"Die reinen Personalkosten bei der Erzeugung eines PCs sind verschwindend, daher können wir auch am Standort Augsburg dank hoher Automatisierung kostengünstig und umweltbewusst produzieren", umreißt Fujitsu-Siemes Cheftechniker (CTO) Joseph Reger die Situation. Und der Lokalaugenschein gibt ihm Recht: Die 10 Produktionslinien in Augsburg sind gut ausgelastet, hier werden von 242 Mitarbeitern jährlich 2,4 Millionen PC-Mainboards bestückt. Die Produktionsanlagen können flexibel 24 bis 48 Stunden/Woche produzieren, die Mitarbeiter werden rechtzeitig informiert.
Der nach eigenen Angaben "führende europäische IT-Hersteller" erfüllt bereits jetzt die RoHS-Umweltschutz-Richtlinie, die ab 1. Juli in allen EU-Mitgliedsstaaten in Kraft treten wird. Gleichzeitig verkündete CEO Bernd Bischoff, dass das Unternehmen im ersten Geschäftshalbjahr (April bis September) um 12% wachsen und den Gewinn um 33% steigern konnte. Auch bei den Stückzahlen wuchs man um ein Fünftel. "Wir fragen regelmäßig die Kundenbedürfnisse ab, um daraus Produkte zu entwickeln", lässt sich Bischoff in die Karten schauen. Man werde in Osteuropa den Umsatz und die Mitarbeiterzahl verdoppeln und immer wieder auch kleinere Firmen zukaufen.
Einen großen Fisch zog man mit der Übernahme der Product Related Services Organisation von Siemens Business Services (SBS) zum 1. April 2006 an Land. So wird nun das komplette Spektrum von Beratung, Design über Implementierung und Service für die wachstumsstärksten Kerngeschäfte Infrastruktur- und Mobility-Lösungen aus einer Hand angeboten. SBS Product Related Services (PRS) beschäftigt rund 5.000 Mitarbeiter in 28 Ländern. Bischoff: "Wir haben uns in den letzten Jahren als führender Anbieter von Lösungen rund um Mobilität und das Dynamische Rechenzentrum etabliert. Wir sind sicher, dass wir mit der neuen Organisation unseren Kunden und Partnern dafür noch besseren Support bieten können."
Dynamisches Rechenzentrum
Das Dynamic Data Center (FlexFrame) ist neben dem Thema Mobilität eines der beiden Schwerpunkte des Unternehmens. "Mit unserem Dynamic Data Center wollen wir neben der Betonung von Virtualisierung und Automatisierung vor allem auch Integrationsarbeit leisten", erklärt Reger. So können Rechenleistung und Speicherkapazität zentral vorgehalten und bei Bedarf in Anspruch genommen werden.
Die Zuweisung der Ressourcen erfolgt automatisch nach vorab festgelegten Regeln. Im Rahmen seiner TRIOLE-Strategie für optimierte IT hat das Unternehmen bisher Konzepte für SAP, EMC und Microsoft vorgestellt. Die jüngste Lösung bezieht sich auf Oracle und ermöglicht eine End-to-End-Infrastruktur für Oracle Grid Computing. Damit werden Unternehmen in die Lage versetzt, alle Aufgaben über das Grid hinweg zu automatisieren und somit die Server so zu verwalten, als wäre es ein einziger Server. Das SAP-bezogene Geschäft im FlexFrame-Bereich wuchs auch im ersten Geschäftshalbjahr wieder um 35%, es konnten in diesem Zeitraum 20 neue Kunden für die FlexFrame-Lösungen gewonnen werden.
Mobile Lösungen
Für die Anforderungen des mobilen Anwenders bietet das Unternehmen unzählige Produkte vom PDA bis zum Notebook (Pocket Loox N Series, Amilo Pro V2030, Lifebook P1510). Ein spezieller Schwerpunkt wird auf Lösungen im Krankenhausbereich gelegt, da hier die mobile Erfassung von Patientendaten ein wachsendes Thema ist.
"Die Leistungssteigerung, die bei den Akkus derzeit erzielt wird, frisst der höhere Verbrauch der Prozessoren gleich wieder auf", beleuchtet Reger ein zentrales Problem. Deshalb sei man auch dabei, die Stromversorgung von Notebooks über Brennstoffzellen sicherzustellen:"Vor 2008/2009 wird das aber sicher nicht serienreif sein!" Ein mit der Leistungssteigerung der Prozessoren verbundenes Problem ist die hohe Hitzeentwicklung. "Die Flüssig-Kühlung, die in der IT-Industrie auch schon früher zum Einsatz kam, wird in diesem Zusammenhang eine Renaissance erleben", verkündet der CTO. Mit der Mobilität ist auch eine hohe mechanische Belastung verbunden, die man im Unternehmen ausgiebig in vielerlei Tests prüft. Eine integrierte UMTS-Lösung für Notebooks wird man auf der Cebit sehen, mit WIMAX wird es dagegen sicher noch bis 2008 dauern.
Bekenntnis zu Partnern
"Während anderen Herstellern die Partner scharenweise weglaufen, bauen wir unser Partnerprogramm laufend aus", unterstreicht Reger die Bindung des Unternehmens an seine Channel-Partner. Zwar sind die Mitbewerber bis zu zehnmal so groß, sie könnten dadurch aber auch nicht die sehr individuelle Betreuung anbieten: "Wenn mich ein Kunde sprechen will, um sich ein Bild über unsere neuen Entwicklungen zu machen, so ist das kein Problem", erläutert der CTO seinen Ansatz.
Als europäisches Unternehmen sucht man die Kundennähe und kann nur in enger Zusammenarbeit mit den Partnern erfolgreich sein. "Wir werden unseren eingeschlagenen Weg zielstrebig fortsetzen und unser damit verbundenes, klares Bekenntnis zum indirekten Vertriebskanal ausbauen", erklärt dazu Wolfgang Horak, Managing Director Österreich. "Dabei werden wir unsere Partner zukünftig noch stärker mit effizienten Werkzeugen und Programmen unterstützen." Dazu gehören das "Value4You" Programm für Best-Selling Produkte mit attraktiven Preisen sowie Dialog-Marketing für Entscheidungsträger österreichischer Unternehmer und Telesales Aktivitäten. Mit dem neuen "Special Bid Tool" wurde daneben eine Lösung für die Anfrage von Spezialpreisen für Projekte ab 25.000 Euro geschaffen. Nach elektronischer Einreichung der vollständigen Projektanfrage erhalten die Partner innerhalb von 24 Stunden ein maßgeschneidertes Spezial-Angebot.
Green PC der Zukunft
Als Vorreiter bei der Entwicklung und Produktion umweltfreundlicher PCs hat Fujitsu Siemens eine Design-Klasse der Münchner Fachhochschule beauftragt, Studien zum Green PC der Zukunft zu entwickeln. Im Sommersemester 2005 entwarfen insgesamt acht Studenten Konzepte und Designstudien, die besonders umweltfreundliche Technik wie Kühlung mit service- und recyclingfreundlicher Gestaltung verbinden sollten. Die drei besten Modelle wurden mit einem Preis ausgezeichnet.




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Mag. Dominik Troger gehört seit 1992 zum MONITOR-Team. Er begann als News-Redakteur und betreute viele Jahre die MONITOR Weiterbildungsbeilage "Job Training". Seit dem Jahre 2000 war er als Chef vom Dienst tätig, mit Dezember 2009 übernahm er die Chefredaktion. 