Bereits drei Tage nach dem Start im Juli hatten sich 50.000 User registriert. Und nur acht Wochen danach erreichte Jajah ein Volumen von 5 Mio. Telefonieminuten. Via Internet telefoniert man gratis, nur Gespräche zu Festnetz- und Mobilfunk-Anschlüssen kosten. Dafür kooperiert Jajah seit November als erster VoIP-Anbieter mit paysafecard.
Telefonieren kostet Geld. Stimmt. Doch die Telefonkosten lassen sich drastisch reduzieren, vorausgesetzt man telefoniert clever bzw. stellt sein Telefonverhalten um. VoIP (Voice over Internet Protocol = Internet-Telefonie) bietet heute dazu eine gute Möglichkeit, ob im Haushalt oder im Büro, vor allem Vieltelefonierer dürfen sich über VoIP freuen.
Voraussetzung für das Telefonieren via Internet ist ein (moderner) Computer sowie ein guter Internetzugang (möglichst Breitband). Dann kann es schon losgehen. Zuvor muss nur noch die VoIP-Software des gewünschten Anbieters aus dem Web "downgeloaded" werden. Das geht schnell, egal, ob man sich jetzt für Skype oder Jajah entscheidet. "Unsere Zielgruppe sind alle jene, die Telefonkosten sparen wollen und über einen Internetzugang verfügen", meint Jajah-Österreich-Geschäftsfüher Karl Stagl. Wer ist nun Jajah bzw. wer steckt dahinter? Eigentümer sind die Rokon Beteiligungsgmbh sowie die MPC Holding Establishment Liechtenstein. Firmensitze befinden sich in Luxemburg und im vierten Wiener Gemeindebezirk.
Namensgeber für das aufstrebende Internet-Unternehmen ist F. Jajah Watamba, der allerdings niemals in der Öffentlichkeit auftritt und auch keine Interviews gibt. Der Australier Francis Jajah Domenicus schloss sich im Alter von 16 Jahren dem Stamm der Watamba an und änderte auch demzufolge seinen Namen. Kommunikation spielte eine zentrale Rolle ("Buschtelefon"), unter dem Slogan "Free your voice" beschäftigte sich F. Jajah Watamba seit den 80-er Jahren intensiv mit Telefonie und modernsten Kommunikationsmöglichkeiten - so weit die Story gemäß Firmenwebsite. Fest steht, dass Jajah ganz real im Juli 2005 als VoIP-Anbieter begründet wurde und heute 25 Mitarbeiter beschäftigt. Jajah-Geschäftsführer Karl Stagl ist kein Unbekannter, sondern seit 25 Jahren in der Telekom-Branche, zuletzt als Vizepräsident bei Ericsson und CEO von Ericsson Slowakei. Zuvor war Stagl als CTO bei Schrack Datakom im Einsatz.
Jajah in der Praxis
Konkret bietet Jajah Gratis-Internettelefonie zu Jajah, Skype, SIP/IAX-Teilnehmern (über 100 Mio. weltweit) sowie kostengünstige Telefonate vor allem zu Festnetzanschlüssen (z.B. 1,73 Cent für Wien, 1,93 Cent für Österreich). Die Mobilfunkgebühren sind für Österreich allerdings eher hoch angesiedelt (von 19,34 Cent zu A1 bis 35,39 Cent pro Minute zu "Drei"). Dafür lockt Jajah mit zahlreichen kostenlosen Features, angefangen von Chat, Videoübertragung, Nachrichtenversand und Voicebox, bis hin zu Konferenzschaltungen, Klingeltönen, Animationen, Anrufweiterleitung oder Makeln zwischen mehreren Anrufern. "Dadurch heben wir uns von Konkurrenzprodukten ab und erlauben, gestalterische Vielfalt und Kreativität einzusetzen", betont Jajah-Chef Karl Stagl. Zur Zeit steht der Jajah-Client in Release 2.2. Beta 10 zum Download für Windows-User zur Verfügung. In Kürze soll es auch für Apple und Linux den Jajah-Client geben. Auch via Handy kann VoIP bei Jajah genutzt werden (http://mobile.jajah.com)




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8/2011
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Lothar Lochmaier studierte nach einer Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann Sozial-und Wirtschaftsgeschichte sowie Politikwissenschaft in München, Madrid und Berlin. Heute arbeitet er als freiberuflicher Fach- und Wirtschaftsjournalist für diverse Print- und Online-Medien. Seine Schwerpunkte sind die Bereiche Informationstechnologie, Energiefragen und Managementthemen. 