Christian Henner-Fehr
Vor etwa neun Jahren brach in der niederösterreichischen Landeshauptstadt mit dem Diplomstudiengang Telekommunikation und Medien das Fachhochschulzeitalter an. Mittlerweile haben die Studentenzahlen die 1.000er-Grenze überschritten und sowohl der geplante Neubau als auch das wachsende Angebot an Studiengängen sind ein Beweis dafür, dass sich die Fachhochschule St. Pölten auf der Erfolgsspur befindet.
Gerade erst hat die österreichweit erste postgraduale Ausbildung zum Master of Business Administration in Media Management begonnen. Der Lehrgang richtet sich an das höhere Management im Medienbereich und bietet den Teilnehmern die Möglichkeit, ihr Wissen auf den neuesten Stand zu bringen. Der viersemestrige Lehrgang beschäftigt sich in einer Kombination aus Präsenzveranstaltung und Fernlehre mit den Themen General Management, Media Industry, International Network und Leadership.
IT-Sicherheitsexperten werden immer wichtiger
Noch in der Vorbereitungsphase befindet sich der geplante Studiengang IT-Security. Im Herbst können die ersten Studenten mit dem Bakkalaureatsstudium beginnen. "Die Ausbildung besteht aus fünf Schwerpunkten, die in dieser Kombination nur bei uns gelehrt werden. Unsere Absolventen besitzen nach sechs Semestern Netzwerktechnikkenntnisse, wissen über den IT-Betrieb und deren Sicherheitstechnologien Bescheid und beschäftigen sich mit Sicherheitsmanagement. So genannte ‚transferable skills' wie Projektmanagement und Sprachen sind ebenfalls Teil der Ausbildung", beschreibt Johann Haag, Fachbereichsleiter für Netzwerktechnik den neuen Studiengang.
In St. Pölten entspricht man mit diesem Angebot einer immer größer werdenden Nachfrage nach IT-Sicherheitsspezialisten. Stellt doch die Sicherheit von Netzwerken und IT-Infrastruktur eine zentrale Herausforderung im Zeitalter der Informationstechnologien dar. Das Ziel dieses Lehrgangs ist der ganzheitliche Zugang zum Thema IT-Security. Einerseits bedarf es des entsprechenden technischen Know-hows, etwa im Bereich der Identifizierungstechnologien. Im Management und organisatorischen Bereich ist es andererseits wichtig, sowohl mit den entsprechenden Normen, Methoden und Gesetzen als auch mit den geeigneten Personalführungstechniken vertraut zu sein.
Natürlich kommt auch die Praxis nicht zu kurz, denn die Studenten müssen im Rahmen ihrer Ausbildung ein Praktikum absolvieren. Darüber hinaus ist aber auch die Fallstudie "Business-Continuity and Disaster-Recovery" in die Ausbildung integriert. Dabei werden, so Haag, die technischen Anforderungen an Systeme , die notwendigen organisatorischen Vorkehrungen und die Umsetzung in Extremsituationen sowohl theoretisch analysiert als auch praktisch in einer "Krisenwoche" durchgespielt.
Während das Thema Sicherheit in Großunternehmen bereits ein Thema ist, können oder wollen sich viele KMU Experten im Sicherheitsmanagement nicht leisten. Hier schafft vielleicht eine geeignete Sicherheitsmanagement-Software Abhilfe, die auch ohne Expertenwissen Schutz bietet. An diesem oder ähnlichen Themen wie etwa der Steganographie, der Kunst, geheime Informationen so zu übermitteln, dass Dritte die Existenz dieser Information gar nicht bemerken, werden die Studenten im Rahmen ihrer Ausbildung arbeiten und forschen.
Die Aussichten auf einen Arbeitsplatz scheinen dabei hoch, da die Nachfrage nach IT-Sicherheitsexperten ständig steigt. Ob Sicherheitsbeauftragter, Security-Architekt oder Netzwerk-Administrator, ohne das in diesem Studium vermittelte Wissen kommt man wohl kaum aus.




1/2012
8/2011
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Dr. Manfred Wöhrl ist Geschäftsführer der R.I.C.S. EDV-GmbH (Research Institute for Computer Science, www.rics.at), spezialisiert auf Securitychecks und Security-Consulting. 