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Thema: Internet für KMU

Interview mit Alexandra Reich, "3"

"3" optimistisch: "Die Zeit der Kinderkrankheiten ist vorbei"

Welche Chancen hat Hutchison "3" - nach der Übernahme von telering durch T-Mobile - am Mobilfunk-Markt in Österreich? Mit knapp 300.000 Kunden und 3,7 % Marktanteil (laut Juli-Daten der RTR) liegt der UMTS-Anbieter abgeschlagen auf Platz vier. Trotzdem herrscht (wieder) Optimismus. Für den Herbst ist eine große, neue Marketing-Offensive, quasi ein Neustart, und die Öffnung in Richtung Businesskunden geplant, so die Pläne von Alexandra Reich, seit 1.6.2005 neuer Marketingvorstand bei "3".

Christine Wahlmüller

Frau Reich, Sie sind seit wenigen Wochen Marketingchefin bei "3", zuvor waren Sie bei UTA. Wie sehen Sie Ihren eigenen Werdegang am Telekom-Markt Österreich?

Zunächst muss ich sagen, ich komme aus Deutschland und bin noch als T-Online-Geschäftsführung regelmäßig zwischen Wien und München gependelt. Bei UTA war ich zuletzt ein Jahr beschäftigt, hier ging es vor allem darum, den Verkauf gemeinsam mit CEO Günther Ofner vorzubereiten. Die UTA-Zeit hat mir viel Spaß gemacht, letztlich kam für mich der Verkauf viel zu rasch. Ich bin bis Ende März 2005 bei UTA geblieben, danach wollte ich mir eigentlich eine Auszeit nehmen, vielleicht den MBA machen, aber es kam anders. Hutchison kam auf mich zu, und jetzt habe ich schon die ersten drei Monate hinter mich gebracht.

Was ist Ihr Resumée nach den ersten drei Monaten?

Anfangs gab es sicherlich enorm viel Skepsis von Seiten der Mitarbeiter. Aber das ist ja normal, wenn jemand Neuer kommt oder es Veränderungen gibt. Inzwischen, denke ich, ist dieses erste Misstrauen beseitigt, und wir arbeiten voll an unserem Neustart für den Herbst. Wir haben das große Glück, auf den Lernfaktoren der Vergangenheit aufzubauen. Die Kinderkrankheiten sind jetzt ausgeräumt, und wir profitieren sicher davon, dass wir kein reiner Voice-Anbieter sind, sondern auch Content und praktische Services anbieten. Ab Mitte September starten wir neu mit der deutschen Agentur "Q" durch. Nur so viel sei verraten, der bisherige "3-Mann" ist weg. Wir werden neue Tarife bringen, allerdings abseits vom skurrilen Preiskampf, und auch in den Businesskundenmarkt einsteigen...

... den Sie ja schon einmal im Visier hatten, dann wurde aber wieder rein auf den Privatkundenmarkt fokussiert.

Das ist richtig, damals wurde erkannt, dass die Zeit einfach noch nicht reif war, vor allem auch in punkto Services und Endgeräte. Das hat sich mittlerweile geändert. Die Handsets sind viel funktioneller geworden, egal ob von Motorola, LG oder Nokia. Wir wollen jetzt im KMU-Segment starten. Auch hier wird Mobilität und mobiler Datenverkehr immer wichtiger. Ich denke, es ist wichtig, sehr individuell auf den Kunden zuzugehen, wir werden daher den Dialog mit den Geschäftskunden suchen. International hat sich da auch viel an Entwicklungen getan, so wurde in diversen Umfragen erhoben, was den Kunden funktionell wichtig wäre. Die Ergebnisse können wir jetzt im Herbst am Markt präsentieren, da kommen einige neue, funktionelle, spannende Dinge, die insbesondere für kleine Geschäftskunden sehr nützlich sind.

Was wird das beispielsweise sein?

Dazu kann ich noch nichts Genaueres verraten. Nur so viel: Es wird den Arbeitsalltag auf alle Fälle vereinfachen. Ich denke, auch jeder, der die Services, die es jetzt bereits schon gibt, ausprobiert, wird fasziniert sein. Ich bin schon zum Freak geworden. Man kann zum Beispiel seine Familie stark Anteil nehmen lassen, indem man Bilder weiterversendet. Mittlerweile sind ja auch die Displays groß genug und leistungsstark. Ich selber nutze vielerlei Möglichkeiten, vom Kino- und TV-Programm bis hin zum Datawarehouse-Zugriff.

Trotzdem kommt die UMTS-Nutzung nur sehr langsam in Gang, woran liegt das?

Wie gesagt, bis dato lag es am Mangel an Endgeräten und funktionellen Services, aber das hat sich geändert. Innovationen beziehungsweise die Akzeptanz derselben benötigen außerdem immer Zeit.

Wie sehen Ihre Ziele bis Jahresende aus?

Ein wichtiges Kriterium für uns ist der UMTS-Netzausbau, den wir so rasch als möglich, auch in ländlichen Regionen, vorantreiben wollen. Unsere Gesamt-Investitionssumme von 2005 bis Mitte 2006 liegt bei 1,2 Mrd. Euro. Derzeit wird noch unter drei Servicepartnern evaluiert, bis Mitte September wird die Entscheidung fallen, dann soll der Rollout so schnell als möglich passieren. Spätestens 2008 soll der Komplettausbau abgeschlossen sein.

Wie sehen Sie die derzeitige Situation rund um T-Mobile und telering, inwieweit ist Hutchison davon betroffen? Sie haben ja auch auf Ihrer Website schon Anfang August telering-Kunden den Wechsel zu Hutchison angeboten.

Ich sehe die Situation sehr entspannt. Es ist natürlich schade, ich weiß am besten, wie es ist, wenn man übernommen wird. Ich denke, was mit telering geschaffen wurde, war großartig. Natürlich hoffen wir auf Kundenzuwachs, aber allein dadurch, dass wir die Leute von unseren Services und Angeboten begeistern können.

Hat Österreich genug Platz für vier Mobilfunker?

Ich denke ja. Vier Anbieter sind für den Markt sehr positiv, es musste zu einer Bereinigung kommen. Es kommt jetzt viel auf die klare Positionierung an, wir sind da sicher um einiges wendiger und innovativer als zum Beispiel eine mobilkom und bauen vor allem auch auf eine internationale Vernetzung und Entwicklung. Hutchison hat weltweit zu Zeit übrigens knapp 8 Millionen 3G-Kunden.

Letzte Frage: Bleibt noch Zeit für Privatleben und Hobbies?

Mein Arbeitstag beginnt derzeit um 7 Uhr früh und dauert bis spätabends. Es bleibt daher nur wenig Zeit für Familie, Kinder und Freizeit. Mein Sohn ist knapp 17 und meine Tochter 9, beide sind sehr selbständig und stolz auf die Mama. Wenn es aber sein muss, habe ich immer Zeit für meine Kinder, da verlasse ich sogar eine Vorstandssitzung vorzeitig.

www.drei.at

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MONITOR-Autoren
Mag. Christoph Weiss

Mag. Christoph Weiss, i2s consulting, Leiter Büro Österreich: Magister und Textil-Fachingenieur. Führungserfahrung als IT-Leiter im Bereich technischer Grosshandel. Mehrfach Linien- verantwortlicher für ERP-Einführungen. Lehrbeauftragter an der Fachhochschule Technikum Wien. Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft für Datenverarbeitung (ADV) ..mehr..

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