Das 200 Mann starke Unternehmen sorgt dafür, dass die IT-Infrastruktur der städtischen Kunden stets verfügbar und leistungsfähig ist, damit die Beschäftigten in den Versorgungsbetrieben ihrerseits den Wiener Bürgern erstklassigen Service bieten können.
Schon bald sah sich Wien IT dem allgemein bekannten Dilemma gegenüber: Erfolgreiche Kunden erzeugen fortlaufend riesige Datenmengen, die sicher gespeichert werden und auf Knopfdruck verfügbar sein müssen. Besonders von den stark genutzten SAP-Systemen erwarten die Kunden, dass sie schnell und zuverlässig arbeiten. Gleichzeitig ließen sich die lokalen Festplatten der vorhandenen Server nicht mehr im notwendigen Ausmaß erweitern: Weiteren Speicher zu kaufen, direkt an die Server anzuschließen und zu verwalten kostete das Unternehmen viel Mühe und Geld.
Lösungsidee: Storage Area Network
Ein kleines Storage Area Network (SAN), in dem Speicher nach Bedarf flexibel zugeteilt wird, versprach kurzfristig Abhilfe und weckte den Wunsch nach mehr: Wien IT entschied sich, die SAN-Infrastruktur auszubauen. Positiver Zusatzeffekt neben besserer Verfügbarkeit und höherem Datendurchsatz für große Datenbankapplikationen wie SAP, Siebel oder Exchange: Ein SAN kann das Local Area Network (LAN) als Übertragungsweg für das Backup ablösen.
Der Vorteil: Läuft die Bandbreite-raubende Datensicherung über das leistungsstarke SAN, wird das LAN entlastet und das Zeitfenster für die Datensicherung wird gehalten oder verkürzt, obwohl das Volumen wächst. Entsprechend weniger wird die Produktivität der Belegschaft in Mitleidenschaft gezogen.
Umsetzung mit Direktoren von Brocade
Der Technologie-Partner IT-SC, ein Spin-Off von IBM, empfahl die SAN-Direktoren Brocade SilkWorm 24000, die sich in beiden Systemwelten, s390 und Open Systems, nutzen lassen. Wien IT ließ sich überzeugen, denn die Wartungskosten für die alte ESCON-Infrastruktur, IBMs früherem Fiberoptik-Standard, und deren schon recht limitierte Bandbreite ließen die Investition in eine einheitliche SAN-Infrastruktur ausgesprochen sinnvoll erscheinen.
In mehreren Schritten rüstete Wien IT auf ein redundantes SAN auf, das auf zwei Standorte aufgeteilt und über DWDM-Glasfasertechnologie verbunden ist. Dabei wählte man ein klassisches Core-/Edge-Design: Im Herzen der SAN-Fabric sitzen insgesamt vier SilkWorm 24000-Direktoren, im umgebenden Netz kommen 16-Port-Switches von Brocade zum Einsatz. Damit merzte das Team von IT-SC unter Leitung des SAN-Architekten Karl Roth ein Problem des zuvor genutzten kleinen SANs aus: Kaskaden-artig hintereinander geschaltet, hatten die kleineren Switches zuvor zu viele Ports allein durch die Verbindung zu einander verloren. Jetzt stehen genug Ports zur Verfügung, an denen derzeit rund 50 Terabyte Platten- und weitere 150 Terabyte Bandspeicherkapazität hängen.
Alle bestehenden ESCON-Verbindungen wurden auf FICON umgestellt. FICON sorgt durch seine optimierte Anbindung von Mainframes an Storage-Systeme für eine deutlich gesteigerte Performance.
Weniger Management-Aufwand
"Wir konnten die Anforderungen an die verfügbare Bandbreite zu den Speichersubsystemen und an die Storage-Konsolidierung nur mit SAN-Technologie erfüllen", sagt Karl Roth von IT-SC über das SAN bei Wien IT. "Unserem Wissen nach gehört Wien IT zu den ersten Unternehmen in Österreich, die eine konsoliderte Fibre Channel-/FICON-Infrastruktur in Angriff genommen haben. Brocade hat dazu mit seinen SilkWorm 24000-Direktoren einen entscheidenden Beitrag geleistet."




7/2011
6/2011
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Alexander Hackl ist freier Journalist in Wien. Er ist Absolvent des Master- Programms „Qualitätsjournalismus“ an der Donau-Universität Krems und spezialisiert auf Technologiethemen. Seit drei Jahren ist er als Autor für den MONITOR und das Wirtschaftsmagazin FORMAT tätig. Das Hauptaugenmerk in seiner Arbeit liegt auf Informations- technologie im Kontext gesellschaftlich-wirtschaftlicher Zusammenhänge. 