Es sind spannende Zeiten für die Hersteller von Storage-Lösungen, aber auch für alle Wirtschaftsunternehmen, die sich fragen, wie sie ihre Informationen flexibel und kostengünstig nutzbar machen können.
Mehrere Trends sind zu beobachten: Zum einen die verschärften regulatorischen Rahmenbedingungen wie BASEL II, das ab Januar 2006 die Voraussetzungen für die Kreditvergabe für Banken regelt und gravierende Auswirkungen auf die IT haben wird, da eine rasche Verfügbarkeit rating-relevanter Informationen sichergestellt werden muss. Anfang 2006 tritt eine mit dem amerikanischen Sarbanes-Oxley Act (SOX), der die Haftung für die Jahresabschlüsse börsennotierter Unternehmen regelt, vergleichbare Verordnung in der EU in Kraft. SOX-Informationen lassen sich primär nur aus IT-Systemen erfassen.
Gleichzeitig steigt das Datenvolumen rasant, und viele Unternehmen horten nach wie vor große historische Datenbestände im Keller und auf Speichermedien, die entweder nur unter großem Zeitaufwand oder im Extremfall gar nicht mehr gelesen werden können. Genügend Gründe also, um sich mit aktuellen Storage-Trends eingehend auseinanderzusetzen.
Information Lifecycle Management
Modernes Information Lifecycle Management beseitigt die größte Schwäche des klassischen Backups: Dass die Daten - Mails, Rechnungen, gescannte Dokumente, Videos, Office-Dokumente etc. - unstrukturiert auf Bändern aufbewahrt werden. Alle ILM-Lösungen setzen auf den Ordnungsfaktor "Zeit", um Daten automatisch zu sortieren, abzulegen und rasch zur Verfügung zu haben.
Eine Datei, die z.B. drei Wochen nicht verwendet wurde, kann vom System in eine andere, kostengünstigere Speicherkomponente verschoben werden. Denn die Anforderungen an Verfügbarkeit sind unterschiedlich: Für ein Krankenhaus werden beispielsweise Krankenakte oder Röntgenbilder von Patienten, die gerade stationär behandelt werden, zeitkritischer sein als historische. In jedem Wirtschaftsunternehmen gibt es eine Fülle ähnlicher Abläufe. HP hat vor wenigen Wochen eine Reihe neuer Lösungen vorgestellt, die diese flexible Archivierung, zum Beispiel durch die automatische Verlagerung von Dateien in mehrstufigen Speicherlösungen, erleichtern.
Storage Grids
Den nächsten, revolutionären Schritt auf dem Weg vom Daten- zum Informationsmanagement stellen "Storage Grids" dar. Ähnlich wie bei räumlich getrennten Grid-Rechennetzwerken handelt es sich in diesem Fall um eine integrierte Architektur von File-System, Datenbank, Suchmaschine und Server in einem System aus Standardkomponenten, das extrem schnell und hochskalierbar ist. Eine Anfrage kann man sich ähnlich wie bei Google vorstellen: Man gibt Stichwörter ein und erhält alle relevanten Informationen, Dokumente und Dateien.
Die neue RISS (Reference Information Storage System) Plattform von HP, die Ende April dieses Jahres vorgestellt wurde, löst so das derzeit dringendste Problem vieler Anwender: Wie werde ich Herr über meine E-Mail-Flut? Die derzeit existierenden RISS-Systeme sind für Unternehmen ab ca. 1.000 Mitarbeitern ausgelegt. Schon bald aber werden aber ähnliche Lösungen auf den Markt kommen, die auch für kleine und mittelständische Unternehmen leistbar sind.





1/2012
8/2011
7/2011


Christian Henner-Fehr schreibt als freier Autor für den MONITOR und arbeitet als Trainer und Berater in den Bereichen Projektmanagement und Kommunikation. Sein Interesse gilt dem Web 2.0 und den Einsatzmöglichkeiten von Social Media in Organisationen und Unternehmen. 