Markus Sümmchen
Ein Teil der SAP-Kunden nutzt das SAP Business Information Warehouse (SAP BW), um operative Daten aus den Vorsystemen nach verschiedenen Sichtweisen zu strukturieren und zu analysieren. Im SAP BW liegen geordnete Daten vor, die aus den Quellsystemen abgezogen und konsolidiert wurden. Die IT-Abteilungen definieren darauf so genannte Info-Cubes, die eine multidimensionale Sicht auf die ERP-Daten geben und stellen diese letztendlich mit Werkzeugen wie dem Berichtsgenerator BEx (Business Explorer) dem Endanwender zur Verfügung.
Braucht er jedoch individuelle Reports und Adhoc-Analysen, muss wieder die IT-Abteilung herhalten. Wem das zu umständlich und zu wenig ist, dem bietet Cubeware die Möglichkeit, die Vorteile einer Verbindung aus dynamischen Analysetools und professioneller OLAP-Datenbank zu nutzen.
Eine clevere Lösung
Man kann zum einen das grafische Frontend Cubeware Cockpit nutzen, um online auf bestehende BW Queries zuzugreifen. Damit bekommt der Anwender ein Analyse-Werkzeug an die Hand, mit dem er sowohl in Windows-Umgebungen als auch über das Web arbeiten kann. Empfehlenswert ist dieses Vorgehen aber eher für gelegentliche Adhoc-Analysen, da der Zugriff über die ODBO-Schnittstelle des SAP BW erfolgt, was diverse Performance-Probleme mit sich bringt, denn SAP BW gilt generell und architekturbedingt nicht als erste Empfehlung für schnelle, ausdifferenzierte Online-Analysen.
Viel leistungsstärker ist, Cubeware Connectivity für SAP zu nutzen, um mit Daten aus SAP BW bzw. SAP R/3 verschiedene Data Marts aufzubauen. Hierfür werden bereits strukturierte SAP-Daten 1:1 in multidimensionale, hoch performante OLAP-Datenbanken importiert. Die im SAP BW verfügbaren OLAP-BAPIs werden aufgerufen und die multidimensionalen Strukturen der Info-Cubes in die OLAP-Datenbank überführt, die eigentlichen Bewegungsdaten des Cubes mit Hilfe generischer ABAP-Reports aus dem Data Dictionary (DDIC), dem Datenpool des SAP Business Warehouses, extrahiert. Zusätzlich lassen sich Daten aus diversen anderen Vorsystemen wie ERP-, CRM- oder auch PPS-Lösungen bis hin zu Textdateien und Spreadsheets vollautomatisiert einbinden.
Für OLAP-Datenbanken und mehr
Die Cubeware-Lösungen sind prinzipiell plattformunabhängig und integrieren OLAP-Datenbanken wie MS Analysis Services, Applix TM1, MIS Alea und MIK-OLAP DB. Der Cubeware Importer kann aber nicht nur SAP-Daten in multidimensionale Datenbanken überführen, er kann auch HTML, XML, CSV- oder Text-Dateien und Excel-Sheets erzeugen.
Dieser Nebeneffekt eignet sich dazu, Daten aus SAP abzuziehen und vergleichbar günstig auch für Fremdsysteme nutzbar zu machen. Ein interessanter Aspekt liegt im Zurückschreiben von Planungsdaten in die SAP-Systeme. So kann man Ist-Daten abziehen, multidimensionale Planungswürfel aufbauen und die Ergebnisse in das SAP-System über schreibende BAPIs zurückführen.
Auf denn Punkt gebracht
Wer im SAP-Umfeld fachabteilungsgerechte Analysen, Adhoc-Anfragen oder auch ABC-Analysen zeitnah und ohne Umweg über die IT-Abteilungen sicherstellen will, sollte Spezialprodukte von Drittanbietern einbinden. Mit den Cubeware BI-Lösungen können die Fachabteilungen in Eigenregie und ohne besondere Programmierkenntnisse einfach und schnell auf multidimensionalen OLAP-Datenbanken für Analyse, Planung und Reporting aufsetzen.
Der 29-jährige Diplominformatiker (FH) Markus Sümmchen, Architekt Cubeware Connectivity für SAP, hat seine Karriere bei der Cubeware GmbH 1999 als Entwickler begonnen. Seit März 2002 verantwortet er dort den Bereich SAP Connectivity Tools.



1/2012
8/2011
7/2011


Mag. Carl-Markus Piswanger, MAS ist freier Journalist, Projektberater und hauptberuflich IT-Architekt. Er ist ausgebildeter Versicherungskaufmann, studierter Historiker und postgradualer E-Government-Experte. Er war beim ISP Netway, der Österreichischen Post und der Seibersdorf Research beschäftigt und seit 2004 als IT-Architekt im Bundesrechenzentrum. Der Wiener ist glücklich nicht verheiratet und hat einen Sohn. 