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Editorial

Editorial Jänner 2006

Geschäfte gezielt gestalten

Die wirtschaftlichen Abläufe in Unternehmen sind oft sehr komplex. Sie sollen aber auch flexibel bleiben, um neuen Marktanforderungen entsprechen zu können. Die Gestaltung und Abbildung solcher Business-Prozesse mit IT ist natürlich kein einfaches Ziel, bietet aber viel Raum für Entwicklung.

Rüdiger Maier

Im wachsenden Konkurrenzdruck erlebt das Thema "Business Process Management" (BPM) derzeit eine stetig wachsende Nachfrage. Beginnt man sich für das Thema zu interessieren, so ist es zunächst wichtig, eine möglichst klare Vorstellung davon zu haben, welche verschiedenen Arten und Definitionen von BPM es gibt. Das MONITOR-Autoren-Ehepaar Ilse und Rudolf Wolf haben sich daher an die herausfordernde Arbeit gemacht, dieses recht neue Gebiet zu umgrenzen. Demnach steht BPM für "moderne Unternehmensführung durch weit reichende elektronische Automatisierung und konsequente Optimierung von Geschäftsprozessen". Allerdings wird der Begriff sowohl in der Literatur als auch in der Praxis je nach Fachgebiet und Blickwinkel unterschiedlich benutzt, eine allgemein gültige Definition fehlt. Lesen Sie das kleine "Lexikon des BPM" ab S. 12.

Pionier der Prozesse

Das Unternehmen IDS-Scheer ist ein Pionier in der Prozessmodellierung und nutzt den Trend zu zweistelligem Wachstum. Mit neuen Entwicklungen und verstärktem Branchenfokus will man die Gunst der Stunde weiter nutzen. "Unsere Philosophie ist die gesamtheitliche und betriebswirtschaftliche Sicht auf die Unternehmensprozesse, die sich mit unseren Lösungen immer weiter optimieren lassen", erläutert Dipl.-Ing. Georg Komornyik, Geschäftsführer der IDS Scheer Austria. Die Optimierung sei nämlich kein statischer Prozess, sondern bedürfe laufender Bearbeitung. Weiterhin werde natürlich viel investiert, um neue Themen und Herausforderungen zu integrieren, so Dr. Wolfram Jost, Vorstand des Unternehmens. Diese liegen etwa im Bereich der Software-Entwicklung (Unified Modeling Language UML), bei Lösungen für Nicht-SAP-Anwendungen oder neuen IT-Architekturen. Lesen Sie meinen Text ab S. 16.

Performance Management boomt

Auch der Markt für Performance Management (PM) wächst derzeit dynamisch, wie MONITOR-Autorin Christine Wahlmüller (übrigens seit kurzem stolze Mutter eines Jakob: Wir gratulieren!) bei ihren Recherchen herausgefunden hat. Laut IDC-Studie beherrschen HP, BMC, IBM und Mercury fast 50 Prozent des weltweiten PM-Marktes. "Prinzipiell gibt es zwei Arten von Performance Management, das PM von Applikationen im Entwicklungsumfeld und das PM von IT-Infrastrukturen", betont Thomas Blaschka von Kapsch BusinessCom, wo man sich dem zweitgenannten Bereich widmet. "Einer der wichtigsten Punkte ist, zu wissen, wie der Status der IT-Ressourcen im Zusammenhang mit den Geschäftsprozessen ist." Erfahren Sie alles über Performace Management ab S. 18.

Österreichische IT-Pioniere

Einer ganz anderen Form der Prozessoptimierung hat sich die kürzlich mit zwei Mio. Euro Venture Capital geförderte Villacher Software-Schmiede CenterPoint angenommen. Hannes Ambacher und Mario Orasche von einem der beteiligten Investoren, dem Investment-Team gcp: " Das Fraunhofer IPA-Institut bestätigte uns in der Einschätzung, auf einen Rohdiamanten gestoßen zu sein, der natürlich noch geschliffen werden muss." Das Unternehmen entwickelt und verkauft Software für die fabriksweite Optimierung und Steuerung von automatisierten Produktionsprozessen. "Wir sind nun sechs Gesellschafter im Unternehmen und beschäftigen in Villach 25 Personen und in Warschau vier", erklärt Geschäftsführer Dipl.-Ing. Roland Willmann. Mit dem frischen Geld wolle man nun das Software-Framework APCPlatform weiter entwickeln und am globalen Markt vertreiben. Lesen Sie die spannende österreichische Erfolgsgeschichte ab S. 24.

MONITOR-USA-Korrespondent Erich Bonnert hat auch im Land der unbegrenzten Möglichkeiten österreichische Tüftler gefunden. Stefan Nusser etwa, der bei IBM im kalifornischen San Jose Kopierschutzverfahren für digitale Medien entwickelt. Digital Rights Management für Inhalte, die per DVD oder anderen Speichermedien verteilt werden sollen, ist nämlich recht komplex. Gar nicht weit entfernt, nämlich bei Google in Mountain View, forscht ein weiterer Österreicher an ganz anderen Problemen. Schon seit längerem ist Franz Och für seine Forschungen auf dem Gebiet der automatischen Übersetzung bekannt. Sein Team konstruierte nun eine Übersetzungsmaschine, die chinesische Texte ins Englische übersetzt - obwohl keiner der Forscher chinesisch spricht. Wie so etwas möglich ist lesen Sie ab S. 31.

Einen VoIP-Pionier und Skype-Konkurrenten in Österreich hat schließlich Christine Wahlmüller für den MONITOR zum Interview gebeten. Seit einem halben Jahr bietet Jajah, eine österreichisch-luxemburgische Gründung, Gratis-Internettelefonie an. "Unsere Zielgruppe sind alle jene, die Telefonkosten sparen wollen und über einen Internetzugang verfügen", meint Jajah-Österreich-Geschäftsführer Karl Stagl. Bereits drei Tage nach dem Start im Juli hatten sich 50.000 User registriert, nur acht Wochen danach verzeichnete man ein Volumen von fünf Mio. Telefonieminuten. Wen Sie wissen wollen, wer hinter Jajah wirklich steckt und was sich dort tut, dann lesen Sie den Text ab S. 36.

Sie sehen also: MONITOR bietet Ihnen auch 2006 eine breite Fülle an interessanten Themen, um seine in vielen Umfragen bestätigte Position als meistgenutztes IKT-Monatsmagazin bei den IT-Entscheidern weiter ausbauen zu können. Viele Erfolg und viele gute Geschäftsideen im noch jungen Jahr 2006 wünscht Ihnen Ihr

Rüdiger Maier

 

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MONITOR-Autoren
Dipl.-Hdl. Ing. Ernst Tiemeyer

bekannt durch zahlreiche Veröffentlichungen, war nach dem Studium der Wirtschafts- wissenschaften, Organisation und Informatik zunächst mehrere Jahre als Gruppen- und Projektleiter an einem Institut für angewandte Informatik beschäftigt. Heute ist er in vielfältiger Form als freiberuflicher Management- und Organisationsberater sowie in der Weiterbildung tätig. Schwerpunktmäßig geht es dabei um die Einführung, Entwicklung und Beratung für den praxisgerechten Computereinsatz. ..mehr..

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