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IT-Ausbildung

Kluge Köpfe braucht das Land

Es mangelt an qualifizierten IT-Fachkräften. Die gute Nachricht: Hochwertig ausgebildete Spezialisten finden ausgezeichnete Karrierechancen.

Walter L. Hanus

In Österreich herrscht ein Engpass an technisch hoch qualifizierten IT-Fachleuten. Einer der Gründe ist, dass die Anzahl der IT-Studenten und -Absolventen abnimmt. Dabei bieten technische Berufe durchaus attraktive Karrierechancen und befriedigende Aufgaben. Aber nach jüngsten Zahlen interessieren sich nur mehr 30 Prozent der AHS-Absolventen für ein technisches Studium.

Schule & Uni: EDV-Unterricht nicht zeitgemäß

Dass die IT an Reiz verliert, beginnt schon in der Schule. Die EDV-Lehrpläne einer AHS werden nur selten modernisiert, dadurch wirkt der EDV-Unterricht veraltet. Viele lassen sich außerdem von langen Studienzeiten abschrecken. Ein weiteres Problem liegt in der Mainstream-Meinung, dass man als Techniker weniger verdient als ein Jurist, Wirtschafter oder Mediziner.

Doch gerade das Berufsbild des IT-Spezialisten hat sich in den letzten Jahren enorm gewandelt, ist interessanter geworden und stellt umfangreiche Anforderungen. Dazu gehört neben der fachlichen Kompetenz auch das Verständnis für Lenkung, Management und Steuerung von IT-Prozessen, vom Konzept über das Design bis zur Programmierung.

Auch an der Universität erhalten die Studenten ein falsches Bild vom Berufsleben. Zum Beispiel werden Software-Tests zu wenig berücksichtigt; sie gewinnen jedoch immer mehr an Bedeutung. Einen zu geringen Stellenwert genießen das Programmieren von Microcontrollern (Embedded Systems), die Programmierung in Echtzeit-Betriebssystemen und die gesamte Welt der Open-Source-Produkte.

Unternehmen: Weiterbildung ist notwendig

Dass Österreich über zu wenig IT-Spezialisten verfügt, liegt jedoch auch an der Situation in den Unternehmen. Durch den enormen Konkurrenzdruck bleibt immer weniger Zeit für die Weiterbildung der Mitarbeiter. Bei Bewerbungsgesprächen hört man dann häufig, dass der Mitarbeiter aus Zeitdruck keine Kurse besuchen konnte. Wer sich aber nicht mit neuen Technologien beschäftigt, der fällt zurück.

Die Arbeitgeber sind aufgerufen, ihren Mitarbeitern eine professionelle Weiterbildung real zu ermöglichen. Aber auch die Arbeitnehmer werden ihren Teil beitragen müssen. Denn Weiterbildung verursacht dem Arbeitgeber enorme Kosten. IVM hat gute Erfahrungen damit gemacht, ihren Mitarbeitern eine Weiterbildung zwar kostenlos, aber außerhalb der Arbeitszeit anzubieten. So können am IVM Campus anspruchsvolle Schulungen am Front-End der Entwicklung stattfinden. Das Konzept ist ehrgeizig, innovativ - und funktioniert.

Will Österreich als IT-Standort bestehen, so braucht das Land bestens qualifizierte Fachleute. Durch die Nähe zu den neuen EU-Staaten im Osten herrscht härteste Konkurrenz. Wenn Ostfirmen Dumping-Preise anbieten, kann Österreich nur mit besserer Qualität punkten.

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MONITOR-Autoren
Alexander Hackl

Alexander Hackl ist freier Journalist in Wien. Er ist Absolvent des Master- Programms „Qualitätsjournalismus“ an der Donau-Universität Krems und spezialisiert auf Technologiethemen. Seit drei Jahren ist er als Autor für den MONITOR und das Wirtschaftsmagazin FORMAT tätig. Das Hauptaugenmerk in seiner Arbeit liegt auf Informations- technologie im Kontext gesellschaftlich-wirtschaftlicher Zusammenhänge. ..mehr..

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