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Netz & Telekom

Kommentar von Dietmar Guelfenburg, Datennetz

WLAN: 2,4 GHz oder 5 GHZ?

Durch die ständig wachsende Anzahl der WLAN Nutzer, sowohl privat wie kommerziell, wurde der bisher genutzte Frequenzbereich von 2,4 GHz (2.400 bis 2.485 MHz) zunehmend zu eng. Daher gab im Mai dieses Jahres das Infrastrukturministerium den 5 GHz Bereich frei.

Dietmar Guelfenburg

Diese Freigabe bezieht sich auf zwei Frequenzbereiche: 5.150 bis 5.350 MHz für den Indoor Bereich und 5.470 bis 5.725 MHz für Indoor und Outdoor mit einer maximalen Sendeleistung von 1 Watt bei den Frequenzen 5.470 MHz bis 5.725 MHz. Der Standard für dieses Frequenzband ist mit 802.11a bzw. 802.11h definiert. Der 802.11h Standard ist eine Anpassung des amerikanischen 802.11a Standards durch die Europäische Union. Er unterscheidet sich durch zwei Funktionen DFS (dynamic freqence selection) und TPS (transmit power control). Dies hat vor allem damit zu tun, dass der Frequenzbereich bisher für Radar- und Militärnutzung vorbehalten war.

Der 5 GHz-Bereich ist noch ein weitgehend unbekannter, doch alleine die Tatsache, dass Intel bereits die integrierten Netzwerkkarten von Laptops mit diesem Standard ausrüstet zeigt, dass 5 GHz bald eine nicht unerhebliche Verbreitung haben wird. Alle namhaften Hersteller von WLAN Routern, Accesspoints, PCI und PCMCIA Karten haben bereits Produkte für diese Frequenz oder auch Dualbandgeräte im Angebot. Auch das Antennenangebot ist bereits mehr als ausreichend.

Die Vorteile der neuen Frequenz sind vor allem, dass sie noch weit weniger genutzt wird, es daher weniger Störungen gibt und somit der tatsächliche Datendurchsatz deutlich höher ist. Es entfallen Störungen durch Funktelefone oder Mikrowellen. Außerdem stehen statt wie bisher, nicht drei wirklich nutzbare Kanäle sondern acht zur Verfügung. Die Sendemasten müssen durch die nur halb so große Fresnelzone, auch nicht mehr so hoch sein wie bisher.

Es gibt im Wesentlichen nur einen Nachteil. Die Reichweite bei gleicher Sendeleistung ist geringer als bei 2,4 GHz. Daher steigt die Anzahl der notwendigen Access Points. Dies gilt insbesondere innerhalb von Gebäuden, da durch die höhere Frequenz die Dämpfung höher ist. Dieser Nachteil wird vor allem im Outdoor Bereich dadurch kompensiert, dass bei 5 GHz mit TPC die 10fache Sendeleistung (1 Watt statt bisher 100 mWatt beim 2,4 GHz Bereich) erlaubt ist. Außerdem sind die Antennen bei vergleichbarer Sendeleistung deutlich kleiner. Damit eignet sich der 802.11a Standard vor allem für Breitbandanbindungen über größere Distanzen mit höheren Datenraten. Dies war auch der Grund, warum sich die ISPA (Internet Service Providers) schon so lange für die Freigabe eingesetzt hat.

www.datennetz.at

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Dr. Christine Wahlmüller

Dr. Christine Wahlmüller-Schiller ist freie Autorin und Kommunikationsberaterin, spezialisiert auf die IT- und Telekom-Branche. ..mehr..

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