Adolf Hochhaltinger
UC Networks befasst sich mit dem Handel und der Vermietung von gebrauchtem Netzwerk-Equipment des Herstellers Cisco. Das Unternehmen betreibt sein Geschäft in Deutschland schon einige Jahre und hat Jänner 2005 auch in Österreich damit begonnen. In Deutschland hat UC Networks knapp 100 Mitarbeiter in mehreren Niederlassungen, in Österreich sind zur Zeit drei Mitarbeiter tätig, aber das werden bis zum Jahresende noch ein paar mehr werden.
Geräte, die zum Beispiel nur kurz benutzt wurden oder bei denen nur die Verpackung geöffnet wurde, werden auf diesem Weg einem sinnvollen Einsatz zugeführt. Diese Geräte haben zumeist noch eine Lebensdauer von fünf Jahren oder mehr. So sorgt UC Networks dafür, dass diese Produkte verfügbar sind, und steht auch für Garantie und Wartung ein.
Grundsätzlich muss der Kunde dabei die Sicherheit haben, mit diesem Produkt seine Lösung realisieren zu können. Auch Fehler, die erst bei fortgeschrittener Installation auftreten, muss er gelöst bekommen.
Partnerschaft mit dem Kunden
"Deshalb verstehen wir diesen Wiederverkauf als Partnerschaft. Dies umfasst auch, dass wir Produkte etwa bei einem Defekt austauschen oder dem Kunden eine sofort realisierbare Alternative als schnelle Lösung anbieten. Aber all dies darf ihm auf keinen Fall zusätzlichen Aufwand verursachen - weder finanziellen noch Arbeitsaufwand", so Oberhauser.
Ein typischer Fall ist beispielsweise ein Kunde, der Equipment für einen bestimmten Zeitraum braucht, für eine Woche oder für einige Monate. UC Networks stellt ihm die Produkte für diese Zeit zur Verfügung und übernimmt die Ware danach wieder.
Das Unternehmen kommt aus Deutschland und sieht sich als "Refurbished Distributor" - als jemand, der in der Lage ist, auch eine größere Stückzahl von Produkten aus verschiedensten Kanälen zu warten, im Lager aufzunehmen, weiter zu supporten und zu verkaufen. Als klassischer Distributionspartner also, mit allen Funktionalitäten, und dazu gehört Vermieten ebenso wie Leasing und Verkauf. Etwa drei Viertel des Umsatzes kommt dabei aus dem Verkauf und rund ein Viertel aus der Vermietung.
Kongresse und Events
"Wir versorgen Tagungen, Kongresse usw. in Europa mit Equipment von Cisco. Wenn einige tausend Besucher erwartet werden, die die Vorzüge eines Netzwerkes nutzen wollen, sind wir der typische Ansprechpartner. Wir versorgen die Veranstaltung mit den nötigen Gerätschaften, sorgen für den Internet-Zugang, für die erforderliche Netzwerk-Infrastruktur - in der Regel in Zusammenarbeit mit einem lokalen Dienstleister", erklärt Oberhauser. "Auch in Österreich sehen wir uns als Partner für diese Dienstleistungen, wir werden aber auch von Unternehmen angesprochen, die nicht ausschließlich Cisco-Produkte verkaufen. Für viele Unternehmen ist es einfach wirtschaftlicher, ein refurbished Produkt inklusive unserer Gewährleistung einzusetzen."
Oder eine neue Firma benötigt schnellstens ein funktionierendes Netzwerk - UC Networks sorgt dafür, meist zusammen mit einem Systemhaus, das die Geräte installiert, oder zusammen mit der IT-Abteilung des Endkunden. Im Laufe der folgenden Monate kristallisiert sich dann heraus, welche Anforderungen das Unternehmen an das "endgültige" Netzwerk stellen wird. Und bis das alles durchgeplant und realisiert ist, sorgt das Equipment von UC Networks dafür, dass den Mitarbeitern von Anfang an ein brauchbares Netzwerk zur Verfügung steht.
"Unser Kunde ist dabei in der Regel nicht der Endkunde, sondern der Dienstleister, Service Provider oder Wiederverkäufer - ein Cisco Partner, der schon konkrete Vorstellungen hat, welche Produkte er für einen bestimmten Einsatz benötigt. Dabei ist sicherlich auch der Preis ein wesentliches Argument", so Oberhauser.
Netzwerk-Erweiterung
Oder ein Kunde setzt schon einige Exemplare eines etwas älteren Cisco-Produkts in seinem Netzwerk ein und ist damit vollständig zufrieden; nun sucht er weitere Exemplare dieser Hardware, um sein Netzwerk zu erweitern. Auch diese Geräte kann er bei UC Networks bekommen. Dies bringt für die zuständige IT-Abteilung übrigens große Vereinfachungen, weil (im Extremfall) im gesamten Unternehmensnetzwerk nur eine einzige Type dieser Geräte existiert.
"Beim typischen "Newcomer" dagegen sind die Zielsetzungen weniger konkret", erläutert Oberhauser, "hier ist oft noch Lern- und Erklärungsbedarf gegeben. Dann übernehmen wir die Beratung und führen den Kunden zu einer vernünftigen Lösung. Wir sorgen für die Unterstützung bei der Installation, meist in Zusammenarbeit mit einem Systemhaus, an das wir die Geräte liefern."



1/2012
8/2011
7/2011


Alexander Hackl ist freier Journalist in Wien. Er ist Absolvent des Master- Programms „Qualitätsjournalismus“ an der Donau-Universität Krems und spezialisiert auf Technologiethemen. Seit drei Jahren ist er als Autor für den MONITOR und das Wirtschaftsmagazin FORMAT tätig. Das Hauptaugenmerk in seiner Arbeit liegt auf Informations- technologie im Kontext gesellschaftlich-wirtschaftlicher Zusammenhänge. 