Christian Henner-Fehr
Mit einer Leistungsschau hat die BRZ GmbH ihre Rolle als führender IT-Dienstleister der öffentlichen Verwaltung dokumentiert. Von den insgesamt 400 Mio. Euro IT-Aufwand im Bund werden alleine 50 Prozent vom BRZ umgesetzt. Ein Großteil der IT-Aufträge des Bundes gibt das BRZ an seine Wirtschaftspartner weiter und entwickelt, implementiert betreut gemeinsam mit diesen die Applikationen, Lösungen und Infrastrukturen der Kunden. 140 Mio. Euro von den insgesamt 200 Mio. Euro Umsatz werden so an die Wirtschaft weiter gegeben, der Wert der Eigenleistungen beträgt 60 Mio. Euro.
"Als Drehscheibe zwischen Verwaltung, Wirtschaft und Bürger sehen wir unsere primäre Aufgabe in der kompetenten Umsetzung des IKT-Masterplans der Regierung in enger Kooperation mit unseren Partnern aus Wirtschaft und Forschung", formuliert es Harald Neumann, Geschäftsführer der BRZ GmbH. "Nur so können wir uns in dieser Position behaupten."
Die Kernthemen sind dabei "Business Intelligence", "IT-Architektur", "IT-Infrastruktur" und "Workflow". Workflowlösungen helfen die seit jeher sehr komplexen Arbeitsprozesse der öffentlichen Verwaltung zu optimieren, zu vereinfachen und zu beschleunigen. Durch gezielten Ressourceneinsatz werden nicht nur Kosten und Zeit eingespart, auch die Zufriedenheit der Kunden lässt sich dadurch erhöhen. Ein Beispiel dafür ist die gemeinsam mit IBM entwickelte Verfahrensautomation Justiz (VJ), die für die Fallverwaltung und Registerführung bei sämtlichen österreichischen Gerichten und Staatsanwaltschaften eingesetzt wird. So werden seit 2000 Insolvenzen rechtsverbindlich im Internet bekannt gemacht. Die Daten werden automatisch aus dem Insolvenzregister der VJ generiert. Unter www.edikte.justit.gv.at kann der User auf die aktuellen Daten zugreifen.
Eingaben und Zustellungen lassen sich über den elektronischen Rechtsverkehr (ERV) übermitteln und tragen dazu bei, die Kosten zu senken. Über 2,5 Mio. Euro an Portokosten ließen sich auf diese Weise im letzten Jahr einsparen. Die VJ hat mit dazu beigetragen, dass Österreich im Bereich E-Government zur europäischen Spitzengruppe gehört. Vom Erfolg könnte auch IBM profitieren, denn das Interesse ausländischer Delegationen an VJ ist groß. Derzeit läuft gerade die Ausschreibung in Kroatien und wenn die kroatische Verwaltung von den Vorzügen der VJ überzeugt werden kann, erweist sich E-Government Made in Austria vielleicht auch bald als Exportschlager.



7/2011
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Dr. Christine Wahlmüller-Schiller ist freie Autorin und Kommunikationsberaterin, spezialisiert auf die IT- und Telekom-Branche. 