Dominik Troger
Das neu vorgestellte Hyperion System 9 besteht aus drei großen Segmenten: der zugrunde liegenden Systemplattform, einer Business Intelligence Lösung und dem Bereich der klassischen Hyperion Finanzapplikationen. In Summe soll sich daraus eine konsolidierte Business Performance Management Lösung ergeben. Hyperion 9 setzt vor allem bei zwei Bereichen an, dem Master Daten Management (MDM) in der Systemplattform und einem neuen Business Intelligence-Konzept mit Funktionsmodulen, das herkömmliche Tool-basierte Anwendungsumgebungen ablösen soll.
Master Daten Management
"Der Stammdatenverwaltung kommt im Bereich der Analyse ein anderer Stellenwert zu als zum Beispiel im ERP-Umfeld", erläutert Jürgen Rosenhagen, Director Marketing Hyperion Solutions Deutschland GmbH. "Denn hier müssen die Reports auch den historischen Kontext berücksichtigen und vergleichbare Resultate liefern." Beispiele dafür sind die Analyse eines Wertpapiers über einen längeren Zeitraum oder Personalstammdaten.
Auch wenn hier Stammdaten-Veränderungen stattgefunden haben wie etwa Aktiensplitting oder Gehaltserhöhungen: der Report muss immer konsistente Daten liefern. Hyperion bietet jetzt, so Rosenhagen, "ein Changemanagement der Stammdaten in ihrem historischen Zusammenhang". Basis dafür ist der Hyperion MDM Server, der für notwendige Konsolidierung der Daten sorgt.
Einheitliche BI-Plattform
Der zweite wichtige Bereich betrifft die Konsolidierung im Business Intelligence-Umfeld. Derzeit sind nach Einschätzung von Rosenhagen diese Werkzeuge noch relativ wenig verbreitet. Sie sind komplex zu bedienen und werden oft nur von Spezialisten benutzt. Für die einzelnen Anwendungen wie Finanzreports, Multidimensionale Analyse und anderes mehr kommen zudem oft auch unterschiedliche Tools zum Einsatz.
Eine Untersuchung von Forrester Research aus dem Juni 2005 hat ergeben, dass bei rund der Hälfte der Unternehmen, die auf Business Intelligence setzen, mehr als fünf BI-Reporting und -Analyse Lösungen im Einsatz sind. "Größere Unternehmen sollten mit zwei bis drei Lösungen in diesem Bereich auskommen", meint dazu Jürgen Rosenhagen. "Alles darüber erzeugt einen hohen Managementaufwand für die IT und steigende Kosten."
Bei Hyperion hat man den "Business Intelligence Workspace" entwickelt, der in Form von Funktionsmodulen ein dem jeweiligen Arbeitsplatz angepasstes BI ermöglicht. "Das Resultat ist eine einheitliche Systemplattform für Business Intelligence", erklärt Rosenberg. Die Anwender verlieren nichts von der benötigen Funktionalität, aber zugleich werden die Bedienung und das Management weniger komplex.
Damit wäre dann auch die Basis für ein erfolgreiches Business Performance Management gelegt, für das Rosenberg auch in Österreich großen Bedarf ortet. Allerdings macht so eine gesamtheitliche BPM-Lösung, so Rosenberg, erst ab einem Jahresumsatz von rund 100 Mio. Euro Sinn. Zu den Kunden von Hyperion in Österreich zählen unter anderem die OMV und One.



1/2012
8/2011
7/2011


Alexander Hackl ist freier Journalist in Wien. Er ist Absolvent des Master- Programms „Qualitätsjournalismus“ an der Donau-Universität Krems und spezialisiert auf Technologiethemen. Seit drei Jahren ist er als Autor für den MONITOR und das Wirtschaftsmagazin FORMAT tätig. Das Hauptaugenmerk in seiner Arbeit liegt auf Informations- technologie im Kontext gesellschaftlich-wirtschaftlicher Zusammenhänge. 