Der Vergleich macht Robert Spevak sicher: "Mit unserer bisherigen, analogen Videoüberwachung sehen die Marktleiterbüros eher wie Videotheken aus. Mit Hilfe von Kapsch und Xperts Software haben wir jetzt die richtige Basis für die Zukunft gefunden", freut sich der Sicherheitskoordinator bei Baumax. Ein digitales Archiv statt einer Flut von Bändern, eine übersichtliche Software, einfache Bedienung , eine gut strukturierte Oberfläche, einfaches Suchen im Archiv - die Umstellung auf ein digitales, IP-basiertes CCTV-System mit der NetAVIS Observer II-Software habe eine Reihe von Vorteilen gebracht und sich überdies sofort bezahlt gemacht: Eine Veruntreuung habe aufgeklärt werden können, erzählt Spevak. Neben Horn als Leitprojekt konnten auch schon zwei ungarische Märkte erfolgreich umgestellt werden. Bis Jahresende sollen noch 20 Projekte folgen, zwölf davon in Österreich.
Zusatznutzen Mitarbeiterschulung
Neben dem Hauptziel einer Videoüberwachung - der Bekämpfung von Inventurschwund durch Kunden-, Personal-, Baustellenüberwachung - erweise sich das neue System auch als wertvoll für die Mitarbeiterschulung. "Wenn ich sehe, dass an einem Kassaplatz etwas falsch läuft, dann kann ich das anhand der Aufzeichnung sofort für den Mitarbeiter nachvollziehbar besprechen", so Spevak. Zukünftig werde man das neue CCTV-System auch in das e-Learning-Programm für die Mitarbeiter integrieren.
NetAVIS Observer II wurde von der ungarischen Tochter der österreichischen Xperts Software GmbH entwickelt. Geschäftsführer Wolfgang Baumgartner: "Das System ist durch die Verwendung erprobter Technologien wie Linux und Java robust und zuverlässig. Außerdem ist es total skalierbar - vom Kleinsystem bis hin zu großen Systemen mit vielen Hunderten von Kameras und Benutzern." Zusätzlich können auf einem System sowohl bestehende analoge Kameras als auch neue IP-Kameras betrieben werden. So werde etwa eine große ungarische Bank mit 100 Filialen im Endausbau mehr als 1000 Kameras im NetAVIS-System laufen haben.
Frei skalierbar und flexibel
"Im Gegensatz zur veralteten Kreuzschienen-Technologie ist das NetAVIS-System problemlos um einzelne Kameras oder User erweiterbar. Eine IP-Kamera braucht man nur anzustecken, und schon ist sie über ihre IP-Adresse im System verfügbar", betont Baumgartner. Außerdem zeichne sich die Software durch Flexibilität und Unabhängigkeit aus. Analoge und digitale Technologie verschiedenster Hersteller können integriert werden, so Baumgartner. Durch die offene Architektur sei NetAVIS auch als Plattform zur Integration von Schnittstellen wie Einbruch, Alarm, Feuer und Eintritt geeignet.
Sogar das Kassasystem kann zukünftig integriert werden. Spevak: "Wenn es zum Beispiel Probleme mit gefälschten 100 Euro Banknoten gibt, dann kann das System so geschaltet werden, dass die Kameras automatisch anspringen, sobald die Kassiererin einen entsprechenden Betrag in die Kassa tippt."
Für Michael Sander, Key Account Manager der Kapsch BusinessCom, gehört NetAVIS technologisch zu den führenden Produkten am Markt. Kapsch habe sich aber nicht nur deswegen für Xperts Software als Partner entschieden: "Ausschlaggebend war auch, dass sie als österreichisches Unternehmen bei der Umsetzung des Projekts bestmögliche Unterstützung bieten konnten und sehr flexibel sind", so Sander. Die Umstellung von einem analogen auf ein digitales, IP-basiertes CCTV-System beschreibt Sander als technologischen Quantensprung: "Dabei konnten wir von Kapsch das Know-how aus unserer Kernkompetenz im Bereich Datennetzwerke optimal einbringen."
Vernetzung über LAN, WAN, WWW
NetAVIS kann über vorhandene LAN-Verbindungen betrieben werden. Aber auch verschiedene Standorte können ohne Funktionseinschränkung vernetzt werden - und zwar ebenfalls unter Nutzung bereits existierender IP-Kabel-Infrastruktur. Zentrale Komponenten mit Vitalfunktion entfallen dabei. Voraussetzung dafür sind natürlich entsprechend leistungsfähige Datenhighways. Aber die sind in Österreich besonders im Internet-Bereich noch sehr löchrig.
Ein weiterer Vorteil von NetAVIS: Die Software läuft auf einem Standard-Server, auf den Arbeitsplätzen muss sie nicht installiert werden. Der User kann das System von jedem vernetzten PC-Arbeitsplatz mit einem gängigen Internet-Browser bedienen. Überdies sei das System durch optionale SSL-Verschlüsselung gut geschützt, erklärt Baumgartner. Stabilität und hohe Verfügbarkeit seien durch die Unterstützung von RAID-Systemen gewährleistet. Durch segmentierte Aufnahme toleriere NetAVIS auch den Ausfall einer Festplatte.




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8/2011
7/2011


Alexandra Riegler arbeitet als freie Journalistin in den USA. Zu ihren Spezialgebieten zählen die Themen Technologie und Forschung. 