologiemanagement" verantwortlich, beschreibt Innovation als das "Durchsetzen von Veränderungen" und beruft sich dabei auf den österreichischen Ökonomen Joseph Schumpeter. Der spricht von einem "Prozess schöpferischer Zerstörung" und sieht den Unternehmer in diesem Zusammenhang als den Träger dieser Veränderungsprozesse.

Ein interessantes und innovatives Lesevergnügen wünscht Ihnen Ihr

Rüdiger Maier

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