Andreas Roesler-Schmidt
Wie schaut die aktuelle Entwicklung von Plasma und LCD aus? Decken sich die Einsatzbereiche?
LCD und Plasma haben sich in den letzten Jahren zu immer größeren Schirmen entwickelt. Erst jetzt haben diese beiden Technologien Überschneidungen, aber in den letzten beiden Jahren war die Trennung noch klar. Wollte man einen kleinen Schirm ohne Röhre, blieb nichts anderes als LCD übrig, wollte man einen großen Schirm, also über 40 Zoll, blieb nur Plasma übrig.
Erst dieses Jahr entstehen Überschneidungen, weil LCD jetzt im Business-Bereich bis 46 Zoll geht und man daher auch den direkten Größenvergleich zu Plasma hat. Davor war ein Vergleich aufgrund unterschiedlicher Größen nicht sinnvoll. Wir vertreiben ja NEC-Produkte, die sowohl Plasma als auch LCD umfassen und zwar in zwei getrennten Gruppen innerhalb des NEC-Konzerns. Daher konzentrieren sich beide auf die jeweilige Technologie, während bei anderen, wo es nur eine Display-Gruppe gibt, die Gefahr besteht, dass man sich zu sehr auf eine der beiden Technologien beschränkt. Wir haben daher im Plasma-Bereich Displays mit 42-, 50-, 61-Zoll und im LCD-Bereich 32-, 40-, 46- Zoll.
Wo
haben Plasma bzw. LCD ihre Stärken und Schwächen?
Beide Technologien haben ihre Vor- und Nachteile. Plasma-Displays haben einen größeren Schwarzwert, sie sind wesentlich schneller - die Geschwindigkeit bewegt sich im Bereich von Nanosekunden - und das Farbspektrum wird besser als beim LCD ausgefüllt.
Dagegen ist der LCD heller, wodurch er aber gegenüber dem Plasma einen schlechteren Schwarzwert hat, dadurch ist auch der Kontrast etwas schwächer. Der LCD hat aber den Vorteil, dass er weniger Strom verbraucht und vor allem nicht die berühmte Einbrenngefahr des Plasma-Displays hat.
Ist die Einbrenngefahr bei aktuellen Plasmas noch aktuell?
Natürlich ist rein technologisch betrachtet die Einbrenngefahr bei heutigen Plasmas nicht mehr so groß. Aber es ist noch immer so, dass bei statischen Informationen mit starken Kontrastunterschieden, wie bei Schriften oft der Fall, die über Wochen an der selben Position bleiben, bei Plasmadisplays ein Einbrenneffekt entsteht.
Was bedeutet das für den Praxiseinsatz?
Man muss die Kunden bei Projekten genau befragen, welche Inhalte sie anzeigen wollen. Dann können wir entsprechend der Situation Plasma oder LCD anbieten. Bei statischen Informationen wird man meist eher zu LCDs greifen. Man sieht heute noch auf Flughäfen ältere, inzwischen eingebrannte Plasmas - damals gab es noch keine LCDs in entsprechender Größe. Heute kann man auf LCDs mit über 40 Zoll zurückgreifen und sich diesen Effekt ersparen. Wenn jemand hingegen Videos zeigen will, ist der Plasma aufgrund seines besseren Kontrasts und Schwarzwertes besser geeignet. Bei vergleichbarer Größe sind LCDs vielleicht 10-20 Prozent teurer, vor zwei Jahren war der Unterschied noch wesentlich größer.
Bei Größen über 50 Zoll gibt es aber noch keine Alternative zum Plasma. Man muss hier nur darauf aufmerksam machen, dass es bei statischen Informationen zum Einbrennen kommen kann. Man muss das dann beim Content berücksichtigen und zum Beispiel dafür sorgen, dass die Bilder wechseln.
Werden zunehmend auch andere Technologien eine Rolle spielen?
Die Vorteile, die OLED in der Theorie hat, sind sehr verlockend - auch für den Business-Bereich. Man könnte einen Bildschirm der keine Dicke mehr hat direkt an ein Schaufenster kleben. Aber das ist noch nicht marktreif, man sollte damit erst zwischen 2007 und 2010 rechnen.
Wie grenzen sich Projektoren von Plasma und LCD ab?
Der Projektor ist immer noch die günstigste Variante für ein großes Bild. Ich bin Produktmanager eigentlich speziell für den Bereich Projektoren, aber dennoch ermöglichen Kundenanforderungen manchmal den Einsatz eines Projektors nicht, weil es zu hell ist oder es zu wenig Platz gibt. Daher muss ich den Kunden oft große Plasmas oder LCDs anbieten. Es hat eben nicht jeder die Möglichkeit mit Rückprojektion über Spiegeln zu arbeiten, weil er hinter der Projektionsfläche noch einen Raum hat.
Halle A Stand 908




7/2011
6/2011
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Alexander Hackl ist freier Journalist in Wien. Er ist Absolvent des Master- Programms „Qualitätsjournalismus“ an der Donau-Universität Krems und spezialisiert auf Technologiethemen. Seit drei Jahren ist er als Autor für den MONITOR und das Wirtschaftsmagazin FORMAT tätig. Das Hauptaugenmerk in seiner Arbeit liegt auf Informations- technologie im Kontext gesellschaftlich-wirtschaftlicher Zusammenhänge. 