Der Outsourcing-Boom der vergangenen Jahre ist 2004 einem Höhepunkt zugestrebt, konstatiert MONITOR-Autor Conrad Gruber in unserem "Thema" ab S. 14. Zu Ende letzten Jahres wanderten weltweit nämlich 826.000 IT-Jobs aus den Industrienationen in Billiglohnländer ab. Die Abwanderung fand hauptsächlich aus den USA und Japan statt, in Europa sind die Deutschen Auslagerungs-Weltmeister bei IT-Jobs. Wie in den vergangenen Jahren profitieren Indien und China am meisten von dieser Entwicklung. In diesen Ländern wird das Outsourcing durch Steueranreize und staatliche Unterstützung gefördert, außerdem sind die Löhne niedrig. Länder, die für Österreich wesentlich näher liegen und in denen auch Billigprogrammierer arbeiten, sind Polen, Rumänien oder Russland.
Aber: Experten sind sich einig, dass Outsourcing nur bis zu einem gewissen Grad sinnvoll ist. Nämlich dort, wo es sich nicht um zentrale und lebensnotwendige Bereiche eines Unternehmens handelt, zum Beispiel den Kern des IT-Betriebs. Lesen Sie alles über Outsourcing und Einsparungspotenziale in der IT auf über 15 Seiten in unserem "Thema" ab S. 14.
China und Neuseeland
China bietet sich allerdings nicht nur als Outsourcing-Standort an, sondern hat auch Wien als Standort für seine Europa-Expansionspläne auserkoren. MONITOR-Autor Conrad Gruber hat die "recht reifen" Pläne für einen "China Austria Technology Park" in Wien entdeckt (S. 10). Die Chinesen planen mit Unterstützung des österreichischen Infrastrukturministeriums und der Stadt Wien die Errichtung eines Technologieparks, die Internationalisierung chinesischer Unternehmen unterstützen soll. Durch Kooperationen mit österreichischen Unternehmen, Zugang zu Forschung und Technologie und Schaffung von Entwicklungs- und Produktionsstandorten für chinesische Unternehmen sollen "wirtschaftliche Verflechtungen" entstehen, von denen Österreich und China "gleichermaßen profitieren".
Selbst Neuseeland präsentiert sich nun international als Outsourcing- und IT-Technologie-Partner, allerdings realistisch bescheiden nur für Nischenmärkte. Im Gespräch konnte ich nähere Einzelheiten über die "ICT Sector Engagement Strategy" von New Zealand Trade&Enterprise erfahren. Immerhin erzielt der Pazifik-Inselstaat bereits 4,7% oder 5 Mrd. Dollar aus dem Bereich ICT und beschäftigt damit 41.000 Vollzeit-Mitarbeiter. Von den einschlägig aktiven 7.700 Unternehmen erwirtschaften allerdings knapp 80 % weniger als 250.000 Dollar jährlich. Erfahren Sie mehr über die "Pazifische IT" ab S. 34.
Österreichische Stärken
Angesichts dieser Aktivitäten am Weltmarkt gilt es natürlich einmal mehr, die Stärken der österreichischen Unternehmen ins Rampenlicht zu rücken und mit entsprechend langfristigen PR-Konzepten zu unterstützen. MONITOR nimmt dabei mit seinen monatlichen Ausgaben und insbesondere auch mit seinem nun schon viermal erschienen Jahrbuch "IT-Business in Österreich" eine sehr aktive Rolle ein. Das Buch sollte also in keiner IT-Bibliothek fehlen und kann jederzeit über www.monitor.co.at/itbuch online bestellt werden.
MONITOR-Autor Lothar Lochmaier hat ganz in diesem Sinne mit dem Gründer eines in jüngster Zeit besonders erfolgreichen heimischen Software-Unternehmens gesprochen: mit Reinhold Karner von der KTW Group. Mit seiner ERP-Lösung Semiramis hat sich das Unternehmen in der Mittelstandlage der IT bereits eine ausgesprochen gute Position erarbeitet. Lesen Sie das Interview ab S. 40.
Auch die in Wien ansässige Kapsch CarrierCom AG schafft es dank ausgezeichnet ausgebauter Forschungs- und Entwicklungs-Infrastruktur, als Systeminnovator von Kommunikationstechnologie-Lösungen für Betreiber von Fest-, Mobil- und Datennetzen in Österreich und im umliegenden Ausland Erfolge zu verbuchen. So konnte man sich etwa mit dem digitalen Zugfunk-System "GSM-R" gegen die internationale Konkurrenz durchsetzen und errichtet für die Tschechische Bahn den internationalen Schienenkorridor von der deutsch-tschechischen Staatsgrenze über Prag nach Kolin. Mehr dazu in meiner Reportage ab S. 46.
Gut Ding braucht Weile
Was wären aber die Erfolge heimischer Unternehmen, wenn niemand über diese berichtet und sie nach außen trägt? Der Erfolg von PR-Strategien ist jedoch nicht kurzfristig zu erreichen, sondern braucht klare Strukturen und Ausdauer. Deshalb hat die selbst PR-erfahrene MONITOR-Autorin Christine Wahlmüller die Ansätze österreichischer IKT-Unternehmen genauer unter die Lupe genommen und die wichtigsten Erfolgskriterien im Gespräch mit elf PR-Fachleuten für Sie herausgearbeitet.
Kreative Ideen, gute Planung, perfekte Ausführung und noch eine ordentliche Portion Zeit, Ausdauer und Geduld: So sieht das Rezept aus, mit dem PR-Profis ans Ziel kommen. Österreich liegt hier auch international gut im Rennen: Die Telekom Austria und die Agentur Hochegger konnten etwa heuer einen der begehrten PR Awards, verliehen vom deutschen Branchenmagazin PR Report, gewinnen. Im diesem Fall profitierten die PR-Fachleute allerdings auch von einer sehr schönen, weil einmaligen Aufgabe. Herkömmliche Festnetztelefonie nimmt (umsatzmäßig) europaweit immer mehr ab, Dienste wie Breitband-Internet und damit verbundene Dienste hingegen sind derzeit absolut gefragt. Nun galt es, diese Entwicklung auch in der PR zu begleiten, strategisch zu planen und in der Kommunikationsarbeit optimal herauszuarbeiten. Holen Sie sich die besten PR-Tipps für Ihr Unternehmen ab S. 36.
Einen erholsamen Sommer und eine anregende MONITOR-Lektüre im Liegestuhl wünscht Ihnen Ihr
Rüdiger Maier




1/2012
8/2011
7/2011


Mag. Carl-Markus Piswanger, MAS ist freier Journalist, Projektberater und hauptberuflich IT-Architekt. Er ist ausgebildeter Versicherungskaufmann, studierter Historiker und postgradualer E-Government-Experte. Er war beim ISP Netway, der Österreichischen Post und der Seibersdorf Research beschäftigt und seit 2004 als IT-Architekt im Bundesrechenzentrum. Der Wiener ist glücklich nicht verheiratet und hat einen Sohn. 