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Licht am Ende des Tunnels

Neuausrichtung und Einschnitte beim Personal scheinen zu greifen. Im Gegensatz zum Vorjahr konnte Sun Microsystems die Verluste im Geschäftsjahr 2005 in engen Grenzen halten. Bei Sun Österreich will man sich verstärkt im Lösungsgeschäft engagieren.

Alexander Hackl

Wenn sich ein Unternehmen mit einem Umsatzrückgang und leichten Verlusten zufrieden zeigt, dann liegt das meistens daran, dass es im Vorjahr noch schlimmer gekommen war und/oder dass man Schlimmeres befürchtet hatte. Auf Sun Microsystems Inc. trifft zumindest Variante eins zu. "Wir konnten Umsatz und Gewinn stabilisieren und die Verkaufsstückzahlen ausbauen", erklärte Bernhard Isemann, frisch gebackener Geschäftsführer von Sun Österreich, bei der Präsentation der Ergebnisse für das abgelaufene Geschäftsjahr (bis 30.6.2005).

Der als Network Computing-Pionier groß gewordene Konzern verzeichnete 2005 einen Umsatz von 11,071 Milliarden US-Dollar, was einem Rückgang von einem Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Umsatzmarge betrug 41,5 Prozent, dies entspricht einem Anstieg von 1,1 Prozent im Vergleich zu 2004. Der Nettoverlust lag bei 11 Millionen US-Dollar im Vergleich zu 338 Millionen US-Dollar im Finanzjahr 2004.

Die schmerzhaften Verluste 2004 wären noch viel höher ausgefallen, wenn nicht eine 700 Millionen Dollar Zahlung von Microsoft das Ergebnis deutlich geschönt hätte. Das Geld war die letzte Rate einer insgesamt 1,6 Milliarden Dollar schweren Einigung zur Beendigung von Kartell- und Patentstreitigkeiten. Zudem wurde eine weit reichende, auf zehn Jahre angelegte Technologiepartnerschaft mit Microsoft geschlossen. Die Einigung mit dem Erzfeind Anfang 2004 kam überraschend. "Microsoft kann man nicht trauen", tönte Jonathan Schwartz, mittlerweile Sun-Präsident, noch 2002. Dazu Franz Nowak, Solution Technology Manager bei Sun Österreich: "Wir wollen eine Zusammenarbeit aufbauen und auch versuchen, mit Microsoft Verschränkungen herbeizuführen." Zur Frage, ob das nun der Beginn einer wunderbaren Freundschaft sei, wollte Nowak keine Prognose abgeben.

Sun Österreich: "Umsatzziele erreicht"

In Österreich habe man im abgelaufenen Finanzjahr dank eines "sehr positiv" verlaufenen vierten Quartals die Umsatzziele erreicht, erklärte Isemann. "Wir haben im vergangenen Geschäftsjahr große Service- und Lösungsprojekte gewonnen und gleichzeitig den Softwareumsatz steigern können", so der gelernte Nachrichtentechniker weiter. Dem stand allerdings ein Umsatzrückgang im Hardwaregeschäft gegenüber. Der Gesamtumsatz von Sun Österreich blieb im Vergleich zum Finanzjahr 2004 gleich. Konkrete Zahlen für Österreich wurden nicht bekannt gegeben.

2006 wolle man sich verstärkt im Lösungsgeschäft engagieren, kündigte Isemann an und verwies auf erfolgreiche Projekte im abgelaufenen Geschäftsjahr. Für Sony DADC wurde eine hochverfügbare ISP-Plattform implementiert, die Raiffeisen Informatik bekam eine Identity Management Lösung. Auch mit High Performance-Clustern und im HighEnd Storage-Bereich war man erfolgreich. Die Stadt Wien wurde bei der Integration von OpenOffice in die neue Open Source-Plattform unterstützt. Die Mitarbeiterzahl bei Sun Österreich (derzeit 50) soll 2006 auf 60 erhöht werden. "Wir sind strukturell im Konzern in einer Gruppe mit den boomenden Ostländern. Das ist ein wichtiger Vorteil für unseren Standort", glaubt Iseman.

Die Sun-Krise

Das Unternehmen Sun Microsystems hatte sich 1982 aus einem Projekt zur Vernetzung der Bibliotheksrechner an der Stanford University in Kalifornien entwickelt und etablierte sich auf dem Markt für leistungsstarke Server und Workstations. Es folgten einflussreiche Entwicklungen wie das Unix-Netzwerkdateisystem NFS, der Sun SPARC-Prozessor für Workstations und Server, auf denen das Betriebssystem SunOS (später Solaris) läuft, oder die plattformunabhängige Programmiersprache Java. Doch die Glanzzeiten scheinen vorerst vorbei zu sein. Seit 2002 schreibt der Konzern rote Zahlen, das Hardwaregeschäft ist kaum noch profitabel und bei den Betriebssystemen abseits von Microsoft setzt sich Linux durch.

Vergangenen Juni wurde im Rahmen des OpenSolaris-Projekts Solaris 10 als Open Source-Betriebssystem freigegeben. Laut Sun gab es bisher schon zwei Millionen Downloads. Dies werde aber von einem professionellen Support-Vertrieb begleitet, erklärte Isemann.

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MONITOR-Autoren
Dipl.-Hdl. Ing. Ernst Tiemeyer

bekannt durch zahlreiche Veröffentlichungen, war nach dem Studium der Wirtschafts- wissenschaften, Organisation und Informatik zunächst mehrere Jahre als Gruppen- und Projektleiter an einem Institut für angewandte Informatik beschäftigt. Heute ist er in vielfältiger Form als freiberuflicher Management- und Organisationsberater sowie in der Weiterbildung tätig. Schwerpunktmäßig geht es dabei um die Einführung, Entwicklung und Beratung für den praxisgerechten Computereinsatz. ..mehr..

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