Newsfeed abonnieren
Hard & Software

Andreas' Tech Watch: MDA pro

Irgendwo zwischen PDA und Notebook

Der neue MDA pro schafft sich seine eigene Gattung. Er überträgt das Convertible-Konzept des Tablet PC in den PDA-Bereich und versucht so die Lücke zwischen Subnotebook und Handheld zu füllen.

Andreas Roesler-Schmidt

Wenn T-Mobile den jüngsten Spross seiner erfolgreichen MDA-Reihe als "Mini-Laptop" bezeichnet und arbeiten fast wie auf einem Notebook verspricht, wird das dem MDA pro im positiven wie im negativen Sinn nicht ganz gerecht. Er erinnert zwar mit seinem Tablet PC-artigen Klapp-und-Dreh-Mechanismus aufgeklappt an einen Notebook, ist aber um ein Vielfaches kleiner und mobiler.

Sechs-Finger-System

Was grundsätzlich erfreulich ist, hat natürlich einen Nachteil: Fürs Schreiben längerer Texte ist er eben nicht wie ein Notebook geeignet, auf den man alle zehn Finger zum Tippen einsetzen kann. Das soll die Tastatur des MDA pro aber nicht schlecht machen - sie ist zweifellos die beste, die es derzeit auf einem PDA gibt: Die recht großen Tasten haben einen angenehmen Druckpunkt und eignen sich durchaus dazu, recht flott E-Mails zu verfassen - allerdings wird man dennoch meist eher das Gerät in beiden Händen haltend nur mit den Daumen tippen. Wobei ich mit dem am Tisch liegenden MDA auch eine Art "Sechs-Finger-Schreibweise" entwickeln konnte, denn drei Finger pro Hand finden gleichzeitig Platz. Der Geschwindigkeitsvorteil dieses Systems wird aber durch die höhere Fehlerquote nichtig gemacht - der Umdenkprozess von zehn auf sechs Finger fordert Opfer. So bleibt es in der Praxis doch eines der Daumentippgeräte, mit dem Unterschied, dass die Daumen viel Platz finden.

Für weniger Text-intensive Aktionen kann man das Display nach außen drehen und erhält das klassische PDA-Format - allerdings deutlich größer als die üblichen Geräte. Auch ist es zu schwer für die Jackentasche und zum Telefonieren wird man das Gerät bestenfalls kurz ans Ohr heben - für längere Telefonate ist ein Headset praktisch zwingend, das Gerät ist zu breit und zu schwer, um unverkrampft ans Ohr gehievt zu werden.

Angenehme Geschwindigkeit

Dafür bietet der MDA pro als einziger PDA GPRS, WLAN und UMTS in einem Gerät, was - wo ein entsprechendes Netz verfügbar - dem Download von Mail-Attachements und Websurfen angenehme Geschwindigkeit verleiht. Dank den üblichen Pocket PC Office-Beigaben sowie einem PDF-Viewer kann man die Attachements auch betrachten.

In weniger gut abgedeckten Gebieten wird's aber schwieriger - wo andere GPRS-PDAs längst die Mails haben, hadert der MDA noch damit, überhaupt eine Verbindung aufzubauen. Er scheint verzweifelt nach einer UMTS-Verbindung zu suchen, anstatt pragmatisch auf GPRS runterzuschalten. Wer sich in Städten aufhält, wird aber von schnellen UMTS-Downloads verwöhnt.

Der Bildschirm ist angenehm groß und hoch aufgelöst (VGA), allerdings wie bei so vielen Pocket PCs selbst bei maximaler Helligkeit eher dunkel und im Freien mühsam abzulesen. Das dürfte ebenso wie die relativ geringe Akkuausdauer (ein Arbeitstag ist aber sicher drin) ein Tribut an das stromhungrige Windows Mobile Betriebssystem sein. Gleiches gilt für die üblichen Wartezeiten: Zwar dreht sich der Bildschirminhalt je nach Verwendung des Geräts (Laptop-like oder im PDA-Hochformat) automatisch, daran werkelt Windows Mobile aber sichtlich bemüht und es vergeht Zeit, bis man weiterarbeiten kann.

Aber gerade mobile Betriebssysteme sind zu einem gewissen Grad Geschmacksache, daher sei das außer Acht gelassen. Das Dreh/Klapp-Konzept macht den MDA pro derzeit zu einem einzigartigen Gerät am PDA-Markt, das Stift- oder Minitasten-Skeptiker überzeugen könnte. Eigentlich schafft es sich seine eigene Kategorie, irgendwo zwischen Notebooks und PDAs. Interessant ist es wegen UMTS und WLAN für jeden, der unterwegs häufig größere Attachements herunterladen möchte, aber nicht gleich ein volles Notebook benötigt (um etwa selbst Attachements zu verfassen). Als reines E-Mail-Arbeitstier (also ohne Riesenattachements) sind kompaktere Geräte (auch aus den "eigenen" MDA-Reihen) wahrscheinlich die bessere Wahl.

www.t-mobile.at

weitersagen: drucken
Andreas’ Tech Watch
maximize
Termine

18. Juni - 22. Juni

In ganz Österreich

SAP Mittelstandstage

Print-Archiv
Folgen Sie uns
Leser empfehlen
MONITOR-Newsletter

Abonnieren Sie unseren Newsletter!

E-Mail:
Die von Ihnen angegebene E-Mail Adresse wird von MONITOR Online weder an Dritte weitergegeben noch zu anderen Zwecken verwendet.
MONITOR-Autoren
Alexandra Riegler

Alexandra Riegler arbeitet als freie Journalistin in den USA. Zu ihren Spezialgebieten zählen die Themen Technologie und Forschung. ..mehr..

Die neuesten Artikel:

© Copyright 1983-2012 by MONITOR / Bohmann Druck und Verlag Gesellschaft m.b.H. & Co. KG (www.bohmann.at)

Add to Google  | Abo | Themenvorschau | Mediadaten | Inserate buchen | Kontakt | Impressum