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Security

Interview mit Natalya Kaspersky - Kaspersky Lab und Eva Chen, Trend Micro

Starke Frauen in der IT-Sicherheit

Bekanntlich ist die IT-Branche eine Männerdomäne, zumal wenn es um Führungspositionen geht. Doch gibt es auch starke Frauen, wie am Beispiel der Security-Branche deutlich wird. Eva Chen, CEO und Mitgründerin von Trend Micro sowie Natalya Kaspersky, Geschäftsführerin von Kaspersky Labs, haben der Branche nicht nur zu weiblichem Glanz, sondern auch zu hoher Professionalität verholfen.

Das Gespräch mit Natalya Kaspersky:

Welche Rolle spielen weibliche IT Professionals denn generell in der IT-Security-Szene. Was hat sich in den letzten Jahren geändert?

Kaspersky: Mit dieser Frage habe ich mich ehrlich gesagt noch nie auseinandergesetzt. In der IT-Sicherheit ist - wie in jedem beliebigen Wirtschaftszweig - die Professionalität wichtig, nicht das Geschlecht. Die geschlechterspezifischen Tendenzen in diesem Umfeld habe ich noch nie beobachtet.

Anfangs wurde Kaspersky Lab eher noch als kreativer Außenseiter in der Branche belächelt. Heute ist Kaspersky Lab bereits eine feste Größe in der Szene. Wodurch zeichnet sich denn das Unternehmen im Vergleich zu anderen Dienstleistern besonders aus?

Kaspersky: Das Handeln von Kaspersky Lab ist primär vom Sicherheitsgedanken motiviert und nicht dadurch, dass es einen Markt für Sicherheitssoftware gibt. Entsprechend dieser Prämisse steht für uns der Schutz der Anwender an erster Stelle. Neben der Entwicklung hocheffektiver Lösungen zum Schutz vor Viren, Hacker-Attacken und Spam sind weitere Bereiche unserer Arbeit von großer Bedeutung: umfangreiche Dienstleistungen wie beispielsweise kostenloser Support für unsere Kunden oder die faire Betreuung und Unterstützung unserer Vertriebspartner. Beide Seiten schätzen uns deshalb als zuverlässigen Partner beim Malware-Schutz.

Wie definiert sich Kaspersky Lab mit Blick auf die führenden Security-Anbieter wie Trend Micro, McAfee und Symantec?

Kaspersky: Die Unterschiede zwischen Kaspersky Lab und den "Big Guys" bestehen auf mehreren Ebenen. Erstens ist Kaspersky Anti-Virus eine der effektivsten Technologien, was die Erkennung schädlicher und potentiell gefährlicher Programme anbelangt. Unterschiedlichste Vergleichstests beweisen dies. Kaspersky Anti-Virus oder Lösungen, die unseren Antivirus-Kernel verwenden, belegen in der Regel die vordersten Plätze. Eines unserer Kerngeschäfte ist die Entwicklung kundenorientierter Lösungen für Großunternehmen. Als relativ kleines Unternehmen sind wir flexibler und dynamischer als unsere Kollegen aus der "großen Troika", wie wir sie in Russland nennen.

Nicht immer waren Ihre internationalen Expansionspläne von Erfolg gekrönt, beispielsweise misslang der Markteinstieg von Kaspersky Lab in den USA. Was haben Sie daraus gelernt?

Kaspersky: Wir hatten auf einen Partner gebaut, der sich nicht korrekt verhalten hat, was darin resultierte, dass wir gezwungen waren, den Vertrag mit ihm zu kündigen. Aber auch negative Erfahrungen können nützlich sein, und wir werden in Zukunft daraus lernen. Trotz dieses Misserfolgs haben wir uns entschlossen, den Markt in einem zweiten Versuch zu erobern. Im Februar 2005 eröffneten wir Kaspersky Lab USA in der Nähe von Boston.

Gibt es zwischen den jeweiligen Sicherheitsanbietern aus Amerika, Asien und Europa unterschiedliche Schwerpunkte bzw. Unternehmenskulturen?

