Treiber für diese Veränderungen sind laut Chefanalyst John Mahoney die zunehmende Ausgereiftheit traditioneller Technologien, der wachsende Outsourcing-Trend und die Tatsache, dass IT zunehmend alle Business-Bereiche durchdringt.
Dazu Gartner Österreich-Chef Manfred Troger: "Die klassische IT-Abteilung von heute ist ein Auslaufmodell. Entweder sie schafft es, einen Mehrwert für das Unternehmen zu generieren, oder der Vorstand wird sich bald fragen: ‚Wozu brauche ich Euch eigentlich?'" Mahoney wörtlich: "Es zeichnet sich eine neue Form von IT-Organisation ab - eine, die den Hauptfokus auf Business Transformation und strategische Ziele in den Bereichen Information und Prozesse richten wird. Am Ende dieser Entwicklung wird man IT-Abteilungen nicht mehr als solche erkennen können."
Gerd-Ingo Janitschek, CIO der Denzel AG, bestätigt den Trend: "Teilbereiche solcher Informations- und Prozessziele wurden in den letzten 24 Monaten entwickelt und implementiert. Das wird im Denzel-Konzern so gelebt. Es gibt allerdings derzeit keine explizite Vorgabe im Bereich Business Transformation."
Axel Quitt, IT Strategy Director beim Dienstleister Unisys Österreich, ist in dieser Frage skeptischer: "IT an sich kann keine strategischen und architektonischen Aufgaben übernehmen. IT im Sinne eines Informationsmanagements eingesetzt, kann diese Aufgaben aber unterstützen. Unisys bietet bereits seit Jahren mit seiner Richtung weisenden 3D Visible Enterprise Methode die enge Verknüpfung von Strategie, Geschäftsprozessen und Technologie in der Planung und Realisierung von Informationssystemen. Zur Business Transformation kann IT generell beitragen, allerdings besteht auch die Gefahr einer Vertechnisierung und des Featurewahnsinns, wenn Techniker das Geschäft nach rein technologischen Faktoren beeinflussen."
Auch Hans-Achim Quitmann, CIO der Zumtobel-Gruppe, sieht die IT eher als Prozessunterstützung: "Die Mission der IT Abteilung ist das aktive Treiben von Geschäftsprozess-Optimierungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette."
Beitrag der Technologie anerkennen
Die Gartner-Studie sagt auch voraus, dass die Technologie operative und strategische Bereiche des Geschäftslebens immer stärker durchdringen und damit zum zentralen Erfolgsfaktor werde. Deshalb werde der Beitrag der IT zum Geschäftserfolg auch immer genauer und kritischer analysiert werden. Wer erfolgreich ist, werde den Beitrag der Technologie anerkennen, wer scheitert, werde folgerichtig auch die Technologie dafür verantwortlich machen. Die Hälfte der florierenden Unternehmen werde 2011 die IT unter die Top Drei der Erfolgsfaktoren einreihen, während die Hälfte der "Low Performer" die IT als eine der drei Hauptursachen für den ausbleibenden Geschäftserfolg identifizieren werde. Diese Entwicklung werde sehr starken Einfluss auf Funktion und Organisation der IT haben.
Weiters heißt es bei Gartner, dass die IT-Abteilungen bis 2011 im Schnitt 20 Prozent weniger Leute beschäftigen und bis zu 40 Prozent weniger "in-house technology" betreuen werden. "Der Trend geht in Richtung selektives Outsourcing, anstatt in Bausch und Bogen die gesamte IT abzugeben", fügt Quitt hinzu.
Dazu sagt Gerd-Ingo Janitschek: "Das AS 400 Server Management inklusive SAP Applikationsmanagement wurde bei uns outgesourct. Geplant ist auch, die Betreuung der gesamten Printerlandschaft (Drucker, Kopierer, Scanner, Faxe) des Denzel Konzerns zukünftig outgesourct zu managen." Auch Quitmann kann von einem großen Outsourcing-Projekt berichten: "Die Zumtobel Gruppe hat Anfang 2004 ihre gesamte IT-Intrastruktur an Atos Origin ausgesourct. Das beinhaltet Office, WAN und die SAP-Basis."




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Dr. Manfred Wöhrl ist Geschäftsführer der R.I.C.S. EDV-GmbH (Research Institute for Computer Science, www.rics.at), spezialisiert auf Securitychecks und Security-Consulting. 