Andreas Roesler-Schmidt
Eierlegende Wollmilchsäue liegen wieder mal im Trend. HPs Variante davon heißt: iPaq hw6515, Spitzname "Mobile Messenger". Es handelt sich um einen Pocket PC mit integriertem GSM/GPRS-Telefon, Tastatur und - neu - eingebautem GPS-Empfänger.
Der Bildschirm ist kleiner als bei anderen Pocket PCs, die benutzbare Fläche bleibt aber praktisch gleich, da dank der Hardware-Tastatur weder On-Screen-Tastatur noch Schreibfeld eingeblendet werden müssen. Die Auflösung des Schirms allerdings ist enttäuschend, von der bei Pocket PCs aufgrund des Stromverbrauchs eingeschränkten Helligkeit abgesehen ist es auch eine recht pixelige Angelegenheit.
Der Stromverbrauch ist auch bei diesem Pocket PC nicht im Griff, selbst für eine zweitägige Reise müsste man das Ladegerät einpacken. Das Gewicht des Geräts ist tadellos, auch die Abmessungen sind ok, nur die Breite erweist sich beim Telefonieren als zu sperrig. Etwas enttäuschend ist bei einem Gerät dieser Größe das fehlende WLAN - bei einem Messenger getauftem Gerät hätte es doch vor dem GPS-Empfänger eingebaut werden müssen. (Die Nachfolgeversion soll aber WLAN an Board haben).
Lobenswert sind die 2 Speicherkarten-Schächte: Einmal SD-Card, sowie einmal SD RS (reduced size) - so lässt sich neben dem Kartenmaterial für die Navigation immer noch eine Karte zum Datenspeichern einsetzen. Apropos Navigation - dazu dient die Software von Tomtom, die sicher zu den besten PDA-Lösungen gehört. Ob des kleinen/mäßigen Bildschirms und mickrigen Lautsprechers kann man den iPaq nicht wirklich für den Einsatz im Auto empfehlen - auch wenn es theoretisch natürlich funktioniert. Der direkt im Gerät integrierte GPS-Empfänger macht es aber in fremden Städten für Fußgänger interessant, da schon alles im "Handy" drin ist und man keinen Bluetooth GPS-Receiver im Rucksack benützen muss.
Die Tastatur eignet sich tadellos zum Verfassen von SMS und kurzen E-Mails - lediglich Abends tappt man wörtlich im Dunkeln - denn die blau leuchtenden Buchstaben sehen zwar schick aus, machen aber die Tasten nicht allzu gut auffindbar (Lösungen wie vollständig leuchtende Tasten sind hier deutlich einfacher). Eine Dummheit (für Rechtshänder) ist die ungünstige Belegung der Zifferntasten - wären sie links statt rechts, könnte man einhändig wählen.
Insgesamt gewinnt der Mobile Messenger durch den integrierten GPS-Empfänger an Reiz - es entfällt das übliche Hantieren mit externen Empfängern. Wer nur selten im Auto navigiert und einen Pocket PC mit e-mail-tauglicher Tastatur sucht, findet damit eine ausreichende Lösung. Auf lästige Windows-Popups mit informativen Meldungen wie "Werde Netz" sollte man aber gefasst sein.




1/2012
8/2011
7/2011


Dunja Koelwel ist freie Journalistin in München. Die studierte Juristin arbeitet für Verlage und Agenturen und betreut vor allem die Themen Internet und Business-Software aus einem strategisch- wirtschaftlichen Blickwinkel. 