Die Analyse und das Optimieren der eigenen Prozesse haben gerade jetzt einen besonders hohen Stellenwert in den Unternehmen. Nicht nur der permanente Kosten- und Effizienzdruck sind dafür ausschlaggebend, sondern eine Vielzahl an weiteren Faktoren.
Nur wer schnell und effektiv auf Kundenbedürfnisse reagieren kann, bleibt in wettbewerbsintensiven Zeiten im Geschäft. Dies gilt für die fertigende Industrie genauso, wie für die Versicherungs- und Telekombranche. Voraussetzung dafür ist ein hoher Integrationsgrad der IT-Systeme, so dass die Trennung von Frontoffice- und Backoffice-Funktionalität durchaus an Bedeutung verliert.
Daneben kommt der Druck zur Beschäftigung mit den eigenen Prozessen auch aus dem Bereich Compliance. Zahlreiche Regelwerke stellen enorme Anforderungen an den Umgang mit Daten und Dokumenten und fordern damit auch die IT-Infrastruktur von Unternehmen. "Die unter Basel II und Solvency II definierten Richtlinien zwingen z.B. Banken oder Versicherungen nicht, Enterprise Content Management einzuführen, aber ich sehe kaum eine Alternative", betont Erwin Stern von enalog die Bedeutung von Tools für die elektronische Prozessunterstützung in dieser Situation.
Dass Prozessoptimierung nicht halbherzig betrieben werden sollte, betont Werner Kroiss von EPO Consulting: "Prozessoptimierung betrifft das ganze Unternehmen. Einzelne Abteilungen zu optimieren, zeigt nur kurzfristig positive Ergebnisse. Dagegen betrachtet der strategische Ansatz einer Prozessoptimierung jeden Prozess von seiner Entstehung bis zu seinem Abschluss."
Die technologische Entwicklung liefert nun einen weiteren Anstoß zur Prozessoptimierung. Technologien wie XML und Webservices haben (unternehmensübergreifende) Integration zu günstigeren Kosten und mit höherer Flexibilität als etablierte Enterprise Application Integration (EAI) Tools und klassische EDI Anwendungen.
Der aktuelle Trend in der Softwareentwicklung heißt nun Service Oriented Architecture (SOA). "Geschäftsprozesse sind heute keine statischen, über Jahre hinweg konstanten Abläufe mehr. Unternehmen müssen sie ständig anpassen und am Markt neu ausrichten. Sie bestehen deshalb idealer Weise aus elementaren Grundbausteinen, die flexibel zusammengesetzt werden", erklärt Stephan Romeder von Magic Software die Bedeutung von SOA für die Geschäftsprozessoptimierung.
Christoph Strnadl, Integrationsexperte der Software AG, beschreibt bildhaft die Funktionsweise der Serviceorientierung in der Softwareentwicklung: "Als Vorbild für die SOA kann die Automobilindustrie dienen: hier hat sich der Plattformgedanke längst durchgesetzt. Die Hersteller haben zentrale Komponenten identifiziert, die sich - gegebenenfalls leicht angepasst - immer wieder in neuen Fahrzeugmodellen verwenden lassen. Ein vergleichbares Ziel verfolgen Organisationen, die eine SOA implementieren möchten."
Da jedoch der Aufwand beim Umsetzen von SOA noch schwer abschätzbar ist, sind derzeit erst wenige tatsächlich mit SOA Projekten befasst.
Das Forum Geschäftsprozesse 2006 greift umfassend die aktuellen Themen rund um die elektronische Unterstützung von Prozessen auf und bietet zahlreiche Praxisbeispiele zu BPM, ECM, SOA und Compliance.
Weitere Infos unter www.conex.co.at; Infos per E-Mail bei strassl@conex.co.at



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Dr. Manfred Wöhrl ist Geschäftsführer der R.I.C.S. EDV-GmbH (Research Institute for Computer Science, www.rics.at), spezialisiert auf Securitychecks und Security-Consulting. 