Alexander Hackl
Nachdem HP mit der StorageWorks-Sparte zuletzt Umsatz und Marktanteile eingebüßt hat, will man jetzt das Ruder mit einer generalstabsmäßig geplanten Offensive wieder herumreißen. Dementsprechend groß sind Erwartungen und Begeisterung. "Es handelt sich um den größten Launch im Storage-Bereich seit Bestehen von HP", betonte Stephan Simon, Business Unit Manager, Storage Works Deutschland. Für den deutschsprachigen Raum wurden die neuen Produktlinien am HP-Standort im baden-würthembergischen Böblingen präsentiert.
Die neuen EVAs
Vorgestellt wurden drei neue Modelle des Enterprise Virtual Array (EVA 4000, 6000 und 8000) mit einer Speicherkapazität zwischen 17 und 72 TB, wobei mit der EVA 6000 "eine offensichtliche Lücke im Midrange-Bereich geschlossen wurde", so Till Stimberg, Storage Consultant für den Raum EMEA. Alle EVAs erlauben eine Mischbestückung mit FATA-Platten und günstigeren Laufwerken. Das Virtualisierungskonzept der EVAs, die seit vier Jahren am Markt sind, ermöglicht einfachere Bedienung und bessere Kapazitätsauslastung.
Die physischen Festplatten des Array werden in Pools von "Disk Groups" zusammengefasst. Über diese Disk Groups können in einem simplen Arbeitsschritt virtuelle Laufwerke in beliebiger Größe und dem gewünschten RAID-Level generiert werden und dies ohne Einschränkung des laufenden Betriebs. Diese virtuellen RAID-Volumes präsentieren sich den Hosts über ein SAN (Storage Area Network). Bei Bedarf können auch zusätzliche Speicherplatten hinzugefügt werden. Der Controller verteilt dann die Daten automatisch auf die neuen Drives. Der EVA 8000 kann mit bis zu 240 Speicherplatten bestückt werden.
Network File Serving
Im NAS-Bereich (Network Attached Storage) stellte HP den Enterprise File Services (EFS) Clustered Gateway vor, eine Network File Serving-Lösung für das Enterprise-Segment. Der symmetrisch aufgebaute Cluster basiert auf Standardkomponenten - HP-Proliant Servern mit Suse Linux als Betriebssystem - und lässt sich auf bis zu 16 Knoten für eine Speicherkapazität von maximal 16 TB skalieren. Jeder Knoten bietet einen Datendurchsatz beim Schreiben von rund 125 MB pro Sekunde.
Ebenfalls für den Network File System (NFS)-Bereich wurde der EFS WAN Accelerator präsentiert. Diese Proliant-basierte Appliance ist eine Lösung für Unternehmen, die File- und Applikationsserver verschiedener Standorte im zentralen Rechenzentrum konsolidieren möchten. Der WAN-Accelerator reduziere den Datenverkehr auf das Notwendige und beschleunige so den Remote-Zugriff auf zentrale Daten und Applikationen über WAN auf das bis zu Hundertfache, verspricht HP.
Backup/Restore
Auch bei den Lösungen für Backup/Restore und Archivierung kann HP mit Neuheiten aufwarten. Die Enterprise Modular Library (EML) richtet sich vor allem an Kunden, die das Backup im SAN vereinfachen und ihre Speicherlandschaft in einem kleinen bis mittleren Rechenzentrum konsolidieren möchten. Die Tape Library sei hoch skalierbar, kompakt, leicht administrierbar und mit allen führenden Server- und Speichersystemen kompatibel, verspricht Storage Consultant EMEA, Andreas Keller.
Bei der virtuellen Bandbibliothek 6000 VLS (Virtual Library System) handelt es sich um ein Festplattensystem, das sich den Host-Rechnern als Bandarchiv präsentiert. Das System lässt sich dadurch nahtlos in existierende Backup- und Recovery-Infrastruktur integrieren. Die 6000 VLS kann dabei mehrere Bandlaufwerke gleichzeitig emulieren (nachahmen) und so mehrere Backup-Aufträge gleichzeitig durchführen. Neben der Zeitersparnis wird durch Datenkomprimierung auch eine effiziente Auslastung der Speicherkapazitäten gewährleistet.
Trendthema ILM
HP bemüht sich auch, die technischen Lösungen in den Kontext eines übergeordneten Informationsmanagements zu stellen. Wechselnde und wachsende Geschäftsanforderungen (Compliance, Merger, Reorganisation, Outsourcing usw.) erfordern zunehmend intelligente Storage-Lösungen im Hinblick auf Verfügbarkeit, Kosteneindämmung und Handhabbarkeit. Laut Ingo Kraft, Business Manager für Storage Solutions in Deutschland, sind im Durchschnitt nur mehr 20 Prozent der gespeicherten Daten eines Unternehmens operative Daten. Dem stünden 80 Prozent Referenzdaten mit geringem Wert gegenüber.
"Doch anstatt Informationsmanagement-Lösungen zu implementieren wird aufgrund des Preisverfalls bei Plattenspeichern oft nur in neue Hardware investiert. Das Ergebnis ist, dass die Systeme immer langsamer werden, und das bei Anforderungen, die immer mehr Geschwindigkeit verlangen", monierte Kraft. Unter dem Titel "Information Lifecycle Management (ILM) Services Framework" stellt HP erstmals auch eine Reihe von nach eigenen Angaben "herstellerneutralen" Consulting-, Support- und Management-Services bereit.
Bei aller Herstellerneutralität hat HP dann aber doch die eine oder andere passende Lösung für den ILM-Bereich im Portfolio, etwa eine auf Standardtechnologie basierende GRID Storage Archivierungslösung, HP RISS (Reference Information Storage System) zur E-Mail-Archivierung und -Suche, HP FSE (File System Extender) als HSM (Hierarchical Storage Management)-Lösung für File Services sowie die GRID Storage basierte HP MAS (Medical Archiving Solution) für medizinische Bilddatenbanken.





1/2012
8/2011
7/2011


bekannt durch zahlreiche Veröffentlichungen, war nach dem Studium der Wirtschafts- wissenschaften, Organisation und Informatik zunächst mehrere Jahre als Gruppen- und Projektleiter an einem Institut für angewandte Informatik beschäftigt. Heute ist er in vielfältiger Form als freiberuflicher Management- und Organisationsberater sowie in der Weiterbildung tätig. Schwerpunktmäßig geht es dabei um die Einführung, Entwicklung und Beratung für den praxisgerechten Computereinsatz. 