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Hard & Software

Andreas’ Tech Watch

Die Handykamera und der Drehwurm

Irgendwie hat Sony Ericssons S700i den Dreh nicht raus.

Andreas Roesler-Schmidt

Gleich vorweg: Handys, die irgendeine Form von Scharnier haben, wecken bei mir Misstrauen. Erst etwas aufklappen zu müssen, bevor ich telefonieren kann, finde ich in etwa so praktisch wie die "Sprechtaste" bei früheren Telefonzellen, die zu Beginn des Gesprächs, aber nicht zu früh zu drücken war. Übertroffen werden die Klapphandys noch vom Sony Ericsson S700i, ich nehme an, man muss es analog "Drehhandy" nennen.

Das Displayoberteil wird hier seitlich um 180 Grad gedreht, was in der Praxis äußerst lästig ist. Angenommen Sie erhalten einen Anruf, dann können Sie das Handy nach links oder rechts aufdrehen, aber nur in jeweils die Gegenrichtung wieder zurück. Sie müssen sich also merken, in welche Richtung Sie das Handy zuletzt geöffnet haben, um es später nicht physisch zu belasten und vergeblich gegen den Anschlag schließen zu wollen. Aber nach dem Öffnen haben wir ein verkehrtes Handy vor uns. Man muss das ganze Handy nochmals drehen (am Anfang mit zwei Händen, später mit geübter Einhand-Wurfbewegung). Erst jetzt haben Sie endlich das Gerät zur Verwendung bereit vor sich - dieser Mechanismus ist also offensichtlich ein zeitraubender.

Eine andere Situation: Das Handy ist zugeklappt, wieder läutet es. Ob des Mechanismus wird man nicht aufdrehen, sondern am geschlossenen Handy rangehen (das geht auch). Wir hören vom Anrufer nichts (wir sind gerade z.B. am lauten Flughafen) und wollen lauter drehen. Doch wir greifen ins Leere, wo beim letzten Telefonat noch der Lautstärkenregler an der Geräteseite war, ist nichts. Er ist jetzt statt ganz links unten ganz rechts oben. Mit solcherlei Tücken erschwert der Drehmechanismus den Alltag.

Dabei fehlt sogar der einzige Vorteil von Klapphandys - die schützen eingeklappt ihr Display. Hier ist es (übrigens groß und gut) jedoch immer außen. Die Idee dahinter: Das S700i soll mehr einer Kamera gleichen als einem Handy. So sieht die Rückseite auch tatsächlich wie eine typische Digicam aus, hinter dem Schiebeverschluss versteckt sich jedoch kein Kameraobjektiv, sondern das übliche Handy-Linschen samt Selbsporträt-Spiegel. Doch was liest man darunter: 1,3 Megapixel - selbst einige kleinere Handys bieten da mehr und verkleiden sich nicht als Kamera. Immerhin als Schnappschuss oder Bildnotiz sind die Bilder zu gebrauchen.

Wer sich von den Drehspielen nicht abschrecken lässt, erhält ein Handy mit hübscher Benutzeroberfläche (die allerdings schneller reagieren könnte), feinem Display und ausgezeichneter Akkulaufzeit. Ob sich dafür allerdings Größe und Gewicht des Handys lohnen? Oder der Kampf gegen den Drehwurm?

www.sonyericsson.at

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MONITOR-Autoren
Mag. Dominik Troger

Mag. Dominik Troger gehört seit 1992 zum MONITOR-Team. Er begann als News-Redakteur und betreute viele Jahre die MONITOR Weiterbildungsbeilage "Job Training". Seit dem Jahre 2000 war er als Chef vom Dienst tätig, mit Dezember 2009 übernahm er die Chefredaktion. ..mehr..

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