Rüdiger Maier
"Wir betreiben hier neben der Telekom Austria eines der größten einschlägigen Labors, um unseren Kunden ausgereifte und innovative Lösungen zur Verfügung stellen zu können", unterstreicht Klaus Schmid, seit März des Vorjahres Leiter der Produkt- und Lösungs-Entwicklung beim Unternehmen. Das Labor trägt maßgeblich zum wirtschaftlichen Erfolg bei, das Gesamtbudget für Forschung & Entwicklung beträgt etwa 30 Mio. Euro. Über 40% der 570 Beschäftigten sind im Entwicklungsbereich tätig: "Die Investitionen in unser Labor werden nicht geringer, nur die Abschreibungszyklen werden kürzer", weiß Schmid um den laufenden Finanzbedarf der Entwicklungsabteilung. Die jährliche Abschreibung im Labor liegt bei 4-5 Mio. Euro.
Das Know-how des Unternehmens umfasst optische Übertragungseinrichtungen, Richtfunksysteme, Sprach-Vermittlungssysteme, GSM/GPRS/UMTS Mobilnetze sowie Dateneinrichtungen für ATM, Frame Relay und IP. Neben Services und Applikationen für Next-Generation-Networks bzw. innovativen OSS/BSS-Lösungen deckt das Unternehmen die gesamte Wertschöpfungskette von Beratung, Design, Entwicklung, Errichtung und Integration bis hin zur Wartung und dem Betrieb kompletter Netze ab.
Digitaler Zugfunk und ENUM
"Wir sind besonders stolz darauf, dass wir uns etwa mit dem digitalen Zugfunk-System "GSM-R" gegen die internationale Konkurrenz durchsetzen konnten", erläutert Schmid. Das Unternehmen wird für die Tschechische Bahn den internationalen Schienenkorridor von der deutsch-tschechischen Staatsgrenze über Prag nach Kolin mit einem modernen, digitalen Zugfunk-System "GSM-R" im Wert von rund 8 Millionen Euro ausstatten. Die digitale Zugfunktechnologie stellt die europaweite Basis für den Sprach- und Datenverkehr bei Eisenbahnen sowie für den Einsatz des neuen elektronischen Sicherungssystems ETCS (European Train Control System) dar. Spezifiziert wurde das System unter dem EU Projekt MORANE, an welchem Kapsch wesentlich beteiligt war.
Vorreiter war das Unternehmen im Vorjahr auch bei ENUM: Electronic Number Mapping ist ein neuer Internetstandard, der die einzelnen Voice over IP (VoIP) Inseln untereinander, aber auch die Internet-Sprachtelefonie mit dem herkömmlichen Telefonnetz verbindet. "Unsere VoIP-Lösungen sind alle ENUM fähig, Österreich ist in diesem Bereich wirklich weit vorne", so der Entwicklungschef.
WiMAX als neuer Breitband-Standard
"Der Bereich des drahtlosen Breitband Internet Zugangs ist eines der wichtigsten Wachstumssegmente in der modernen Telekommunikationsbranche", weiß Schmid. Anfang des Jahres führte das Unternehmen daher den ersten Anruf in Zentraleuropa über den neuen Breitband-Internet-Standard WiMAX durch. WiMAX (Worldwide Interoperability for Microwave Access) könnte sich zum dominierenden Standard bei drahtlosen, stationären und mobilen Breitband-Internet-Zugängen zu entwickeln. Das System setzt Funk anstelle von Kabeln als Übertragungsmedium "auf der letzten Meile" zwischen Netzbetreibern und Kunden ein. "Wir sind Mitglied im internationalen Standardisierungsgremiums "WiMAX Forum" und haben das Ziel, so noch nicht erschlossene Gebiete mit Breitbanddiensten zu versorgen", erklärt Schmid vorausblickend.
Sprachdienste über IP-Netz
Die "Hosted IP PBX Lösung" des Unternehmens als VoIP Plattform ermöglicht erstmals das Outsourcing von Business-Telefonie an Carrier und Service Provider. "Mit dieser Lösung wird die Telefonanlage komplett zu einem monatlichen Fixbetrag an einen Service Provider ausgelagert", ist Schmid stolz. Kurzfristige Änderungen im Telefonnetz werden mit einem Handgriff (An-/Abstecken von Apparaten) erledigt. Die IP PBX Anlage steht zentral beim Carrier, der für die Kunden unterschiedliche Feature-Gruppen je nach Bedarf und unabhängig von der Client-Anzahl freischaltet. "Damit bieten wir Providern ganz neue Geschäftsmöglichkeiten", gibt sich der Entwicklungsleiter einmal mehr auch businessorientiert.




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Mag. Christoph Weiss, i2s consulting, Leiter Büro Österreich: Magister und Textil-Fachingenieur. Führungserfahrung als IT-Leiter im Bereich technischer Grosshandel. Mehrfach Linien- verantwortlicher für ERP-Einführungen. Lehrbeauftragter an der Fachhochschule Technikum Wien. Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft für Datenverarbeitung (ADV) 