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Strategien

Firmenportrait MIS Österreich

Gemeinsame Stärke

2006 soll das Jahr werden, in dem das Rebranding so richtig in den deutschsprachigen Markt getragen wird: MIS Österreich- und CEE Managing Director Michael Wilfing-May im Monitor-Interview über ERP im dynamischen Umfeld, das Ende der Listenbasteleien und die Rückkehr der Balanced Scorecard.

Alexandra Riegler

Kurven, die guten jedenfalls, zeigen nach oben. Michael Wilfing-May ist Österreich- und CEE Managing Director bei MIS und auch er kennt seine Zahlen: "Die Kurve zeigt ganz klar nach oben", sagt er. Damit sich daran nichts ändert, soll 2006 ein zweistelliges Wachstum erreicht werden, etwas, das auch 2005, 2004, 2003 und im Jahr davor gelang. Oder anders gesprochen: Seit 2002, als andere noch an den eingefrorenen Budgets ihrer Kunden laborierten, schaffte MIS die Verdoppelung ihres Umsatzes. Plus 28 Prozent waren es allein letztes Jahr, Sorgen um Kurven sollen sich andere machen.

Seit 2003 bereits ist der Business Intelligence-Spezialist Teil der britischen Systems Union, einem internationalen Anbieter für Finanz-, Reporting und Performance Management-Lösungen. 1.450 Mitarbeitern zeichnen in weltweit 43 Niederlassungen für einen Umsatz von 166 Mio. Euro verantwortlich.

Für 2006 steht der "letzte Meilenstein", so Wilfing-May, in der Integration an: Im deutschsprachigen Raum soll das Rebranding "so richtig nach außen getragen werden", ein neues Logo ist der erste Schritt. Danach wird dem Markt die Produktpalette der Systems Union zugeführt. Das prallere Portfolio soll bei den Bestandskunden Zusatzprojekte und anderswo Neugeschäft anstoßen.

Entscheidendes Standbein der Systems Union ist dabei die ERP-Lösung Sunsystems, die sich an international ausgerichtete Unternehmen im dynamischen Umfeld richtet. Als sogenanntes 2nd tier-System kommt Sunsystems zumeist bei der Bestückung von Auslandstöchtern zum Einsatz, die Unterstützung von 30 Sprachen legt den Grundstock dafür. Anwender ist etwa die OMV, die das System in Osteuropa und an Standorten wie Libyen, Jemen und Pakistan einsetzt. Enron-Nachfolger Prisma wiederum verwendet Sunsystems als Haupt-ERP-Applikation.

Für die unter "Vision" zusammengefassten Werkzeuge der Systems Union - allesamt Erweiterungstools für bestehende Unternehmensführungsinstallationen - ist man aktuell auf Partnersuche, einer von rund fünf angestrebten ist mit dem Naviconsult-Geschäftsbereich Navax bereits gefunden. Zwei der fünf angestrebten Firmen sind mit Navax und Ecosol bereits gefunden.

Innerhalb der Gruppe positioniert sich MIS unterdessen als führende Produktlinie für Business Intelligence (BI) und Performance Management-Lösungen. So passiert die Entwicklung für Applikationen zu den Themen Unternehmensplanung, Konzernkonsolidierung, Risikomanagement und Balanced Scorecard in Österreich - ein deutliches Zugeständnis innerhalb des Konzerns für die heimische Expertise. 15 Entwickler verrichten zu dem Zweck in Wien in ihr Werk, weitere 15 programmieren in Prag. Für die Kunden ist die Nähe zu den Entwicklern ein besonderer Asset: kurze Kommunikationswege fördern reibungslose Projekte.

Keine Listenbasteleien

Die Geschwindigkeit, mit der Informationen produziert und deren Transparenz nachgefragt wird, lässt das Thema BI ungebrochen florieren. Indes widmen sich auch Bereiche wie öffentliche Verwaltungen dem Thema, ausgelöst unter anderem durch die steigende Nachfrage nach Kostenrechnung.

Ausgangsszenario ist in vielen Unternehmen nach wie vor die Planung in Excel und das anschließende "zeitintensive und fehleraffine" Zusammenführen. MIS-Produkte verlassen sich hingegen auf ein OLAP-System mit zentraler Datenbank.

Dass die Software den Kunden Prozesse aufzwingt, ist für MIS der falsche Zugang. Zwar zielen Unternehmen im Rahmen der Bestandsaufnahme, die einem BI-Projekt vorangeht, auf effizientere Strukturen und damit eine Veränderung der bestehenden Prozesse, dennoch sei Erfolg nur möglich, wenn das Reporting des Kunden entsprechend angenommen werde. "Der Budgetierungsprozess muss das eigentliche Business abbilden", ist Wilfing-May überzeugt.

Und noch ein Thema erfährt neue Stärke: Vor fünf Jahren als das Trendthema Balanced Scorecard Firmen aufmischte, sei es vielerorts noch zu früh für ein solches Reporting gewesen, resümiert der MIS-Manager. Inzwischen stünden nicht nur Riesenprojekte an der Tagesordnung, sondern es sei ein "iteratives Vorgehen" möglich: "Die Unternehmen haben verstanden, was zu tun ist, um Balanced Scorecard zu leben." Und da die Grundlagen in den Firmen nun stimmen, könne man mit der IT-Lösung kommen und die Prozesse unterstützen.

www.misag.at

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MONITOR-Autoren
Christian Henner-Fehr

Christian Henner-Fehr schreibt als freier Autor für den MONITOR und arbeitet als Trainer und Berater in den Bereichen Projektmanagement und Kommunikation. Sein Interesse gilt dem Web 2.0 und den Einsatzmöglichkeiten von Social Media in Organisationen und Unternehmen. ..mehr..

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