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Wirtschaft

Kommentar von Conrad Gruber

REBOOT 10-2006

Ein ziemliches Gewusel herrschte Anfang September auf der diesjährigen Internationalen Funkausstellung in Berlin - diese ist, ihrem Namen zum Trotz, die wichtigste europäische Leitmesse für Unterhaltungselektronik, und das wussten knapp 1500 Aussteller auch zu schätzen.

Für Monitor-Leser von essentiellem Interesse ist, dass unter den Ausstellern und den Fachbesuchern die einhellige Meinung vorherrschte, die Unterhaltungselektronikbranche als solche sei wieder im Aufwind. Eine hohe Nachfrage nach Flachbildschirmen, tragbaren Unterhaltungsmedien und High-Tech-Digitalkameras stehe dem allgemein negativen Konjunkturempfinden entgegen, jubelten die Anbieter. Die Leute sparen zwar, aber wenn sie einen neuen Flatscreen oder ein HDTV-Gerät haben wollen, dann kaufen sie es doch. Die Schlagworte lauten also sinngemäß: "Rückzug ins Private" und/oder: "Man gönnt sich ja sonst nichts".

Möglich ist dieser neu entdeckte Reiz an der High-Tech-Unterhaltung - und hier wird es interessant - durch die immensen Forschungs- und Entwicklungsbemühen der IT-Spezialisten der Hersteller. Allein Samsung - als ziemlich dominanter Aussteller in Berlin - gibt heuer fünf Milliarden US-Dollar für die Arbeit von 27.000 Research & Development-Spezialisten aus. Das ist deutlich mehr als für die mit einer Milliarde Dollar auch nicht gerade knausrige Markenwerbung der Koreaner. In den Geräten muss also tatsächlich etwas drin stecken, und das konnte man in Berlin auch nachhaltig überprüfen.

Da kann man den Anbietern auch verzeihen, dass sie manchmal ein bißchen zu sehr mit dem angeben, was sie an High-Tech-Reizen zu bieten haben. Samsung etwa präsentierte nicht ohne Stolz einen Flachbildschirm mit 2,5 Metern Bilddiagonale - Weltrekord -, ein Gerät, dass auch für weiträumige Wohnzimmer schon etwas groß wirkt, ganz abgesehen von der Volldröhnung, die man beim Genuss eines Actionmovies auf einem solchen Bildschirm abbekommt. Samsungs Hauptkonkurrent LG konnte da natürlich nicht nachstehen: Präsentiert wurde zwar ein geringfügig kleinerer Flatscreen, dafür aber mit Blattgold umrandet inklusive güldener Lautsprecherboxen. Zielgruppe: Scheichs in den Emiraten, wer sonst?

 

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REBOOT - Kommentar von Conrad Gruber

Kommentar von Conrad Gruber - Die Monatsrückschau auf den österreichischen IT-Markt.

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MONITOR-Autoren
Alexander Hackl

Alexander Hackl ist freier Journalist in Wien. Er ist Absolvent des Master- Programms „Qualitätsjournalismus“ an der Donau-Universität Krems und spezialisiert auf Technologiethemen. Seit drei Jahren ist er als Autor für den MONITOR und das Wirtschaftsmagazin FORMAT tätig. Das Hauptaugenmerk in seiner Arbeit liegt auf Informations- technologie im Kontext gesellschaftlich-wirtschaftlicher Zusammenhänge. ..mehr..

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