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Thema: Storage-Systeme

Netzwerkfestplatten

Zu klein für den Server

Kleinstunternehmen, die sich die Mühen eines Servers ersparen wollen, könnten in Netzwerkfestplatten eine Alternative finden.

Andreas Roesler-Schmidt

Um die IT in Kleinstunternehmen schaut es häufig nicht gut aus. Vielfach kommen noch immer Peer-to-Peer Netzwerke ohne dedizierten Server zum Einsatz, bei denen die Daten über alle Rechner verstreut liegen. Dass ein Server alleine schon als zentraler Ort für Dateien sinnvoll wäre, an denen mehrere Mitarbeiter werken, um den Zugriff unabhängig davon, ob der Kollege seinen PC aufgedreht hat oder nicht, zu ermöglichen, liegt dabei auf der Hand.

Doch gerade für die kleinsten Firmen sprechen meist die Kosten dagegen: Zwar ist die Hardwareanschaffung kein Problem, dazu kommen jedoch (für jene die sich nicht mit den Mühen der Open Source-Welt herumschlagen wollen) Lizenzkosten, spätestens wenn mehr als fünf davon auf den Server zugreifen sollen. Das größte Problem ist aber die Wartung. Angesichts der heutigen Viren- und Wurmepidemien gehören Sicherheitslöcher fast schon täglich gestopft. Im 5-Mann-Betrieb gibt es keinen IT-Administrator - meist betreut irgendjemand neben seiner eigentlichen Aufgabe die Technik mit. Outsourcing-Angebote sind selten auf Kleinstunternehmen zugeschnitten.

Benötigt man den Server lediglich für die Bereitstellung von Dateien und Drucker, bieten sich als preiswerte Alternative reine Netzspeichergeräte an. Die Palette reicht dabei von kleinen Network-Hard Disks, die jenen ähneln, die man am heimischen PC direkt per USB anschließt, jedoch ans Netzwerk angeschlossen werden, bis zu richtigen, aber auf Kleinanwender zugeschnittenen NAS (Network Attached Storage) Boxen.

Allen Varianten gemeinsam ist neben weit geringeren Anschaffungskosten auch die viel einfachere Wartung. Sind die Benutzerrechte einmal vergeben, bleibt nicht viel zu tun. Von den üblichen Schwachstellen der PC-Betriebssysteme sind die Geräte weitgehend frei, da sie nur über abgespeckte und aufs Speichern reduzierte Betriebssysteme benützen. Auch die Sicherheit ist einfacher zu gewährleisten, da anders als auf einem "allgemeinen" Server nicht allerlei (für Angriffe missbrauchbare) Dienste laufen, sondern nur das Minimum zum Dateienhalten bereitsteht.

Bei den allerkleinsten Modellen (ab 150 Euro) ist jedoch Vorsicht geboten: Sie eignen sich zum Teil nur fürs Home Office, kaum aber fürs Netzwerk mit mehreren Anwendern. So lässt sich Iomegas Network HDD zwar sehr leicht installieren, lässt aber ohne Benützerverwaltung jedem im Netzwerk auf die Daten zugreifen. Joseph Sorathanian von Iomega glaubt auch, dass solche kleinen Netzwerk-Laufwerke erst in drei bis fünf Jahren einen Server ersetzen können. "Damit sie so preiswert sind werden relativ billige Prozessoren verwendet. Bei mehr als 2-5 gleichzeitigen Usern sind die Geräte überlastet."

Als Server-Ersatz in Frage kämen aber die etwas größeren NAS Produkte, die alle notwendigen Features wie User-Privilegien und Performance für gleichzeitigen Zugriff bieten. Außerdem können die Festplatten nach den gängigen RAID-Standards gespiegelt werden, um für Datensicherheit zu sorgen. Nach der erstmaligen Installation sind auch sie relativ einfach zu warten. "Ein großer Vorteil gegenüber Servern ist, dass man keine Client-Lizenzen benötigt." Auf den Iomaga NAS läuft Windows Storage Server - in dessen Lizenz anders als bei seinem "allgemeinen" Server-Pendent der Zugriff der Clients bereits inkludiert ist. In der Sicherheit sieht Sorathanian die Storage-Boxen überlegen: "Sie sind Attacken nicht so ausgesetzt wie Server, alleine schon weil weniger angreifbare Dienste darauf laufen."

Zu den solideren unter den kleinen Netzlaufwerken gehört auch Maxtors Shared Storage Plus, das über eine Benützerverwaltung verfügt und so zum kleinen Fileserver taugt. Darüber hinaus kann es per USB weitere Platten als Erweiterung oder Backup aufnehmen. Schließt man stattdessen einen Drucker an, können ihn alle Rechner im Netzwerk verwenden. Die Platte kann bis zu 20 gleichzeitige User mit Daten versorgen, erst darüber werden professionellere NAS zwingend notwendig.

Ähnlich aufgebaut sind die LinkStations von Buffalo, wobei die größeren Modelle über einen Gigabit-Netzwerkanschluß verfügen und in entsprechend ausgestatteten Netzen wesentlich schneller Daten bereitstellen können. "Wir merken eine deutlich gestiegene Nachfrage nach unseren Gigabit-Modellen", sagt Hans Georg Hesse, Sales Manager bei Buffalo. Auch er sieht bei 20-25 Usern die Grenze und empfiehlt darüber die TeraStation NAS-Speicher.

Naturgemäß vom Server - selbst für die kleinsten - überzeugt ist man bei Microsoft. "Wenn man mehr als nur Daten speichern will, bietet ein Server zusätzliche Funktionen wie Datenbanken, Mailserver und Firewall", meint Hans Berndl. Auch sei die laufende Wartung durchaus von kleinen Firmen ohne eigenem IT-Personal dank automatischer Updates zu bewerkstelligen. "Bei der Erstinstallation holt man sich üblicherweise ohnehin einen externen Profi ins Haus." Er wünscht sich, dass Firmen spätestens ab rund fünf Mitarbeitern zum Server greifen.

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Dr. Manfred Wöhrl

Dr. Manfred Wöhrl ist Geschäftsführer der R.I.C.S. EDV-GmbH (Research Institute for Computer Science, www.rics.at), spezialisiert auf Securitychecks und Security-Consulting. ..mehr..

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