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Hard & Software

Testbericht

Suse Linux 10.0

Die neue Version von Suse Linux wurde vom openSuse Projekt (www.opensuse.org) entwickelt, das vor kurzem von Novell ins Leben gerufen und unterstützt wird. Zum ersten Mal enthält Suse Linux 10.0 Code-Veränderungen und Bug-Fixes, die aus den Eingaben der Entwickler der weltweiten Linux-Community stammen. Novell will sich nun unter anderem auf Linux-Lösungen für Unternehmen konzentrieren.

Ilse u. Rudolf Wolf

Statt der Vielzahl von unterschiedlichen Ausgaben zwischen "Personal" und "Professional" gibt es jetzt nur noch eine einzige Version - wahlweise als kostenloser Download (5 CDs, 1 DVD, 1 Live-DVD) oder als Kaufversion (5 CDs, 1 DL-DVD, Handbuch, 90 Tage Installations-Support) zum Preis von 59 Euro.

Suse Linux 10.0 beinhaltet wieder die gewohnten Funktionen, die den Umstieg auf Linux erleichtern. So können Anwender Suse Linux 10.0 parallel zu einem bestehenden Betriebssystem installieren, ohne dessen Funktionsfähigkeit zu beeinträchtigen. Den gewohnten Software-Umfang bietet jedoch nur die Kaufversion.

Suse Linux 10.0 bringt mehr als 1.500 Applikationen mit sich. Die Distribution enthält unter anderem OpenOffice.org 2.0 sowie verschiedene E-Mail- und Instant-Messaging-Clients, außerdem Grafikprogramme, Spamblocker und Anti-Viren-Software. Für fortgeschrittene Nutzer enthält Suse Linux 10.0 zudem die Xen-Virtualisierungstechnologie und Novells iFolder, das in zukünftige Versionen von Novells Enterprise-Produkten integriert wird. Die Distribution kommt weiterhin mit dem Kernel 2.6.13, der glibc 2.3.5, gcc 4.0.2, KDE 3.4.2 und Gnome 2.12.

Die Installation und Konfiguration

Das Booten von DVD klappt problemlos. Im direkten Vergleich zu Suse 9.3 bootet die Default-Distribution erheblich flotter. Die Installation wurde etwas verbessert, um Einsteigern eine Default-Installation zu erleichtern. Alles läuft einfach ab und bei der Installation auf einem neuen Rechner gibt es außer dem mehrmaligen Klicken des Weiter-Buttons nicht viel zu tun.

Wenn Linux als Zweitsystem neben Windows installiert werden soll, wird dem Anwender angeboten, die Windows-Partition zu verkleinern, damit sich das Suse-Linux daneben einrichten kann. Im Ergebnis wird dann ein Bootmanager installiert, der dem Nutzer nach dem Einschalten des Computers vor die Wahl stellt, entweder Windows oder Linux zu starten.

Bei der Hardware-Erkennung zeigt es sich, dass diese weit gehend selbstständig erkannt wird. Nur in Einzelfällen gibt es Probleme, die man manuell lösen muss. Zwar werden nicht alle Scanner unterstützt, doch eine Liste gibt es im Internet unter www.sane-project.org.

Leider kann der Player keine DVD- und Windows-Codecs abspielen. Beim Einlegen einer Film-DVD startete zwar Kaffeine, zeigte aber auch sofort an, welche Codecs fehlten. Die Ursache dafür sind lizenzrechtliche Gründe. Wer allerdings ein wenig "googelt", kann die benötigten Pakete schnell im Internet finden. Das Abspielen von MP3-Dateien mittels amaroK funktionierte jedoch von Anfang an.

Für das Surfen im Web stehen sowohl Firefox auch der Konqueror als Browser zur Verfügung: Firefox in der aktuellen Version 1.0.7. Für E-Mails gibt es ebenfalls mehrere Programme. Auch für andere Internetanwendungen gibt es eine große Auswahl, wie z.B. Chatten, News und RSS.

Suse 10.0 unterstützt jetzt auch die Internet-Telefonie (Voice over IP). Bei der Standardinstallation wird das Werkzeug "kphone" gleich mit eingerichtet. Es bietet die Herstellung von Telefonverbindungen über den SIP-Standard an. Wer statt KDE den Gnome-Desktop bevorzugt, telefoniert mit dem Programm "linphone".

Neu sind auch die Eindringlings-Abwehr "AppArmor Lite" samt YaST-Konfigurationsmodulen, Torrent-Filesharing, der Zugriff auf Novells Internet-Dateiablage iFolder 3, die KOffice-Bildverarbeitung Krita und der mono-Player Banshee.

Für die Wahl der Desktop-Umgebung stehen GNOME und KDE vollkommen gleichberechtigt zur Auswahl.

Beim Default-Desktop KDE (Version 3.4.2) wird man von einem Chamäleon als Hintergrundbild begrüßt. Auf der Oberfläche befinden sich Symbole für Arbeitsplatz, Netzwerk-Browser, Papierkorb, Drucker sowie für Firefox und OpenOffice. In der Taskleiste des KDE-Desktops sind neben dem grünen Startknopf einige nützliche Symbole untergebracht. Hinzu gekommen ist auch eine Suche im oberen Bereich des Startmenüs, die das Finden der gewünschten Applikationen erleichtert.

Fazit

Suse Linux 10.0 bzw. OpenSuse Linux 10.0 hinterlassen einen guten Eindruck. Das System scheint verglichen mit dem Vorgänger etwas schneller zu laufen. Die Standardinstallation versorgt den Anwender bereits mit Office-Anwendungen, Internet-Programmen sowie Spielen und Tools. Für den letzten Schliff klickt sich der Benutzer durch das Verwaltungswerkzeug YaST, über das sich auch Updates und mehr Pakete einspielen lassen. Wie bei Suse gewöhnt, ist die Konfiguration sehr einfach. Selbst als Anfänger sollte es kein Problem sein, sich schnell zurechtzufinden.

Suse Linux 10.0 ist eine sehr gute Einsteigerlösung und kann auch problemlos von Windows-Umsteigern genutzt werden. Die freie Verfügbarkeit von OpenSuse ermöglicht zudem einen problemlosen Test der Distribution, auch wenn OpenSuse nicht über den vollen Umfang von Suse Linux 10.0 verfügt und ohne kommerzielle Beigaben wie Java oder Flash kommt.

Weitere Informationen: www.opensuse.org , www.novell.at


Suse Linux 10.1 Alpha2 erschienen

Kurz nach der finalen Version von Suse Linux 10.0 wurde eine zweite Alphaversion von Suse Linux 10.1 zum kostenlosen Download bereitgestellt. Diese Release kann vom Server des Projekts OpenSuse heruntergeladen werden und ist in Form von fünf CD-Images für die x86-, x86_64- und PowerPC-Architekturen per FTP und BitTorrent verfügbar. Suse Linux Alpha2 beinhaltet die vor kurzem freigegebene Beta2 von KDE 3.5. Des Weiteren sind Gnome 2.11.1 und OpenOffice.org 2.0 RC3 enthalten. Ferner kommt das Release mit dem Paketmanagementwerkzeug SMART. Eine zusätzliche Neuerung gegenüber der ersten Alphaversion stellt eine experimentelle libfontconfig dar. Allerdings ist das Release noch keine produktiv einsetzbare Version, sondern lediglich eine Vorschau für Entwickler.

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