Kaspersky: Sicher gibt es Unterschiede. Die Offenheit oder Verschlossenheit von Nationen hat zum Beispiel enormen Einfluss auf die jeweilige Unternehmenskultur. In Japan zum Beispiel haben wir dieselben Produkte vorgestellt wie in anderen Länder, haben ähnliche Aktionen durchgeführt, wie auf dem europäischen Markt - aber es funktionierte nicht. Wir fuhren auf Messen, nahmen an Konferenzen teil, stellten Kontakte zu Unternehmen her. Alle lächeln, drücken einander die Hände - und nichts passiert. Erst nach einer gewissen Zeit konnten wir die Wand des Schweigens durchbrechen und beweisen, dass wir mit ernsthaften Absichten gekommen sind und vorhaben, zu bleiben. Dann erst hat uns der Markt akzeptiert.

Welche neuen Strategien, Konzepte und Marktpläne verfolgt Kaspersky Labs denn in der nahen Zukunft, liegt der Schwerpunkt beim Endanwender oder auch im B2B-Geschäft, z.B. mit der Enterprise-Edition und Kooperation mit Microsoft?

Kaspersky: Wir haben viele Richtungen bei unserer Entwicklungsstrategie: Erweiterung der Produktpalette, Erarbeitung kundenorientierter OEM-Lösungen, territoriale Weiterentwicklung. Was die Produktentwicklung angeht, so liegt unser Hauptaugenmerk derzeit auf Produkten für free-Unix und mobile Plattformen, von denen wir glauben, dass sie in naher Zukunft sehr gefragt sein werden. Auch die Entwicklung kundenorientierter OEM-Lösungen wird zu einem immer größeren Teil unseres Geschäfts. Wir haben unser Angebot für Unternehmenskunden erheblich ausgeweitet, indem wir spezielle Produkte für große Netzwerke entwickelt haben. Was die Zusammenarbeit mit Microsoft anbetrifft, so sind wir Gold Certified Partner. Zudem sind wir Mitglied der internationalen Virus Information Allliance (VIA).

Stehen aus Ihrer Sicht nicht bald Megafusionen und weitere Übernahmen wie die von Veritas durch Symantec bevor?

Kaspersky: Fusionen sollte man erwarten, da der Security-Markt äußerst dynamisch ist. Jedoch sind Megafusionen meiner Ansicht nach eher unwahrscheinlich. Es gibt keine entsprechenden Player auf unserem Markt, es sei denn, Microsoft kauft zum Beispiel einen der großen IT-Security-Entwickler. Im Übrigen zeigt uns die Vergangenheit, dass Fusionen, auch und gerade in unserem Segment, nicht immer das bringen, was die Käufer erwarten. So ist die Aktie von Symantec nach dem Kauf von Veritas bislang nicht mehr auf das Niveau vor dem Kauf gestiegen.

Ohne geschlechtsspezifische Klischees ansprechen zu wollen, gibt es eine andere Wahrnehmung der Sicherheitsrisiken durch "weibliche Intuition"? Eine Wahrnehmung, die sich zum Beispiel mehr auf Social Engineering fokussiert und nicht wie - bei männlichen IT Professionals verbreitet - stark auf die technische Spielwiese?

Kaspersky: Das ist wirklich eine sehr gute Frage! In unserem Virus-Lab arbeiten hauptsächlich Männer - und nur eine Frau. Sie beschäftigt sich mit Rootkit-Problematiken, und möglicherweise hilft ihr im Kampf gegen diesen neuen Trend tatsächlich ihre Intuition. Alle unsere Analytiker sind Männer, und vielleicht sollten wir tatsächlich darüber nachdenken, mehr intuitiv-denkende Menschen - nicht unbedingt Frauen - zur Virenanalyse heranzuziehen. Ich werde überlegen, was man da tun kann.

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Mag. Christoph Weiss

Mag. Christoph Weiss, i2s consulting, Leiter Büro Österreich: Magister und Textil-Fachingenieur. Führungserfahrung als IT-Leiter im Bereich technischer Grosshandel. Mehrfach Linien- verantwortlicher für ERP-Einführungen. Lehrbeauftragter an der Fachhochschule Technikum Wien. Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft für Datenverarbeitung (ADV) ..mehr..

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